Häufiger Harndrang in der Nacht Nächtlicher Toilettengang? An diesen Gründen kann es liegen

Während der Partner seelenruhig durchschläft müssen Sie mindestens einmal zur Toilette? Für nächtlichen Harndrang kann es verschiedene Ursachen geben. Lesen Sie hier, welche Gründe hinter häufigen Toilettengängen stecken können und wann Sie zum Arzt gehen sollten.

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Es nervt, wenn unsere Blase uns mitten in der Nacht weckt, uns aus dem gemütlichen Bett scheucht und uns das darauffolgende grelle Badezimmerlicht endgültig aus dem Traumland reißt. Doch wir haben ja kaum eine Wahl – oder?
Während einige Menschen überhaupt nicht von einer drückenden Blase gestört werden, müssen andere mehrmals pro Nacht die Toilette aufsuchen. Tritt der nächtliche Harndrang mindestens zwei Mal pro Nacht auf, spricht man in der Medizin auch von Nykturie. Woran kann das liegen? Wir verraten Ihnen 11 Gründe für nächtlichen Harndrang.

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11 Gründe für nächtlichen Harndrang

1. Zu viel getrunken

Wer zu später Stunde zu viel Flüssigkeit aufnimmt, wacht logischerweise ein paar Stunden später mit voller Blase auf. Manchmal merken wir gar nicht, wie viel wir abends noch trinken. Auch flüssigkeitsreiche Nahrungsmittel wie Obst oder Cornflakes können eine Rolle spielen. Beobachten Sie einmal Ihr eigenes Trinkverhalten am Abend und achten Sie darauf, ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu trinken.

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2. Alkohol oder Koffein

Tatsächlich handelt es sich hier nicht um ein Gerücht: Alkohol und Koffein wirken definitiv harntreibend. Wer abends also gerne mal ein Bier oder Wein zu sich nimmt oder gemütlich einen Kaffee schlürft, muss mit erhöhtem Harndrang zu späterer Stunde rechnen.

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3. Geschwollene Beine

Was geschwollene Beine mit nächtlichem Pinkeln zutun haben? Tatsächlich ist es so, dass man, wenn man viel Wasser in den Beinen hat, auch häufiger zur Toilette muss. Beugen Sie dem vor, indem Sie Ihre Beine vor dem Schlafengehen bereits für eine Stunde entspannt hochlagern. Durch diese Position wird die Flüssigkeit in Ihre Körpermitte geleitet, sodass Sie sich VOR dem Zubettgehen noch einmal erleichtern können.

4. Infektion

Unser Körper ist intelligent: Er versucht, schädliche Bakterien mithilfe unserer Körperflüssigkeiten hinauszuspülen. Vor allem Frauen bemerken diesen Effekt, wenn sie unter einer Blaseninfektion leiden. Brennt es zusätzlich beim Pinkeln, sollten Sie dies einmal vom Arzt abchecken lassen.

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5. Geschlechtskrankheit

Auch Geschlechtskrankheiten haben diesen Effekt: So müssen wir bei Chlamydien oder Gonorrhoe häufig die Toilette aufsuchen. Meistens gibt es auch hier Begleitsymptome wie Brennen oder Jucken. Lassen Sie sich in diesem Fall von Ihrem Frauenarzt untersuchen.

6. Hormonmangel

Häufige Toilettengänge können auch ein Symptom eines Hormonmangels sein. Das sogenannte Antidiuretische Hormon (ADH) hilft den Nieren normalerweise dabei, ihren Flüssigkeitshaushalt in Balance zu halten. Ist ihre Konzentration zu niedrig, kann das zu häufigerem Harndrang führen. Mit dem Alter nimmt der Hormongehalt von ADH übrigens automatisch ab.

7. Vergrößerte Gebärmutter

Selten aber möglich ist bei Frauen eine Veränderung der inneren Geschlechtsorgane: Gebärmutterpolypen, Eierstockzysten, Gebärmutterhals- oder Eierstockkrebs können auf die Blase drücken und so ständigen Harndrang auslösen.

8. Blasensenkung

Eine weitere, seltenere Ursache für häufige, nächtliche Toilettengänge ist eine Absenkung der Blase. Normalerweise wird das Organ von Muskeln und Bändern im Beckenboden gestützt. Liegt aber eine Beckenbodenschwäche vor, kann es zu einer Senkung der Blase kommen. Lassen Sie sich hier bitte untersuchen und fachgerecht diagnostizieren. Im Falle einer Beckenbodenschwäche gibt es viele einfache Übungen, mit denen Sie Ihre Muskeln wieder stärken können.

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9. Diabetes

Typ-2-Diabetes geht meistens mit Symptomen wie starkem Durst und demzufolge auch gehäuftem Harndrang einher. Damit versucht der Körper den überschüssigen Blutzucker heraus zu schwemmen. Hegen Sie den Verdacht auf Diabetes lassen Sie sich unbedingt vom Hausarzt untersuchen.

10. ADH Mangel

Unser Körper produziert ein Hormon, das sogenannte Antidiuretische Hormon (ADH), welches normalerweise die Urinbildung in der Nacht bremst. Bei Personen, die in der Schlafenszeit besonders häufig zur Toilette müssen, könnte ein ADH-Mangel vorliegen. Diese Unausgeglichenheit kann auch vorübergehend auftreten, wenn wir unseren Schlafrhythmus durcheinanderbringen, zum Beispiel durch Schichtarbeit oder Jetlag.

11. Medikamente

Einige Medikamente wirken entwässernd und somit harntreibend. Sie werden auch Diuretika genannt. Wer solche Pharmazeutika (etwa Medikamente gegen Bluthochdruck, einige Antidepressiva und teilweise Antibiotika) einnimmt, sollte diese besser nicht vor dem Schlafengehen schlucken.

Datum: 23.07.2020
Autor: Silva Oldenburg

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