29. November 2021
Neuer Corona-Impfstoff Novavax: Das sollten Sie wissen

Neuer Corona-Impfstoff Novavax: Das sollten Sie wissen

Es könnte schon bald ein weiterer neuer Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen werden. Das amerikanische Pharmaunternehmen Novavax hat die Zulassung in der EU beantragt. Bei dem Vakzin handelt es sich um einen proteinbasierten Impfstoff gegen Covid-19. Was bislang zum neuen Totimpfstoff bekannt ist, lesen Sie hier.

So funktioniert der neue Totimpfstoff Novavax

Bald schon könnte es einen fünften Impfstoff gegen Covid-19 geben. Das US-Unternehmen Novavax hat nun die Zulassung in der EU beantragt. Der Impfstoff namens Nuvaxovid (NVX-CoV2373) bietet einen hohen Schutz gegen Covid-19. Bei dem neuen Impfstoff handelt es sich weder um einen mRNA- noch um einen Vektorimpfstoff, sondern um ein proteinbasiertes Vakzin.
Nuvaxovid ist ein Totimpfstoff. Er enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen. Das Immunsystem reagiert auf diese virusähnliche Partikel und baut einen Immunschutz gegen das Coronavirus auf. Somit wird ein Schritt gewissermaßen übersprungen – und zwar die Nachbildung des Proteins. Das Immunsystem kann direkt nach der Impfung Antikörper gegen das Spike-Protein des Coronavirus bilden. Das enthaltene Adjuvans im Vakzin ist ein Hilfsstoff, der die Immunreaktion verstärken soll.

Was die Lagerung angeht, kann der Novavax-Impfstoff, ähnlich wie AstraZeneca, im Kühlschrank gelagert werden – somit würde sich das Vakzin gut für Corona-Impfungen beim Hausarzt eignen.

Hohe Wirksamkeit von Novavax – auch gegen Delta?

Bevor der Impfstoff zugelassen wird, muss er ein dreistufiges Verfahren durchlaufen, in dem er auf Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet wird. Die bisher veröffentlichten Ergebnissen scheinen erfolgversprechend. In der Phase-3-Studie konnte laut Pharmazeutische Zeitung der Novavax-Impfstoff eine Wirksamkeit von 89,3 Prozent gegen die Alpha-Variante aufweisen. Das Ärzteblatt berichtete von einer Schutzwirkung von 96,4 Prozent. Somit liegt er nur knapp unter bzw. gleich auf mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna. Um einen vollständigen Impfschutz zu gewährleisten, muss auch das neue Vakzin wie die meisten anderen Impfstoffe zweimal verabreicht werden. 

Bislang ist noch unklar, wie gut das Vakzin gegen die ansteckende Delta-Variante schützt. Einen geringeren Schutz konnte man bereits bei der Beta-Variante aus Südafrika nachweisen. Die Impfstoffwirksamkeit gegenüber dieser Variante war deutlich geringer und wies in Phase-2-Studie 55,4 Prozent auf.

Novavax: Weniger starke Impfreaktionen und Immunantwort

Im Gegensatz zu den bisherigen Impfstoffen fällt die Immunantwort sowie die Impfreaktionen des Novavax-Impfstoffs weniger stark aus als bei den bisher zugelassenen Impfstoffen. Nach der Impfung können Reaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- sowie Gliederschmerzen auftreten. Die Schmerzen am geimpften Arm fielen schwächer aus. Ähnlich wie bei den anderen Impfstoffen kann es danach zu Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- sowie Gliederschmerzen auftreten.

Zudem haben Studien gezeigt, dass gleichzeitig mit dem Impfstoff auch eine Grippeimpfung verabreicht werden kann. Bei dieser Doppelimpfung traten Reaktionen an der Einstichstelle häufiger auf, auch die Impfreaktionen traten häufiger auf.

Wann wird Novavax zugelassen?

Seit Sommer ist bekannt, dass eine Zulassung zu Ende des Jahres angestrebt wird. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte bereits ein Rolling-Review-Verfahren für den Impfstoff in die Wege geleitet. Das Pharmaunternehmen hatte Mitte November die Zulassung in der EU beantragt. Die EMA kündigte nach Angaben von tagesschau.de an, den Zulassungsantrag beschleunigt zu überprüfen. Neben den Vakzinen von Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca sowie Johnson & Johnson wäre Novavax der fünfte Impfstoff, der in der EU zugelassen wäre.

Die EU führte bereits Vorverhandlungen mit Novavax über 200 Millionen Impfdosen. „Da sich neue Coronavirus-Varianten in Europa und weltweit ausbreiten, ist dieser neue Vertrag mit einem Unternehmen, das seinen Impfstoff bereits erfolgreich an diesen Varianten testet, eine weitere Absicherung zum Schutz unserer Bevölkerung“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gegenüber der dpa.

Quellen: pharmazeutische-zeitung.de, zdf.de, tagesschau.de

Video: Kommt der Totimpfstoff? Novavax beantragt Zulassung in der EU

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