2. Dezember 2020

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Eine Neurodermitis kommt selten allein

Eine Neurodermitis kommt selten allein

Die Ursachen einer Erkrankung zu verstehen, kann helfen, besser mit ihr umzugehen. Auch die 27-jährige Medine machte diese Erfahrung. Sie hat Neurodermitis, Asthma und verschiedene Allergien. Dass das kein Zufall sein kann, wurde ihr nach verschiedenen Arztbesuchen und eigener Recherchen schnell bewusst. Denn alle Erkrankungen haben einen gemeinsamen Nenner: Die sogenannte Typ-2-Entzündung.

Frau kratzt sich
© miapowterr / pixabay

Normalerweise stellt eine Entzündung eine natürliche und hilfreiche Reaktion des Immunsystems dar, um beispielsweise eingedrungene Bakterien zu identifizieren und unschädlich zu machen. Bei bestimmten chronischen Erkrankungen ist das Immunsystem jedoch überreaktiv und reagiert auf eigentlich harmlose Auslöser mit heftigen Entzündungsreaktionen.1 Eine mögliche Folge dieser Typ-2-Entzündung ist die Entstehung von Neurodermitis. Aber auch Asthma, eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen und verschiedene Allergien treten gehäuft auf.2,3


Im folgenden Interview erzählt Medine von ihren Erfahrungen und ihrem positiven Umgang mit den verschiedenen chronischen Erkrankungen.

Wie macht sich die Neurodermitis bei dir bemerkbar?

"Je nach Jahreszeit und Stresspegel habe ich immer wieder Ausschläge, die teilweise am ganzen Körper auftreten können, vor allem aber an Stellen wie den Mundbereich, die Ellen- und Kniebeugen sowie an den Händen macht sich die Krankheit meist bemerkbar. Diese Bereiche sind dann betroffen von starkem Juckreiz und manchmal anschließend von offenen oder sehr trockenen Stellen. Es gibt allerdings auch Phasen, in denen weder Ausschläge noch Juckreiz auftreten. Diese Phase bezeichne ich gerne als „Erholungsphase“ für die Haut."

Hast du neben Neurodermitis, Asthma und Nasenpolypen auch Allergien?

"Ja, ich habe Allergien wie Hausstaub-, Tierhaar- und Nahrungsmittelallergien. Bei einem kürzlich durchgeführten Allergietest wurden weitere Allergien gegen Kobaltchlorid, welches in Modeschmuck, Scheren und Reißverschlüssen verarbeitet wird sowie Perubalsam festgestellt, welches in Kosmetika oder Nahrungsmittel, insbesondere bei Schokolade, vorkommen kann."

Wann haben sich diese Erkrankungen das erste Mal bemerkbar gemacht?

"Sämtliche Allergien kamen nach und nach und traten im Jugendalter auf. Asthma hat sich ebenfalls nach der Diagnose dieser Allergien bemerkbar gemacht."

Wusstest du vor der Diagnose, dass mit einer Neurodermitis häufig auch weitere chronische Erkrankungen einhergehen?

"Mit Neurodermitis bin ich ja aufgewachsen, mich gibt es also quasi gar nicht anders. Aber wenn man sich mit der Krankheit befasst und auseinandersetzt, lernt man relativ schnell, dass mit dieser Krankheit ebenfalls weitere Erkrankungen in Verbindung stehen."

Wie gehst du mit diesen Erkrankungen um? Wie beeinflussen sie deinen Alltag?

"Meiner Meinung nach spielt Akzeptanz eine sehr große Rolle. Im ersten Schritt akzeptiere ich die Erkrankung, im zweiten Schritt respektiere ich sie und im dritten Schritt schaue ich, wie ich am besten damit umgehen kann. Ich fordere sie nicht heraus, indem ich mir für mich schädliche Produkte auf die Haut auftrage. Ich komme ihr entgegen und kann damit die Krankheit „ganz leicht“ in meinen Alltag einbinden. Morgens pflege ich sie mit meinen Produkten, damit die Haut genüg Flüssigkeit aufnehmen kann, trinke sehr viel, damit auch die Haut von innen gestärkt ist, und bei Bedarf schenke ich ihr mit Cremes mehr Aufmerksamkeit. Damit lässt sich mit der Erkrankung sehr gut leben. "

Wenn du Neurodermitis mit einem Satz beschreiben müsstest – wie würde dieser lauten?

"Mein unsichtbarer Freund, um den ich mich kümmern muss."

Hast du Tipps für andere Betroffene?

"Ganz wichtig, egal wie sehr die Krankheit Oberhand gewinnen möchte: Lasst euch eure Lebensfreude und eure liebsten Dinge nicht nehmen."

Vielen Dank für das Interview, Medine!

Quellen:

1. Czarnowicki, T., Krueger, J. G. & Guttman-Yassky, E. Novel concepts of prevention and treatment of atopic dermatitis through barrier and immune manipulations with implications for the atopic march. J. Allergy Clin. Immunol. 139, 1723–1734 (2017).

2. Silverberg JI et al. Ann Allergy Asthma Immunol 2018; 121 (5): 604-612

3. Khan A et al. Rhinology 2018; 57(1): 32-42

MAT-DE-2005919 v1.0 (11/2020)
 

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