20. April 2021
Schilddrüsenüberfunktion: Symptome und Ursachen

Schilddrüsenüberfunktion: Symptome und Ursachen

Nervosität, Herzrasen, Schwitzen – verschiedene Beschwerden können auf eine Erkrankung der Schilddrüse hinweisen. Aber woher weiß man, dass man betroffen ist? Wir erklären Ihnen, welche Symptome und Ursachen es bei einer Schilddrüsenüberfunktion gibt.

Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse, die sich im vorderen Halsbereich befindet und dessen Form einem Schmetterling ähnelt. Das Organ spielt eine wichtige Rolle in unserem Körper. Die Schilddrüsenhormone beeinflussen Stoffwechsel, Kreislauf, Wachstum und Psyche. Da die Schilddrüse an vielen Vorgängen im Körper beteiligt ist, äußern sich Krankheiten des Organs durch verschiedenste Symptome. Erkrankungen der Schilddrüse kommen häufig vor und können in jedem Alter auftreten. Laut dem Deutschen Schilddrüsenzentrum entwickelt jeder dritte Erwachsene im Laufe seines Lebens eine krankhafte Schilddrüsenveränderung.

Schilddrüsenüberfunktion: Das sind die Symptome

Aus Jod und Eiweiß produziert die Schilddrüse die Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin. Das in der Hirnanhangsdrüse produzierte Hormon TSH reguliert diesen Vorgang. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) produziert das die Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone. Wenn die Überfunktion durch einen Jodmangel verursacht wird und sich das Organ vergrößert, kann dies als Wölbung im Bereich des Halses sichtbar werden, was wiederum als Kropf bezeichnet wird. Weitere Symptome, die auf eine Schilddrüsenüberfunktion hinweisen können, sind:

  • starkes Schwitzen
  • Herzrasen
  • Unruhe und Nervosität
  • Zittern
  • Gewichtsverlust
  • Haarausfall
  • erhöhter Blutdruck
  • Schlafstörungen
  • warme Haut
  • Überempfindlichkeit bei Wärme
  • häufiges Durstgefühl
  • Durchfall
  • Muskelschwäche oder -schmerzen
  • Zyklusstörungen
  • Konzentrationsprobleme

Zusätzliche Symptome bei einem Kropf sind Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder sogar Probleme beim Zuknöpfen von Kleidung im Halsbereich.

Schilddrüsenüberfunktion: die Ursachen

Neben einem Jodmangel können verschiedene Faktoren eine Schilddrüsenüberfunktion verursachen. In mehr als 95 Prozent der Fälle handelt es sich bei dem Auslöser um die Basedowsche Erkrankung, auch Morbus Basedow genannt, oder um eine Autonomie – also eine eigenständige, unkontrollierte Hormonproduktion.

Bei Morbus Basedow handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Bei der Erkrankung werden Antikörper gegen die Schilddrüse gebildet, wobei die hormonbildenden Zellen stimuliert werden. Diese Stimulation führt dazu, dass die Produktion der Schilddrüsenhormone angeregt wird und den Bedarf des Körpers übersteigt. Das Krankheitsbild geht meist mit einer Vergrößerung der Schilddrüse einher. Typisch sind bei der Basedowschen Erkrankung auch Augenprobleme wie ein Druckgefühl, Sehstörungen, vermehrtes Tränen oder sogar hervortretende Augäpfel. Bei einer Autonomie werden die Schilddrüsenhormone eigenständig von Teilen des Organs oder dem gesamten Gewebe gebildet, wodurch sie nicht mehr der Steuerung durch das TSH unterliegen. Die Autonomie kann durch verschiedene Faktoren wie eine, durch einen Jodmangel hervorgerufene, vergrößerte Schilddrüse ausgelöst werden.

Seltene andere Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion können beispielsweise Tumore der Schilddrüse oder der Hirnanhangdrüse sein.

Wichtig: Wenn Sie Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion bei sich feststellen, dann suchen Sie Ihren Arzt auf. Dieser kann mithilfe einer Blut- und einer Ultraschalluntersuchung eine Diagnose stellen. Die Behandlung erfolgt abhängig von der Ursache der Erkrankung. Im Falle einer Autonomie können beispielsweise Schilddrüsenblocker eingenommen werden.

Video: Die Schilddrüse – Wichtige Schaltzentrale im Körper

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