Körperhaltung Ein Sitzball als Bürostuhl - wie sinnvoll ist das wirklich?

Hochmotiviert tauschen viele Menschen ihren alten Bürostuhl gegen einen Sitz- bzw. Gymnastikball aus. Der Ball soll dabei helfen, die Haltung auch bei langem Sitzen zu verbessern und außerdem Schmerzen vorbeugen. Ob der Sitzball wirklich eine vollwertige Alternative zum Bürostuhl ist, erfahrt Ihr hier.

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Hohe Erwartungen an den Sitzball

Die meisten Menschen gehen heute einer sitzenden Tätigkeit nach. Das bedeutet: Sie verbringen täglich viele Stunden im Sitzen am Schreibtisch. Allerdings bringt die sitzende, vorgebeugte Position, in der für viele Stunden verharrt wird, Probleme mit sich: Oft fällt es schwer, im Sitzen eine gesunde Körperhaltung beizubehalten. Am Ende des Arbeitstags haben viele daher – neben der Stressbewältigung – zusätzlich mit Rückenproblemen zu kämpfen.

Schmerzen in den Bandscheiben oder der Hexenschuss gehören nicht allein aufgrund der Sitzposition bei der Arbeit zu den Volkskrankheiten. Schließlich verharren viele, neben dem Drehstuhl auf der Arbeit, auch zu Hause in einer ungesunden Sitzposition: Egal ob wir uns das Beste Online Casino zum entspannten Zocken nach Feierabend aussuchen oder fernsehen. Die meisten Freizeitaktivitäten vor dem Bildschirm werden sitzend ausgeführt.

Allerdings gibt es Abhilfe gegen Haltungsschäden und Schmerzen, die sich durch langes Sitzen und falsche Sitzpositionen ergeben. Sitzbälle versprechen nämlich, einer Fehlhaltung einfach, aber effektiv vorzubeugen. Durch das Sitzen auf einem Gymnastik- oder Pezziball soll der Körper auch im Sitzen in Bewegung bleiben. Schließlich sind dabei selbst in sitzender Position leichte Bewegungen des Balls stetig auszugleichen. Das wiederum verändert die Sitzposition ständig und soll die Rückenmuskulatur trainieren und für eine gerade Wirbelsäulenhaltung sorgen. Aber funktioniert das wirklich und könnt Ihr durch das Sitzen auf dem Ball Rückenschmerzen und Bandscheibenproblemen vorbeugen?

Welche Vorteile bringt der Sitzball mit?

Sowohl daheim als auch im Büro bringt Euch ein Sitzball verschiedene Vorteile. Das hängt insbesondere damit zusammen, dass der Ball durch seine fehlenden Rückenlehnen direkten Einfluss auf Eure Sitzhaltung nimmt. Da keine Rückenlehne vorhanden ist, wird es unmöglich, sich nachlässig in den Sitz zu lümmeln. Stattdessen wird der Körper und damit auch die Muskulatur während des Sitzens durchgehend gefordert.

Um aufrecht zu sitzen und die Balance beim Arbeiten oder Fernsehen zu halten, ist etwas Konzentration gefordert. Außerdem müssen die Füße während des Sitzens fest auf dem Boden stehen – ansonsten könnt Ihr Euch beim Sitzenden kaum stabilisieren. All das führt dazu, dass der Körper auch in sitzender Haltung aktiv bleibt. Eine schlaffe Körperhaltung ist so quasi unmöglich.

Außerdem kommt hinzu: Auf dem Sitzball müsst Ihr das Gleichgewicht halten. Das fordert ein gewisses Maß an Konzentration und verhindert gerade beim Arbeiten, dass Ihr mit den Gedanken abschweift. Insgesamt ist es daher möglich, dass der Ball die Fähigkeit, sich auf eine bestimmte Aufgabe zu konzentrieren, fördert.

Hat ein Ball als Sitzgelegenheit auch Nachteile?

Als Bürostuhl-Alternative standen Sitzbälle bereits vor einigen Jahren hoch im Kurs. Aktuell feiern sie als Sitzgelegenheit für Zuhause und das Büro ein echtes Comeback. Unbestritten ist dabei, dass ein Sitzball aktives Sitzen und damit eine gesunde Körperhaltung fördert. Aber bedeutet das auch, dass Ihr Esszimmer- und Bürostühle tatsächlich komplett gegen Gymnastikbälle austauschen solltet?

Um herauszufinden, ob ein Gymnastikball als Stuhl-Ersatz wirklich geeignet ist, müsst Ihr überlegen, was einen guten Stuhl wirklich ausmacht. Insbesondere ein Bürostuhl, auf dem Ihr täglich viel Zeit verbringt, soll die Wirbelsäule während des Sitzens aktiv unterstützen. Das geschieht üblicherweise durch Arm- und Rückenlehnen, die an die eigene Körpergröße sowie -form anpassbar sind.

Bereits hier offenbart sich der erste Nachteil eines Sitzballs: Zwar werden Sitzbälle im Handel in verschiedener Größe angeboten. Die Möglichkeit, den Ball wirklich an den eigenen Schreibtisch oder Körper anzupassen, besteht allerdings nicht.

Außerdem kommt hinzu: Tauscht Ihr den Bürostuhl komplett gegen einen Sitzball aus, wird das Sitzen auf dem Ball nach einiger Zeit ermüdend. Das beeinträchtigt im Arbeitsalltag die Leistungsfähigkeit. Außerdem kann sich die geradere Körperhaltung, die Ihr auf dem Gymnastikball einnehmt, nach einiger Zeit ins Gegenteil verkehren. Schließlich sind die Muskeln, welche die optimalen Wirbelsäulenposition beim Sitzen auf dem Ball halten, nach einiger Zeit überlastet. Aufgrund der Überbelastung der Muskulatur nehmt Ihr dann auch auf dem Ball eine eher ungesunde Körperhaltung ein.

Zu Hause top – im Büro ein Flop

Müsst Ihr täglich viele Stunden im Büro sitzen, ist ein Sitzball nur bedingt als Sitzgelegenheit geeignet. Verharrt ihr lange Zeit auf dem Ball, kann das schließlich die Muskulatur überlasten und so sogar Schaden anrichten. Daheim und für eine kürzere Sitzdauer oder als Gymnastikball ist ein Sitzball aber dennoch durchaus empfehlenswert.

Schließlich können robuste Gymnastikbälle zum einen als Stuhl-Ersatz am Esstisch oder für sonstige Freizeitaktivitäten herhalten. Außerdem eignen sie sich perfekt, um sie als Sportgerät zu nutzen. Gezielt eingesetzt helfen sie so tatsächlich, den Rücken effektiv zu stärken und Haltungsproblemen vorzubeugen.

Im Büro hingegen solltet Ihr besser auf einen hochwertigen und ergonomisch geformten Bürostuhl setzen. Das ist insbesondere an heißen Tagen angenehmer, als acht Stunden auf einem Gummiball zu verbringen. Außerdem ist es langfristig rückenschonender, unfallsicherer und schlichtweg praktischer als ein Sitzball. Schließlich sorgen Höhenverstellbarkeit sowie eine ergonomische Bürostuhlform für Komfort und bequemeres Arbeiten.

Möchtet Ihr Euren Alltag – trotz Verwendung eines „herkömmlichen“ Schreibtischstuhls – rückenfreundlicher gestalten, empfehlen Arbeitsschutzmediziner, Abwechslung in den Arbeitstag einzubauen. Das bedeutet: Ihr solltet darauf achten, regelmäßig Pausen einzulegen und zumindest für kurze Zeit zwischen Gehen, Sitzen und Stehen zu wechseln. So ist eine Entlastung des Rückens auch im Büroalltag einfach und unkompliziert möglich.

Ebenfalls sinnvoll ist es, bewusst auf eine gerade, rückenfreundliche Körperhaltung zu achten. Hieran kann Euch beispielsweise ein Handy-Wecker, der alle 60 Minuten klingelt, erinnern. Außerdem tragen regelmäßige Sporteinheiten und Bewegung in der Freizeit zu einer Stärkung des Rückens bei. Längerfristig fördert beides daher ebenfalls einen starken Rücken und eine gute Haltung.

Datum: 30.04.2020

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