23. November 2011
Power fürs Immunsystem

Power fürs Immunsystem

Jeden Tag die Abwehr pushen, einen Monat lang: Hier kommen 31 praktische Tipps, die Sie bei Bedarf leicht in Ihren Alltag einbauen können. So haben Viren und Bakterien keine Chance, garantiert.

Gut fürs Immunsystem
© thinkstockphoto
Gut fürs Immunsystem

Den Medizin-Nobelpreis bekommt man natürlich nicht für eine x-beliebige Studie. Nur für Bahnbrechendes, Fundamentales. In diesem Jahr wurden die drei Forscher Bruce Beutler, Jules Hoffmann und Ralph Steinman geehrt, die herausfanden, wie die beiden Abteilungen unseres Immunsystems, das angeborene und das erworbene, zusammenwirken. Ihre Arbeit belegt wieder einmal die Bedeutung unserer Abwehr. Für die Gesundheit und für uns persönlich. Klar, wer gut schläft, Sport treibt, ausgewogen isst und regelmäßig entspannt, tut schon viel für sich. Es geht aber noch mehr – und einfacher!

1.Tag: Zimt, der Stoffwechsel-Turbo
Das Lorbeergewächs Zimt regt die Durchblutung an, dadurch steigt in allen Körperregionen die Zahl der Abwehrzellen. Weil der Inhaltsstoff Cumarin die Leber schädigen kann, nie mehr als 1/2 TL Zimt über den Tag verteilt zu sich nehmen.
Zum Stärken: Ein Schüsselchen mit Vogelsand und einem Stück Räucherkohle füllen. 1/2 TL Zimtstange mörsern, darüber streuen, anzünden – und die neue Abwehr-Power einfach mit tiefen Zügen einatmen.

2.Tag: Vitamin-Knolle: Rote Bete
Sie enthält vor allem den immunstärkenden Pflanzenfarbstoff Betanin. Dazu kommen reichlich Provitamin A, B-Vitamine wie Folsäure, blutbildendes Eisen, Jod, Kalium und Magnesium, um die Vitalstoff-Depots im ganzen Körper aufzufüllen.
Zum Essen: Als Salat mit Äpfeln und Meerrettich anrichten. Dazu eine Vinaigrette aus drei Teilen Walnussöl und sieben Teilen Himbeeressig mixen.

3.Tag: Pilz-Power für den Darm
Austernseitlinge unterstützen im Darm das Wachsen nützlicher Bakterien und aktivieren so dieses wichtige Organ, in dem bis zu 85 Prozent unserer Abwehrzellen entstehen. Und in den Pilzen stecken Hefen, die vor allem die „Fresszellen“ mobilisieren.
Zum Essen oder Trinken: 50 g Austernseitlinge 5–8 Minuten grillen und genießen. Für Eilige: Morgens und abends ca. 2 g Austernseitling-Pulver (Apotheke) in ein Glas lauwarmes Wasser geben, kurz umrühren und trinken.

4.Tag: Verlockender Zellschützer
In den roten Kernen des Granatapfels stecken bis zu 40 Prozent Ellagsäure, ein Polyphenol, das zellschädigende Sauerstoffverbindungen („freie Radikale“) effektiv abfängt.
Zum Trinken oder Essen: 500 ml Saft trinken oder die Kerne in einen frischen Obstsalat mischen.

5.Tag: Natürlicher Entgifter
Die Muskatnuss (am besten immer frisch reiben!) enthält ätherische Öle. Sie bauen Giftstoffe im Körper ab, die sonst auf Dauer das Immunsystem erheblich schwächen können.
Zum Trinken: 1 TL Honig und 1 Messerspitze Muskat in 1 Tasse Kräutertee geben.

6. Tag: Ein Hut für die Abwehr
Das homöopathische Mittel Echinacea D2 (Sonnenhut) stimuliert das Immunsystem und hemmt das Bakterienwachstum. Alle zwei Stunden fünf Globuli.

7.Tag: Yoga hemmt Entzündungen
Schon nach drei Wochen Yoga bildet der Körper verstärkt den Entzündungshemmer Cortison – und hat im Kampf gegen Infekte mehr Energie.
Zum Üben: Im Fersensitz Hände vor der Brustmitte ineinander verschränken, Unterarme parallel zum Boden.Tief Luft holen, Atem 5 Sekunden anhalten, Hände nach außen ziehen, nicht lösen. Ausatmen,einatmen, Luft anhalten, Hände erneut nach außen ziehen. 2–3 Minuten wiederholen.

8.Tag: Pflanzliches Antibiotikum
Vor den Senfölen aus frischer Kapuzinerkresse kapitulieren Bakterien, Pilze und Viren. Die Kresse aber nicht zu lange lagern, ihre gesunden Inhaltsstoffe sind stark flüchtig.
Zum Trinken: 7–8 frische Blüten und 7–8 frische Blätter mit 500 ml kochendem Wasser übergießen, 7 Minuten ziehen lassen, abseihen. Drei Tassen über den Tag verteilt trinken.

9.Tag: Ingwer sichert den Nachschub
Damit Abwehrzellen Krankheitserreger schnell erkennen und bekämpfen können, brauchen sie Glutathion, ein wasserlösliches Antioxidans. Ingwer hilft, dass es immer in ausreichender Menge vorhanden ist.
Zum Trinken: 250 ml Milch kochen, dann 1 TL Ingwerpaste (Asia-Laden) oder 30 g frisch geraspelte Ingwerwurzel hinzufügen, mit Honig süßen und heiß trinken.

10. Tag: Reiki schenkt Lebensenergie
Mit den Händen kann jeder seine Körperkraftzentren stimulieren, z. B. die „Immun-Leitstelle“ Darm.
Zum Üben: Eine Hand aufs Brustbein legen, die andere in die Bauchmitte. 5 Minuten lang halten.

Kneippen für die Abwehr


Helden der Abwehr

Den ersten Abwehrschirm des Immunsystems bilden Haut und Schleimhäute. Durchbrechen Viren oder Bakterien diese Barriere, wird umgehend eine Armee von Profis aktiv. Makrophagen („Fresszellen“), spezielle weiße Blutkörperchen, fahnden nun überall nach den Eindringlingen. Spüren sie einen auf, wird er sofort zerstört. Sogenannte T- oder Killerzellen, ebenfalls besonders „geschulte“ weiße Blutkörperchen, vernichten alle infizierten Körperzellen. Oder sie veranlassen als T-Helferzellen, dass vermehrt Killerzellen gebildet werden. Gedächtniszellen erinnern sich ewig an jeden Krankheitserreger – das ermöglicht die Produktion spezifischer Antikörper. Kommt es zu einem erneuten Angriff, beschleunigen sie die Abwehr.

11. Tag: Zum Frühstück Ayurveda
Indische Ärzte wissen seit Jahrtausenden: Nur wenn sich Körper, Geist und Seele im Gleichgewicht befinden, arbeitet das Immunsystem einwandfrei. Dieser Drink hilft dabei.
Zum Trinken: Morgens ein Glas frischen Mangosaft, 1 Stunde später 1/2 Tasse warme Milch mit 1 Prise Kardamom, 1 Prise Muskatnuss und 1 TL Butterschmalz (Ghee) trinken. Ghee-Rezept: 1 kg Butter würfeln, aufkochen, ca. 30 Minuten köcheln lassen, durch ein Küchentuch in Gläser füllen. Kühl lagern.

12. Tag: Klopfend zu mehr Power
Die Energiebahnen im Körper lassen sich laut traditioneller chinesischer Medizin (TCM) nicht nur mit Akupunkturnadeln, sondern auch mit gezieltem Klopfen aktivieren.
Zum Üben: Mit dem Mittelfinger 3–5 Minuten lang den Milz-Meridian abklopfen. Er führt vom großen Zeh außen zum Knöchel, über Oberschenkel-Innenseite und die Becken-Vorderseite in die Achselhöhle.

13. Tag: Kneippen für die Abwehr
Kalte Armgüsse fördern die Blutzirkulation in unseren feinsten Gefäßen, den Kapillaren, und regen so in allen Geweben die Bildung neuer, zusätzlicher Abwehrzellen an.
Zum Stärken: Vormittags das Waschbecken mit 12 bis 18 °C kühlem Wasser füllen und die Arme 30–40 Sekunden eintauchen, bis die Kälte deutlich spürbar wird. Danach die Arme nur trocken tupfen.

14. Tag: Fenchel blockt Infekte ab
Die Knolle enthält doppelt so viel abwehrförderndes Vitamin C wie eine Orange, fördert die Sauerstoffversorgung und hält die Gefäße elastisch.
Zum Trinken: Je 1 EL Fenchel und Schafgarbe 15 Minuten in 250 ml Wasser kochen, abseihen. Über den Tag verteilt trinken (ca. 3 Tassen).

15. Tag: Holunder bremst Viren aus
In seinen zarten Blüten stecken hochwirksame ätherische Öle und Flavonoide, die der Abwehr Dampf machen. 2 Tassen am Tag genügen.
Zum Trinken: 2 TL Holunderblüten mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, abseihen, eventuell mit Honig süßen und heiß trinken.

16. Tag: T-Zellen lieben Gelbwurzeln
Hauptwirkstoff der Kurkuma ist der Curry-Farbstoff Curcumin. Er unterstützt den Körper bei der täglichen Neubildung spezifischer T-Zellen, die eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von Krankheitserregern spielen.
Zum Trinken: Eine 5 mm dicke Scheibe Ingwerwurzel schälen, klein schneiden, mit 1 TL Kurkuma, 1 EL Speiseöl, 125 ml Buttermilch, dem Saft von 1 Limette, 1 Mango, etwas Pfeffer und Holunderblütensirup in den Mixer geben. 3 Minuten vermengen, dann langsam trinken.

17. Tag: Feueratmung heizt Viren ein
Bhastrika Pranayama heißt eine sehr effektive Atemtechnik aus dem Ayurveda, die (bildlich gesprochen) ein Feuer im Körper entfachen soll. Das kräftigt die Lunge und erhöht die Zahl der Abwehrzellen.
Zum Üben: Durch die Nase tief einatmen, dann druckvoll und stoßweise 30-mal ausatmen. Dabei das Tempo langsam steigern – wie eine Dampflokomotive, die allmählich Fahrt aufnimmt. Dann 1 Minute Pause machen. Die Übung (auch für Allergiker und Asthmatiker geeignet und empfohlen) jeweils 5-mal morgens und abends wiederholen.

18. Tag: Inka-Tee für die Blutbildung
Die Ureinwohner Südamerikas haben es richtig gemacht, das bestätigen mittlerweile große Studien: Der Lapachotee enthält Stoffe, die den Körper reinigen und die Neubildung roter Blutzellen anregen. Das schützt vor Infekten und beschleunigt obendrein den Heilungsprozess.
Zum Trinken: 1 gehäuften EL Lapachorinde (Apotheke), 3 Gewürznelken, 1 kleine Zimtstange und 1 Vanilleschote in einen Topf mit 1 Liter kochendem Wasser geben, 5 Minuten brodeln lassen, vom Herd nehmen. Tee noch 20 Minuten ziehen lassen. Über den Tag verteilt schluckweise trinken.

19. Tag: Scharfe Waffe: Radieschen
Die scharfen Senföle von Radieschen töten Viren, Bakterien und Pilze und fördern die Schleimbildung in den Atemwegen. Das beugt Heiserkeit, Husten und Bronchitis vor. Und sie aktivieren die Bildung von Entgiftungsenzymen im Körper.
Zum Essen: Über den Tag verteilt eine Handvoll knabbern (ca. 50 g).

20. Tag: Fit auf Fingerdruck
Akupressur stärkt laut TCM das Yin-Energie-Potenzial und erhöht so die Widerstandskraft des Körpers.
Zum Üben: Mit der Fingerkuppe des Zeigerfingers 3 Minuten mittelstark einen Punkt am großen Zeh massieren, und zwar seitlich außen am Nagelbett. Zeh wechseln.

Salat für die Abwehr

Schnelle SOS-Hilfe

Auch das beste Immunsystem knickt mal ein. Dann helfen diese Mittel aus der Apotheke:

  • Wasserdost (z. B. in „Contra mutan“) stärkt die Abwehrkräfte und senkt die Ansteckungsgefahr. pHomöopathische Wirkstoffe wie Blauer Eisenhut, Brechnuss, Wilder Jasmin, Wasserhanf und Kalium phosphoricum (z.B. in „Influvit“) regen die Selbstheilungskräfte des Körpers an.
  • Das Power-Trio Zink, Selen und die Aminosäure Histidin (z. B. in „Biolectra Immun“) sichert den Abwehrschutz fürs ganze Jahr.
  • Wurzelextrakte aus der südafrikanischen Kapland-Pelargonie (z. B. in „Umckaloabo“) aktivieren die Fresszellen und verhindern, dass Bakterien in die Schleimhaut eindringen.
  • Wirkstoffe der Zistrose, aus Trauben und Tomaten (z. B. in „Aspecton Immun“), helfen dem Körper, Eindringlinge abzuwehren.

21. Tag: Bakterien hassen Thymian
Die würzige Heilpflanze enthält zahlreiche ätherische Öle. Darunter Thymol und Cymol, die beide wie hoch potente Antibiotika wirken. Immunstärkendes Zink und Eisen komplettieren das Schutzpaket.
Zum Trinken: 1–2 TL Thymian mit 200 ml Wasser aufbrühen.

22. Tag
Fußbäder mobilisieren von unten „Kopf kalt, Füße warm, macht den Mediziner arm“, sagt der Volksmund. Stimmt. Fußbäder mobilisieren die Abwehr nachhaltig.
Zum Stärken: Eine Handvoll getrocknete Heublumen (Apotheke) in einer Schüssel mit 1 Liter heißem Wasser übergießen. Nach 3 Minuten zur Hälfte mit handwarmem Wasser auffüllen und beide Füße 10 Minuten darin baden.

23. Tag: Lady Gaga für die Abwehr
Heute tanzen! Vertreibt Stress und Müdigkeit. Lady Gagas „Born This Way“ oder Alexandra Stans „Mr. Saxobeat“ sind ideal: Songs ab 72 bpm (beats per minute) fahren das Immunsystem hoch.

24. Tag: Goji-Beeren wecken das Körperglück
Die kleine rote Frucht gilt in der TCM als „Beere des Glücks“ und als Top-Mittel zur Stärkung des gesamten Organismus. Ihre Polysaccharide haben immunmodulierende Wirkung; auch ihr Anteil an Vitaminen ist extrem hoch.
Zum Essen: Eine Handvoll getrocknete Früchte wie Rosinen aus der Hand futtern.

25. Tag: Killerzellen sind Komiker
Beim Lachen steigt die Produktion des Immunstoffs Gamma-Interferon, T- und Killerzellen (s.o.) werden aktiviert und Glückshormone ausgeschüttet, die Menge des Immunblockers Cortisol sinkt um die Hälfte.
Zum Üben: Tun Sie so, als ob Sie mit dem Handy am Ohr ein lustiges Gespräch führen, lachen Sie lauthals. Morgens, mittags und abends jeweils 5 Minuten.


26. Tag: Sauer macht immun
Apfelessig (Reformhaus) enthält 7 von 13 Power-Vitaminen, außerdem Mineralstoffe und Spurenelemente. 1 EL auf 1 Glas Wasser, evtl. mit 1 TL Honig süßen.

27. Tag: Traumreise statt Triefnase
Meditationstechniken, z.B. kreatives Visualisieren („Traumreisen“), bauen immunschwächende Hormone ab.
Zum Üben: Setzen oder legen Sie sich entspannt hin. Denken Sie sich an einen Wohlfühl-Ort, z.B. einen Strand, eine stille Lichtung im Wald. Schmecken Sie die salzige Luft? Riechen Sie die harzigen Bäume? Hören Sie die Möwen, den Specht? Greifen Sie in den warmen Sand oder das weiche Moos. Stellen Sie sich alles möglichst intensiv vor. Am besten geht das mit Situationen, die sie real erlebt haben. Dabei ruhig atmen.

28. Tag: Entgiften hilft der Abwehr
Reichern sich Stoffwechsel-Abbauprodukte im Körper an, belasten sie das Immunsystem unnötig. Es hält diese Substanzen für Körperfeinde, versucht, sie unschädlich zu machen, und erschöpft sich dabei.
Zum Trinken: Je 40 g Brennnesselkraut, Birkenblätter, Löwenzahnblätter, Schafgarbenkraut und Fenchelsamen mischen. Davon 2 EL mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen, 5–10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und über den Tag verteilt trinken.

29. Tag: Königin der Bienenmedizin
Gelée Royale fördert die Bildung von Antikörpern und weißen Blutkörperchen. Zusätzlich wirkt das Bienensekret wie ein Antibiotikum.
Zum Trinken: 1/2 Ampulle Gelée Royale (Apotheke) in 1 Glas Sanddorn-, Holunder- oder Hagebuttensaft geben, kurz verrühren.

30. Tag: Salat mit Immunverstärker
Getrocknete Aprikosen gehören zu den besten Carotin-Lieferanten. Der Pflanzenfarbstoff wird im Körper in das Abwehr-Vitamin A umgewandelt. Es fängt zellschädigende Sauerstoffverbindungen („freie Radikale“) ab und aktiviert Killerzellen.
Zum Essen: 1 Avocado und 3 Aprikosen würfeln. Je 4 Blätter Friséesalat und Lollo rosso klein schneiden, alles in eine Schüssel geben. 2 EL Sonnenblumenkerne rösten. 150 g Joghurt und 1 EL Öl verrühren, mit Zitronensaft, Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Über den Salat geben.

31. Tag: Immun im Storchengang
Zwei- bis dreimal in der Woche Wassertreten à la Kneipp erhöht die Zahl der Abwehrzellen.
Zum Stärken: Die Badewanne zu drei Vierteln mit kaltem Wasser füllen. Mit nackten Unterschenkeln 1–2 Minuten wie Adebar darin hin- und hergehen. Wasser nur abstreifen, nicht abtrocknen. Warme Socken anziehen, Füße kräftig bewegen.

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