19. Oktober 2021
Schwindel als Anzeichen von Krankheiten

Schwindel als Anzeichen von Krankheiten

Jedem ist mal schwindelig – das betrifft manche Menschen mehr und andere weniger. Meist ist der Schwindel kein Grund zur Sorge, doch in selteneren Fällen können ernste Ursachen dahinterstecken. Wir erklären, wann Schwindel ein Anzeichen von Krankheiten ist.

Alles dreht sich, die Umgebung schwankt, manchen Menschen wird schwarz vor Augen – Schwindel ist ein unangenehmes Gefühl, das uns erstmal in Angst und Schrecken versetzt. Und das, obwohl die Ursachen meist ungefährlich sind. Oft geht der Schwindel mit weiteren Beschwerden wie Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen sowie Seh- oder Hörstörungen einher. Aber woher kommt das Gefühl?

Wie entsteht Schwindel?

Schwindel ist ein Alarmsignal unseres Körpers, mit dem signalisiert wird, dass etwas mit unserem Gleichgewichtssinn nicht stimmt. Dieser wird durch drei Sinnesorgane gesteuert: dem Vestibularapparat, unserem Gleichgewichtsorgan im Innenohr, den Augen sowie den Sensoren in Sehnen, Muskeln und Gelenken. Um richtig funktionieren zu können, müssen diese mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt sein – grundlegend hierfür sind ein gesunder Blutfluss, Blutdruck sowie Stoffwechsel.

Kurzzeitig auftretender Schwindel kann durch verschiedene Faktoren hervorgerufen werden. Dazu zählen unter anderem schnelle Kopfbewegungen, Schlafmangel, eine neue Brille, ein niedriger Blutdruck, körperliche Anstrengung oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Aber auch Alkoholmissbrauch kann Schwindelattacken sowie Gleichgewichtsstörungen auslösen. Ebenso können Stress und psychische Belastungen einen sogenannten psychogenen Schwindel auslösen – dieser kann zum Beispiel bei einer Angststörung oder bei Depressionen auftreten. Mit steigendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit für Schwindel zu, da sich die am Gleichgewichtssinn beteiligten Organe verändern können. Aber auch verschiedene Krankheitsbilder können mit einem Schwindelgefühl einhergehen.

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Schwindel als Anzeichen von Krankheiten

Schwindel als Anzeichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Plötzlich auftretender starker Schwindel kann das Symptom eines Schlaganfalls sein. Weitere typische Anzeichen eines Schlaganfalls sind einseitige Lähmungserscheinungen sowie Muskel- und Taubheitsgefühle auf der betreffenden Körperseite. Außerdem Seh- und Sprachstörungen. Bei einem anhaltenden Schwindel sollte ein Internist aufgesucht werden, da Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder eine Herzmuskelentzündung einen chronischen Schwindel hervorrufen kann. In diesem fall fühlen Betroffene sich häufig benommen. 

Schwindel als Anzeichen von Erkrankungen der Ohren

Schwindel in Kombination mit Gleichgewichtsproblemen ist häufig auch das Anzeichen für Erkrankungen der Ohren. Beispielsweise kann dies bei einer Mittel- oder einer Innenohrentzündung der Fall sein. Wenn bei den beiden Erkrankungen Schwindel auftritt, sollten Sie schnell einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Eine Innenohrentzündung entsteht manchmal aus einer schweren Mittelohrentzündung, es können jedoch auch Viren, Bakterien, Unfälle oder Tumore der Grund sein – weitere mögliche Symptome sind Ohrenschmerzen, Tinnitus und Fieber.

Schwindel als Anzeichen von Diabetes

Ein Schwindel, bei dem sich Betroffene benommen und unsicher auf den Beinen fühlen, kann bei einer Diabetes-Erkrankung auf eine Unterzuckerung hinweisen. Weitere typische Symptome für eine Unterzuckerung sind unter anderem ein Schwächegefühl, Kopfschmerzen, Heißhunger, Zittern, kalter Schweiß und ein schneller Puls. Außerdem kann Diabetes zu Nervenschädigungen führen, die wiederum auch Schwindel hervorrufen können.

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Schwindel als Anzeichen von Nervenschädigungen des Gehirns

Auch Nervenschädigungen des Gehirns, die durch verschiedene Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) hervorgerufen werden, können Schwindelgefühle und weitere Beschwerden verursachen. Weitere Symptome, die bei MS auftreten können, sind Gang- und Gleichgewichtsstörungen sowie Doppelbilder. Bei der Parkinson-Krankheit kann es ebenfalls zu Nervenschäden und dadurch entstehenden Schwindel kommen – weitere typische Symptome der Erkrankung sind Bewegungsstörungen, Veränderungen des Gangbildes, Muskelsteifheit sowie Zittern. 

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Schwindel als Anzeichen von Schäden der Halswirbelsäule 

Schäden der Halswirbelsäule können verschiedene Ursachen haben – so können beispielsweise Unfälle oder Verletzungen die Gefäße und Nerven beeinträchtigen, die wiederum Schwindel hervorrufen. Das gilt auch für starke Muskelverspannungen oder eine zunehmende Abnutzung im Alter.

Schwindel als Anzeichen psychischer Erkrankungen

Der sogenannte psychogene Schwindel tritt infolge von psychischen Erkrankungen wie Angsterkrankungen oder Depressionen auf. Im Falle einer Angststörung kann der Schwindel in Verbindung mit weiteren Symptomen bei einer Panikattacke auftreten. Bei einer Depression äußert er sich oft als dauerhafter Schwindel, dem keine körperliche Ursache zugrunde liegt.

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