29. Dezember 2020
Rauchfrei ins neue Jahr: E-Zigarette und Co. als gesündere Zigaretten-Alternative?

Rauchfrei ins neue Jahr: E-Zigarette und Co. als gesündere Zigaretten-Alternative?

Im Vergleich zu anderen Staaten innerhalb Europas gibt es in Deutschland viele Raucher: Während in Schweden beispielsweise nur noch 7 Prozent der Bürger regelmäßig Zigaretten rauchen, sind es in Deutschland rund 28 Prozent. Viele dieser Raucher wünschen sich jedoch - insbesondere zum Jahresbeginn - der Zigarette endlich abzuschwören. Sie greifen stattdessen zum Tabakerhitzer oder zur E-Zigarette. Doch sind das wirklich die gesünderen Alternativen?

© Thorn Yang / Pexels
Ist die Rauchentwöhnung mit einer E-Zigarette leichter?

Zum Zigarettenrauch gibt es heute Alternativen

Wer regelmäßig Zigaretten raucht, schadet seiner Gesundheit ganz erheblich - das ist ein offenes Geheimnis. Im Durchschnitt büßen Raucherinnen und Raucher rund 10 Jahre ihrer Lebenszeit durch ihr ungesundes Laster ein. Gemeinsam mit vielen anderen Nachteilen des Zigarettenrauchens motiviert gerade das viele Tabakkonsumenten dazu, ihr Laster endgültig aufgeben zu wollen.

Trotz guter Vorsätze werden viele angehende Nichtraucher - nach kürzerer oder längerer Rauchfreiheit - dann jedoch von heftigen Verlangensattacken überfallen, die sie dazu bewegen, doch wieder zur Zigarette zu greifen. Hauptsächlich ist es dabei der Nikotinentzug, der angehenden Nichtrauchern das Leben schwer macht. Aber auch die Tätigkeit des Rauchens als solche vermissen manche Raucher schmerzlich.

Zur Freude vieler gibt es mittlerweile jedoch Zigaretten-Alternativen, die ehemaligen Rauchern ihre gewohnte Nikotindosis sowie ein „Rauchgefühl“ ganz ohne das Verbrennen von Tabak verschaffen: Tabakerhitzer und E-Zigaretten sollen ehemaligen Zigaretten-Rauchern eine bessere und gesündere Alternative zur Tabakzigarette bieten. Allerdings werden durch solche E-Zigaretten und Tabakerhitzer dennoch Nikotin und weitere Substanzen inhaliert. Viele angehende Nichtraucher fragen sich darum, ob die Zigaretten-Alternativen tatsächlich weniger gesundheitsschädlich sein können.

Gesundheitsgefahren des Rauchens beruhen überwiegend auf dem Verbrennungsprozess

Die Rauchentwöhnung fällt den meisten Menschen schwer. Auch das Bewusstsein, der eigenen Gesundheit durch den Zigarettenqualm erheblich zu schaden, kann daran nichts ändern. Allerdings wird auch die Möglichkeit, auf Zigaretten-Alternativen umzusteigen und der Gesundheit so weniger zu schaden, von vielen Rauchern vorschnell abgetan. Schließlich wird angenommen, dass alle Produkte, die Nikotin enthalten, gleichermaßen gesundheitsschädlich wären.

Das ist so allerdings nicht richtig. Schließlich entstehen Gesundheitsschäden durch das Rauchen von Tabakzigarette im Wesentlichen nicht aufgrund des Nikotingehalts der Rauchwaren. Vielmehr ist es gerade der Prozess des Verbrennens von Tabak und des Inhalierens des (heißen) Rauches, der besonders gesundheitsgefährlich ist.

Trotz heute schonenderer Tabakfermentierung, schadstoffärmerem Zigarettenpapier und effektiveren Filter entstehen beim Rauchen von Tabakzigaretten gefährliche Stoffe. Der Hauptteil dieser gesundheitsschädlichen Stoffe kann erst durch das Verbrennen von Tabak bei große Hitze freigesetzt werden.

Allein durch den Verbrennungsprozess bei großer Hitze entstehen nämlich rund 4.800 verschiedene Verbindungen - 89 dieser Verbindungen werden als gesundheitlich gefährlich angesehen. Bereits hieraus ergibt sich, warum E-Zigaretten und Tabakerhitzer, die auf eine Tabakerhitzung bei hohen Temperaturen verzichten, als „gesündere“ Zigaretten-Alternative gelten können.

E-Zigaretten kommen ganz ohne Tabak aus

Eine Public Health-Studie aus England kam zu dem Ergebnis, dass das Risiko einer Krebserkrankung bei E-Zigarettennutzung - im Vergleich zum Rauchen „echter“ Zigaretten - um ca. 99,5 Prozent gesenkt wird.

Das hängt insbesondere damit zusammen, dass E-Zigaretten keinen Tabak verbrennen oder erhitzen. Vielmehr werden sie mit sogenanntem E-Liquid betrieben. Diese E-Liquid-Flüssigkeiten besteht dabei aus auch in der Lebensmittelindustrie verwendeten Substanzen - unter anderem aus vegetarischem Glycerin und Aromastoffen. Auch Nikotin kann dem Liquid auf Wunsch zugesetzt werden.

Wird die E-Zigarette verwendet, wird das Liquid lediglich mithilfe eines Verdampferkopfes aus Heizdraht und Watte erhitzt und verdampft - verbrannt wird die Flüssigkeit hingegen nicht. Aufgrund des unterbleibenden Verbrennungsprozesses und den verwendeten Inhaltsstoffen kann der Schadstoffausstoß so - verglichen mit herkömmlichen Zigaretten - um rund 95 Prozent reduziert werden.

Tabakerhitzer für schonenderen Tabakkonsum

Tabakerhitzer sind am ehesten mit einer „echten“ Zigarette vergleichbar: Durch das Erhitzen von Tabak erzeugen diese Geräte, nämlich nikotinhaltige Emissionen. Allerdings werden die verwendeten Tabaksticks durch den im Gerät integrierten Heizstab lediglich auf 250 bis 350 Grad erhitzt. Im Vergleich zu einer gewöhnlichen Tabakzigarette ist das eine deutlich niedrigere Temperatur. Dementsprechend fällt auch die Schadstoffproduktion bei Verwendung eines Tabakerhitzers vermindert aus:

Insgesamt hat die Verwendung eines Tabakerhitzers eine Reduktion der eingeatmeten krebserregender Stoffe um rund 80 Prozent im Vergleich zu einer Tabakzigarette zur Folge. Nichtsdestotrotz ist die Nikotinfreisetzung aber mit der beim Rauchen einer konventionellen Zigarette vergleichbar.

Tabakerhitzer vs. E-Zigarette - Was ist die bessere Alternative?

Wer die gewohnte Tabakzigarette gegen einen Tabakerhitzer oder eine E-Zigarette eintauscht, kann hierdurch die Menge der beim Nikotinkonsum aufgenommenen Schadstoffe drastisch reduzieren. Während bei der Verwendung einer E-Zigarette von einer Schadstoffreduktion um 95 Prozent auszugehen ist, liegt diese bei Verwendung eines Tabakerhitzers immerhin noch bei rund 80 Prozent.

Zu bedenken ist allerdings außerdem: Durch E-Zigaretten und Tabakerhitzer wird zwar die Menge der inhalierten gesundheitsschädlichen Substanzen reduziert. Gleichzeitig wird aber dennoch weiterhin süchtig machendes Nikotin aufgenommen. Hieran ändert sich zumindest bei der Verwendung eines Tabakerhitzers nichts.

Wird jedoch auf eine E-Zigarette zurückgegriffen, besteht zumindest die Möglichkeit, die aufgenommene Nikotinmenge langsam zu reduzieren. Für eine vollständige Nikotinentwöhnung ist die E-Zigarette darum prinzipiell empfehlenswerter.

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