2. Dezember 2020

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Der richtige Umgang mit Neurodermitis

Der richtige Umgang mit Neurodermitis

Jeder Mensch geht mit seiner Erkrankung anders um. Manchen fällt es leichter und anderen wiederum deutlich schwerer, sie in seinen Lebensalltag zu integrieren. So ist es auch bei der chronischen Hauterkrankung Neurodermitis.

Frau umarmt sich
© Arsenii / Adobestock
Frau umarmt sich

Sicherlich kann man sich fragen: „Warum bin gerade ich betroffen und nicht die anderen?“, aber auf Dauer belastet diese innere Einstellung sehr. Viel wichtiger ist es, zu lernen mit der Erkrankung besser umzugehen und sie als Teil seines Lebens zu akzeptieren.
Dabei hilft es meist bereits, sich gut über die Erkrankung zu informieren und einen geeigneten Facharzt an seiner Seite zu haben. Wer versteht, was die Ursache seiner Erkrankung ist und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, kann Ängste und Unsicherheiten schneller abbauen. Dies führt zu einem selbstbewussten Umgang mit sich selbst und Außenstehenden. Wichtige Anlaufstellen für Informationen sind der behandelnde Dermatologe und Patientenschulungen, deren Kosten von manchen Krankenkassen übernommen werden, aber auch Internetplattformen wie www.leben-mit-neurodermitis.info.

Frau schaut in den Spiegel
© Nadezhda / Adobestock
Frau schaut in den Spiegel

Die Haut: Der Spiegel zur Seele

In erster Linie dient die Haut als Schutzbarriere vor Bakterien, Viren und Parasiten. Sie hilft aber auch die Temperatur zu regulieren und dient als Sinnesorgan. Eine weitere wichtige Aufgabe ist aber auch die Kommunikation. Schließlich wird die Haut nicht umsonst als „Spiegel zur Seele“ betitelt. Wir erröten vor Scham, bekommen Gänsehaut, wenn uns etwas tief berührt oder wenn wir Angst haben. Die Haut ist also ein wichtiges Organ zur Kommunikation, das bei Neurodermitis sicht- und spürbar beeinträchtigt ist. Daher ist Neurodermitis mehr als „nur“ eine Hauterkrankung, sie belastet emotional und kann sich auf den Berufsalltag und Beziehungen auswirken.

Psychische Belastungen ernst nehmen

Neurodermitis kann in Schüben verlaufen. Diese Schübe kündigen sich selten an und sind meist unvorhersehbar. Sie nehmen keine Rücksicht auf geplante Freizeitaktivitäten oder berufliche Termine. Diese ständige Ungewissheit kann zu einer starken psychischen Belastung führen. Außenstehende können das nur schwer nachvollziehen. Ein Schub kann zu Schlafstörungen führen, die wiederum Reizbarkeit oder geringere Leistungsfähigkeit zur Folge haben können. Zudem meiden manche Betroffene soziale Kontakte – aus Schamgefühl oder Angst vor unerwünschten Blicken.

6 Tipps, um mit Neurodermitis besser umzugehen

  1. Sie spielen die Hauptrolle in Ihrem Leben: Haben Sie mehr Verständnis für sich und Ihre Erkrankung. Sorgen Sie für sich selbst, akzeptieren Sie Ihre Schwächen und Fehler. Behandeln Sie sich einfach so, wie Sie auch gute Freunde oder Familie in dieser Situation behandeln würden.

  2. Helfen Sie andere zu verstehen: Es ist nicht immer leicht über seine Emotionen zu sprechen, aber in diesem Fall hilft es: Sprechen Sie mit den Menschen, die Ihnen wichtig sind. Erklären Sie die Erkrankung und was diese für Sie und Ihren Alltag bedeutet. Wenn Ihr Umfeld weiß, wie es Ihnen geht, ist der Umgang viel leichter.

  3. Reduzieren Sie Stress: Stress kann zu vermehrtem Juckreiz und Kratzen führen. Deshalb sollten Sie sich regelmäßige Auszeiten gönnen und stressige Situationen meiden. Auch Entspannungstechniken wie z. B. Yoga, Meditation, autogenes Training und Atemtherapie können Stress reduzieren.

  4. Lassen Sie sich von Profis unterstützen: Psychologische Hilfe kann für manche von Neurodermitis Betroffene sinnvoll sein, sobald die psychische Belastung überhandnimmt. Sie hilft Schwächen zu schwächen und Stärken zu stärken.

  5. Jede Neurodermitis ist individuell: Neurodermitis ist eine komplexe Erkrankung mit unterschiedlichen Facetten, die große Herausforderungen mit sich bringen. Doch je mehr Sie die Erkrankung kennen, desto besser können Sie mit ihr umgehen.

  6. Sprechen Sie mit anderen Betroffenen: Rund 3,5 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leben mit Neurodermitis.1 Neurodermitis ist also weit verbreitet. Dennoch sprechen nur wenige Menschen öffentlich über ihre Erkrankung. Dabei hilft es, sich auszutauschen, Mut zuzusprechen und sich gegenseitig Tipps zu geben. Der neue Blog auf www.leben-mit-neurodermitis.info/blog möchte genau das erreichen, indem er regelmäßig authentische Einblicke in das gibt, was Menschen mit Neurodermitis bewegt.

Quelle:

1. Langen, U et al. Bundesgesundheitsblatt. Gesundheitsforschung. Gesundheitsschutz 56, 8–706 (2013)

MAT-DE-2005919 v1.0 (11/2020)
 

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