Morbus Ledderhose: Ursachen und Therapie

Morbus Ledderhose: Das sollten Sie über die Knoten auf der Fußsohle wissen

Sie ertasten Knoten oder harte Stränge auf Ihrer Fußsohle? Das Gehen und Abrollen des Fußes schmerzt? Dann könnten Sie an Morbus Ledderhose leiden. Wie gefährlich die Geschwulstbildungen auf der Fußsohlensehnenplatte sind, welche Ursachen dahinterstecken und was Sie dagegen tun können, lesen Sie hier!

Was ist Morbus Ledderhose? 

Morbus Ledderhose ist eine Erkrankung des Bindegewebes an der Fußsohle. Die Bindegewebseinlagerungen unter der Haut in Form von Knoten oder Strängen können zu Schmerzen führen und Gehschwierigkeiten auslösen. Diese Knoten befinden sich meist an der Innenseite der Fußsohle, etwa im mittleren Bereich. Die Krankheit zählt zur Gruppe der gutartigen Fibromatosen und kommt eher selten vor. Seinen Namen verdankt die Fibromatose an der Fußsohle dem deutschen Arzt Georg Ledderhose, der im Jahr 1897 erstmals über das Krankheitsbild berichtete.  

Wie gefährlich sind die Knoten auf der Fußsohle?

Die Knoten, Wucherungen und Verhärtungen können schmerzen und Betroffene in Unruhe versetzen. Aber keine Angst: Hinter Morbus Ledderhose steckt eine gutartige Geschwulstbildung. Bösartige Ursachen – etwa Krebs – können ausgeschlossen werden. Jedoch: Schmerzen in den Fußsohlen können auch durch eine Liste von anderen Erkrankungen verursacht werden. Eine gestörte Wadenmuskulatur oder Probleme mit der Achillessehne können ähnliche Beschwerden verursachen, ebenso wie Entzündungen oder Knochenverletzungen. In jedem Fall empfiehlt sich der Besuch beim Hausarzt – oder direkt beim Orthopäden. Er oder sie kann eine gesicherte Diagnose stellen und eine geeignete Behandlung einleiten.

Wie wird die Krankheit diagnostiziert?

Die Diagnostik gelingt einem Facharzt aus dem Feld der Orthopädie meist mittels Tastuntersuchung und einer gewöhnlichen Anamnese. In wenigen Fällen kommen bildgebende Verfahren unterstützend zum Einsatz, etwa eine Kernspintomografie (MRT) oder ein Ultraschall (Sonografie). 

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Woher kommt die Krankheit? 

Derzeit existieren weder gesicherte Erkenntnisse zur Entstehung noch zur Anzahl erkrankter Personen von Morbus Ledderhose. Typischerweise tritt die chronische Erkrankung eher im mittleren Lebensalter auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Hinweis: In der Regel tritt die Fibromatose nur an einem Fuß auf. Und: Die knotigen Verhärtungen können nicht nur am Fuss, sondern auch an der Faserplatte der Hand auftreten. Dann spricht man von Morbus Dupuytren. In vielen Fällen treten beide Erkrankungen gleichzeitig auf. Auch Morbus Dupuytren verursacht verhärtete Stränge und Knoten auf den Handinnenflächen. Zusätzlich können die Finger bei einer Dupuytren-Erkrankung verkrümmen und teilweise nicht mehr vollständig ausgestreckt werden. Zu verkrümmten Zehen als Folge der Ledderhose-Erkrankung kommt es normalerweise nicht.

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Was sind die Ursachen?

Was Morbus Ledderhose auslöst beziehungsweise welche Faktoren die Wucherungen des Bindegewebes begünstigen, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass die genetische Veranlagung eine Rolle spielt. 

Behandlung: Was kann man gegen Morbus Ledderhose machen?

Wenn Sie erkrankt sind, stehen Ihnen verschiedene Behandlungsmethoden und Therapien zur Auswahl. Dazu zählen unter anderem:

Eine medikamentöse Behandlung

Meist gehen Ärzte zunächst mit Medikamenten gegen die Geschwulstbildungen an der Fußsohle vor – etwa mittels Cortison, welches der Arzt in die Knoten spritzt.

Eine Strahlentherapie

Der genaue Wirkmechanismus einer Strahlentherapie ist bis dato noch nicht genau geklärt. Trotzdem empfehlen einige Experten, Morbus Ledderhose mittels Strahlentherapie, auch Radiotherapie genannt, zu behandeln. Die Bestrahlung soll die Aktivität der Bindegewebszellen mindern, was besonders im Anfangsstadium der Fibromatose sinnvoll ist. So soll die Therapie vor allem große Knoten verhindern.

Eine Operation

Eine Operation wird in der Regel nur symptomatischen Patienten mit Schmerzen empfohlen –insbesondere dann, wenn andere Methoden keine oder nur eine geringe Wirkung zeigen. Bei dem Eingriff entfernt der Facharzt die erkrankten Anteile der Faserplatte. Doch auch nach einer Operation können wieder neue Knoten entstehen. Da die meisten Patienten nur über geringe Beschwerden klagen, wird von einer Operation häufig abgesehen. 

Kann es Komplikationen geben? 

Jede Operation ist ein schwerer Eingriff in den Körper. So kann zum Beispiel schon die entstehende Hautnarbe Probleme bereiten. Auch die Statik des Fußes wird gefährdet. Zudem ist auch durch die operative Methode eine dauerhafte Heilung von Morbus Ledderhose nicht realistisch. In Anbetracht der geringen Erfolgschancen und Risiken raten viele Chirurgen von dem Eingriff ab.

Morbus Ledderhose: Selbsthilfe und Physiotherapie

Neben medikamentösen und operativen Methoden gibt es noch weitere Therapiemaßnahmen, die gegen die Entzündung und die Schmerzen helfen können. Betroffene sollten beispielsweise zwingend darauf achten, den richtigen Schuh zu tragen. Zu enge oder kleine Schuhe können die Beschwerden verschlimmern. Empfehlenswert sind passende Schuhe mit einer steifen Brandsohle und einer Abrollrampe. 

Darüber hinaus kann Physiotherapie helfen. Im Rahmen physiotherapeutischer Behandlungen gegen Morbus Ledderhose sollen in erster Linie die Mobilität und Flexibilität des Bindegewebes erhalten bleiben. Das Fußgewölbe wird mittels verschiedener Dehntechniken aktiv oder passiv ausgedehnt und gestreckt.  Wer sein Fußgewölbe selbstständig dehnen möchte, kann zum Beispiel Übungen mit einer Faszienrolle oder einem Igelball durchführen. Auch spezielle Massagetechniken können gegen die Erkrankungen des Bindegewebes wirken.

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