8. Dezember 2012
Moderne Lasertechnik

Moderne Lasertechnik

Wieder scharf sehen, weg mit Krampfadern und Narben: Die moderne Lasermedizin setzt sich gegen herkömmliche Behandlungen durch – dank großer Heilerfolge bei oft nur geringen Nebenwirkungen.

Nackte Frau
© thinkstockphotos
Nackte Frau

Fast an jeder dritten Straßenecke wird heute gelasert, was die Steckdose hergibt. Tatsächlich verzeichnet die Lasertherapie oft große Erfolge – aber nur, wenn ein erfahrener Operateur dahintersteht. VITAL beschreibt die wichtigsten Lasertherapien, wie sie funktionieren, was sie kosten. Und sagt, ob die Krankenkassen den Eingriff zahlen.

Kurzcheck

Wie erkenne ich, ob ein Arzt gut lasern kann? 

JA: Nimmt er sich lange Zeit für ein ausführliches Beratungsgespräch?

JA:Informiert er Sie dabei umfassend über den Ablauf des Eingriffs?

JA: Klärt er Sie gründlich über Komplikationen und Risiken auf?

JA: Sagt er Ihnen, mit welchem Erfolgsergebnis Sie rechnen können?

JA: Erkundigt er sich danach, welche Vorerkrankungen Sie hatten?

JA: Fragt er nach vererbbaren Krankheiten in Ihrer Familie?

JA: Sagt er Ihnen, wie oft er den Eingriff schon durchgeführt hat?

Auswertung: Bei einem seriösen Experten sollten Sie 7-mal mit „Ja“ geantwortet haben. Fragen Sie ihn zusätzlich, wo er seine Qualifikation erworben hat und ob er einer Fachvereinigung angehört.

Bandscheibenprobleme

Jeder zweite Deutsche hat es mit den Bandscheiben, pro Jahr wird rund 70 000-mal operiert. Ursache ist meist eine einseitige Belastung oder eine Schwäche der Rückenmuskulatur.
So funktioniert’s: Um die Nerven im Wirbelkanal nicht zu schädigen, wird ein hochpräziser Holmium-YAG-Laser eingesetzt. Der Arzt schiebt den Laser unter örtlicher Betäubung durch einen Minischnitt zur beschädigten Bandscheibe vor. Dort schrumpft er ihren Gallertkern so lange durch Lichtblitze, bis er nicht mehr auf die Nerven drückt. Der 30-Minuten-Eingriff eignet sich aber nur für frische, leichtere Bandscheibenvorfälle.
Erfolg: Etwa 70 Prozent der Patienten leben danach wieder schmerzfrei.
Kosten: Die Kassen zahlen.

Fehlsichtigkeit

Erworbene Kurzsichtigkeit entsteht meist durch zunehmende „Naharbeit“ des Auges, etwa durch Lesen. Dadurch stieg die Zahl der „Maulwürfe“ seit 1968 um das Dreifache auf heute über 50 Millionen. Und im Alter wird fast jeder dazu noch weitsichtig.
So funktioniert’s: Am häufigsten wird die Lasik-Methode (lat.: „Laser In Situ Keratomileusis“ = „Umformung der Hornhaut durch Laserenergie im Gewebe“) eingesetzt. Unter örtlicher Betäubung wird die oberste Schicht der Hornhaut abgetrennt und wie eine Art Deckel aufgeklappt. Auf der schmerzunempfindlichen Hornhaut darunter trägt der Laser einen vorher exakt berechneten Teil ab. Die Fehlsichtigkeit wird so in wenigen Sekunden korrigiert.
Erfolg: Über 90 Prozent der Patienten können bereits vier Tage später wieder störungsfrei sehen. Geeignet für Kurzsichtige bis –10 und Weitsichtige bis +4 Dioptrien.
Kosten: pro Auge 800 bis 1200 Euro. Die Kassen zahlen nicht.

Narben weg durch Lasermedizin

Narbenkorrektur

Der „Reparaturbetrieb Körper“ kann tiefe Wunden nicht spurlos verschließen. Er füllt sie notdürftig mit Bindegewebe auf – eine Narbe entsteht.
So funktioniert’s: Bei der Fraktionalen Lasertherapie stimulieren Tausende, präzise gesetzte Lichtblitze den Kollagenaufbau in der Haut. Der Körper erzeugt neues gesundes Gewebe, das das unvollkommene der Narbe ersetzt. Sie verblasst stark.
Erfolg: Aknenarben bessern sich bei über 95 Prozent. Sogar „Wulstnarben“ sind deutlich weniger sichtbar.
Kosten: je nach Größe 300 bis 450 Euro. Viele Kassen zahlen.

Im Schnitt sind Lasertherapien zu 89 % erfolgreich und schmerzarm

Krampfadern

Durch defekte Venenklappen staut sich bei jeder dritten Frau das Blut in den Beinen. Die Venen erweitern sich sackartig zu Krampfadern.
So funktioniert’s:
Bei der ca. einstündigen EVLT (Endovenöse Lasertherapie) führt ein Gefäßspezialist unter örtlicher Betäubung über einen kleinen Schnitt unterhalb des Knies einen extrem dünnen Laser-Lichtleiter in die Vene ein. Der Laser wird aktiviert und langsam zurückgezogen. Dabei setzt er Wärmeenergie frei, die die Krampf ader „verschweißt“.
Erfolg:
Über 90 Prozent sind nach der Operation beschwerdefrei.
Kosten:
pro OP 1500 bis 2000 Euro. Keine Kassenleistung.

Starkes Schwitzen

An der sogenannten Hyperhidrosis leiden bei uns rund 2,5 Millionen Frauen und Männer. Die Ursache für die krankhafte Hyperaktivität der Schweißdrüsen ist noch nicht geklärt.
So funktioniert’s:
Unter örtlicher Be täubung wird über einen Mikroschnitt in der Achsel eine feine Laserfaser eingeführt. Die schmilzt in fünf Minuten die Schweißdrüsen weg.
Erfolg:
dauerhaft, weil Schweißdrüsen nicht nachwachsen.
Kosten:
Für beide Achseln liegt der Preis bei rund 1850 Euro. Die Kassen zahlen nicht.

Schmerzen in Rücken, Nacken und Gelenken

Konzentrierte Computerarbeit, lange Autofahrten oder feuchtkaltes Wetter – unter chronischen Nacken-, Rücken- und Gelenkschmerzen leiden 24 Prozent der Deutschen.
So funktioniert’s:
Der Softlaser arbeitet mit gebündelten Lichtstrahlen, die zu schwach sind, um das Gewebe spürbar zu erwärmen. Sie wirken aber entzündungshemmend, aktivieren Durchblutung und Stoffwechsel.
Erfolg:
Die Schmerzen bessern sich bei 69 Prozent der Patienten deutlich spürbar.
Kosten:
Die Lasertherapie umfasst in der Regel 15 Behandlungen zu je 15 bis 45 Euro. Die Krankenkassen zahlen nicht.

Keine Nierensteine durch Laserbehandlung

Blutschwämmchen, Besenreiser und Rosacea

Warum sieben Prozent der Erwachsenen an Rosacea, noch mehr an Blutschwämmchen leiden, ist noch nicht geklärt. Besenreiser dagegen entstehen durch eine Bindegewebsschwäche.
So funktioniert’s: Ein Neodym-YAG-Laser schickt einen kurzen Lichtimpuls im grün-gelben Spektralbereich durch die Haut. Der rote Blutfarbstoff fängt die Energie auf. Die Gefäße erwärmen sich kurzzeitig und werden zerstört.
Erfolg:
Alle drei Gesundheitsprobleme verschwinden sofort nach dem Eingriff.
Kosten:
je nach Größe 100 bis 450 Euro. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.

Blasen- und Nierensteine

Die Zahl der Harnstein-Erkrankungen hat sich seit 2002 verdreifacht. Heute ist fast jeder 20. Bundesbürger davon betroffen. Ursache ist das wachsende Übergewicht der Bevölkerung.
So funktioniert’s:
Der Patient liegt bei der Laserlithotripsie, die die Steine zertrümmert, in Vollnarkose. Der Urologe schiebt eine flexible Quarzfaser mit einem gepulsten Holmium-Laser über die Harnröhre in Harnleiter, Blase oder Niere vor. Der Laser erkennt automatisch, ob er Stein oder Gewebe vor sich hat – und verdampft die Steine durch wenige Schüsse.
Erfolg:
Der Eingriff ist zu 90 Prozent erfolgreich.
Kosten: Der minimalinvasive Eingriff gehört zum Leistungskatalog der Krankenkassen.

Warzen

Warzen sind ansteckende, scharf begrenzte Geschwulste der oberen Hautschicht. Meist werden sie durch einen von über 100 humanen Papillomaviren verursacht.
So funktioniert’s:
Der Neodym-YAGLaser verödet die Blutgefäße der Warze und hungert sie aus. Sie trocknet ein und fällt später ab. Der Eingriff ist schonend, unblutig und schmerzfrei. Erfolg: Über 80 Prozent der Patienten werden ihre Warzen los.
Kosten:
ca. 450 Euro. Die Kassen zahlen in der Regel nicht.

Parodontitis

80 Prozent der Frauen haben wegen mangelhafter Mundhygiene immer mal wieder entzündetes Zahnfleisch.
So funktioniert’s: Bei der Photodynamischen Therapie „Pact“ spült der Zahnarzt die Mundhöhle mit dem Farbstoff Toluidinblau, der die Bakterien in einer Minute einfärbt. Danach aktiviert ein schwaches rotes Laserlicht die Farbmoleküle. Folge: An den Bakterien bildet sich aktiver Sauerstoff, der ihre Zellwände vernichtet.
Erfolg: Der Laser wirkt dreimal besser als herkömmliche Methoden. Die Bakterien werden in 30 bis 60 Sekunden zu 99,9 Prozent abgetötet.
Kosten:
ca. 200 Euro. Die Krankenkassen beteiligen sich nicht.

Laserstrahlen gegen Pigmentflecken

Nagelpilz

Im Schwimmbad, in der Sauna oder im Fitness-Studio nisten sich Pilzsporen in die Zehennägel ein. 13 Prozent aller Erwachsenen plagen sich mit dem sehr hartnäckigen Pilz herum.
So funktioniert’s: Der Lunula-Laser durchdringt den Nagel, ohne ihm zu schaden. Er erwärmt aber die Pilze auf 45 bis 60 Grad. Sie sterben ab. Zudem stimuliert der Laser die Durchblutung, stärkt so die Abwehrkräfte.
Erfolg: liegt bei 80 Prozent.
Kosten: Pro Sitzung ca. 60 bis 80 Euro, meist sind zwei nötig.

Mehr Infos

Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft, Martinistraße 52, 20246 Hamburg. Tel. 0 18 05/31 32 46 (0,14 €/min aus dem Festnetz, Mobilfunk max 0,42 €/min), www.ddl.de

Entfernen von Tattoos

Tattoo-Entfernungen haben um 50 Prozent zugenommen. Obwohl sie schmerzhaft sind und sich die gespaltenen Pigmente in Leber oder Lymphknoten anreichern können.
So funktioniert’s: Gepulstes Laserlicht dringt in untere Hautschichten ein, wo die Pigmente es aufnehmen. Sie zerfallen in kleine Teile, die das Lymphsystem abtransportiert.
Erfolg: Meist lassen sich Tattoos rückstandslos ohne Narben entfernen.
Kosten: je nach Größe und Art der Tätowierung zwischen 400 und 1000 Euro. Die Kassen zahlen nicht.

Pigmentflecken

Sommersprossen entstehen durch UV-Strahlen in früher Jugend, Altersflecken, wenn die Haut über viele Jahre ungeschützt und intensiv dem Sonnenlicht ausgesetzt wird.
So funktioniert’s: Ein Rubinlaser zerlegt die Pigmente durch kurze Lichtblitze in kleinste Fragmente, die der Körper dann abbaut.
Erfolg: Weit über 95 Prozent freuen sich wieder über makellose Haut.
Kosten: je nach Größe 300 bis 450 Euro. Die Kassen zahlen nicht.

Lade weitere Inhalte ...