Morbus Bechterew: 4 Symptome

Morbus Bechterew: 4 Symptome

Rückenschmerzen sind in Deutschland längst zur Volkskrankheit geworden. Wer täglich im Auto oder im Büro sitzt, kennt Rückenleiden nur zu gut. Doch hinter chronischen Rückenschmerzen können auch andere Ursachen liegen. Eine Sonderform des entzündlichen Rheumas, Morbus Bechterew, macht sich durch eine besondere Art Rückenschmerzen bemerkbar. Was es mit Morbus Bechterew auf sich hat und welche Anzeichen auf die rheumatische Erkrankung hindeuten, verraten wir hier.

Was ist Morbus Bechterew?

Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. leiden etwa 1,5 Millionen Erwachsene in Deutschland unter entzündlichen rheumatischen Erkrankungen. Eine besondere Form entzündlichen Rheumas ist Morbus Bechterew. Dabei ist vor allem die Wirbelsäule von rheumatischen Entzündungen betroffen. Es kommt bei der Erkrankung in den meisten Fällen zu Entzündungen im Lendenwirbelbereich der Wirbelsäule und in den Kreuz-Darmbein-Gelenken am Beckenknochen. Morbus Bechterew zählt zu den häufigsten rheumatischen Erkrankungen und betrifft etwa 350.000 Menschen.

Da auch wiederkehrende und regelmäßige Rückenschmerzen von den Leidtragenden üblicherweise nicht automatisch mit Rheuma in Verbindung gebracht werden, bleiben viele Morbus-Bechterew-Erkrankungen lange Zeit unerkannt. Wird die Wirbelsäulenerkrankung nicht behandelt, können sich Haltungsveränderungen und Bewegungseinschränkungen einstellen. Zwar ist Morbus Bechterew nicht heilbar, kann rechtzeitig erkannt, aber gut mit Medikamenten und Bewegungstherapien behandelt werden. Während rheumatische Erkrankungen meistens nach dem 50. Lebensjahr auftreten, beginnt Morbus Bechterew in vielen Fällen bereits schon zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.

Das sind die typischen Anzeichen von Morbus Bechterew

1. Anhaltende Rückenschmerzen

Das Hauptanzeichen einer Morbus-Bechterew-Erkrankung sind langanhaltende Rückenschmerzen. Die Schmerzen werden von Betroffenen dabei als tiefsitzend wahrgenommen und halten mehrere Monate an. Besonders der Lendenwirbelbereich ist betroffen, mit Ausstrahlungen in die Hüfte und das Gesäß, wobei die Gesäßschmerzen zwischen der linken und rechten Seite alternieren. Auch betroffen sind die Schulter- und Nackenpartie. Einhergehend mit den oft schubhaft auftretenden Rückenschmerzen sind Gelenksteifigkeit und nächtliche Schmerzen. Betroffenen fällt es dann schwer, einen erholsamen Schlaf zu finden, sie werden durch Schmerzen wachgehalten und haben am Morgen mitunter große Schwierigkeiten, aus dem Bett hochzukommen, da sich Rücken und Hüfte über Nacht stark versteift haben.

2. Änderung der Körperhaltung und Rundrücken

Bei Morbus Bechterew handelt es sich um eine rheumatisch entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule. Hier ist besonders der Lendenwirbelbereich von Entzündungen betroffen. Bleibt die Krankheit lange unentdeckt und unbehandelt, entstehen je nach Schwere des Verlaufs typische Haltungsveränderungen. Die Lendenwirbelsäule flacht nach einigen Jahren der Erkrankung merkbar ab, während sich die obere Brustwirbelsäule krümmt. Was zunächst wie ein Rundrücken aussieht, kann sich unbehandelt und ohne Physiotherapie sogar zu einem Buckel entwickeln. Diese veränderte Haltung sorgt wiederum für vermehrte Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich und kann auch Kopfschmerzen verursachen.

3. Augenentzündungen

Morbus Bechterew ist eine durch Entzündungen ausgelöste rheumatische Erkrankung. In vielen Fällen sind die Entzündungsherde im Körper nicht nur auf die Wirbelsäule begrenzt. Entzündliche Reaktionen treten bei Betroffenen oft in den Augen auf. Besonders häufig entstehen dann Entzündungen der Regenbogenhaut des Auges. Eine solche Entzündung wird auch Iritis genannt und ist an geröteten Augen, Sehstörungen, Kopfschmerzen und starker Lichtempfindlichkeit der Augen erkennbar. Wer regelmäßig unter entzündlichen Augenkrankheiten leidet und andere, scheinbar unzusammenhängende Beschwerden wie Rückenschmerzen und morgendliche Gelenksteifigkeit hat, sollte ein konsultierendes Gespräch mit seinem Hausarzt suchen. So können mögliche unerkannte rheumatische Erkrankungen als Ursache untersucht werden.

4. Gelenk- und Sehnenentzündungen

Morbus Bechterew kann sich auch durch andere und weitere Entzündungsherde im Körper bemerkbar machen. Die rheumatische Erkrankung kann mitunter auch auf andere Gelenke übergreifen. Betroffene klagen dann über arthritische Gelenkentzündungen in Fingern und Zehen. Entzündungen von Sehnen können bei Bechterew-Patienten ebenfalls auftreten. Häufig von schmerzhaften Entzündungen betroffen ist die Achillessehne oder die Ellenbogensehne. Letzteres führt zu einem klassischen Tennisellenbogen, bei dem das Gelenk stark gereizt ist. 

Video: So unterscheiden Sie Arthrose und Arthritis bei schmerzenden Gelenken

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