6. Mai 2021
Maskenpflicht: Wie lange bleibt sie bestehen?

Maskenpflicht: Wie lange bleibt sie bestehen?

Jeder Impfwillige soll bis Ende des Sommers die Möglichkeit haben, sich gegen Corona impfen zu lassen. Das gibt Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität. Doch bis es so weit ist, bedarf es einer hohen Impfbereitschaft der Bevölkerung. Auch die bestehende Maskenpflicht sowie das Einhalten der geltenden Abstand- und Hygieneregeln werden uns noch eine Zeitlang im Alltag begleiten.

Immer mehr Menschen werden gegen das Coronavirus geimpft. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach dem Impfgipfel am vergangenen Montag, dass das Ziel weiterhin sei, jedem impfwilligen Bürger ein Impfangebot bis zum Ende des Sommers zu machen. Im Zuge dessen soll es im Juni auch den grünen, digitalen Impfnachweis geben, der Freiheiten für Geimpfte verspricht. Restaurantbesuche, Einkäufe und auch Verreisen wären mithilfe des Impfpasses, der Informationen zu Impfungen, überstandenen Corona-Infektionen sowie Testergebnisse enthält, möglich.

Herdenimmunität: „Jede Impfung zählt!“

Jedoch dauert es noch eine ganze Weile, bis wir zu der Normalität zurückkehren, die wir vor der Corona-Pandemie kannten. Zu Beginn der Pandemie sind Forscher davon ausgegangen, dass rund 60 Prozent der Bevölkerung geimpft werden müssten, damit eine Herdenimmunität möglich ist. Aufgrund der ansteckenden Virusmutanten ist allerdings ein Gemeinschaftsschutz von 80 Prozent notwendig. Dies zu erreichen, kann problematisch werden, da sich rund ein Drittel der Erwachsenen momentan nicht impfen lassen möchte. „Jede Impfung zählt“, sagte Dr. Marylyn Addo, Oberärztin und Leiterin Sektion Infektiologie vom UKE Hamburg, im tagesschau Zukunfts-Podcast: mal angenommen.

Allerdings ist die Ärztin optimistisch. Würde man eine Herdenimmunität um die 70 Prozent erreichen, hätte dies positive Auswirkungen: „Ein Großteil kann nicht mit Sars-CoV-2 infiziert werden und Leute sind weniger infektiös. Das schützt das Gesundheitssystem.“ Weniger Infektionen bedeuten, dass auch das Pandemiegeschehen abnehmen würde. „Jeder der geimpft ist, trägt dazu bei, dass weniger Infektionen in der Gesellschaft vorhanden sind und insofern können wir die, die nicht geimpft werden können oder wollen, schützen.“ Ein weiterer Vorteil, den die Corona-Impfung verspricht: „Die Impfung hat Einfluss, dass keine neuen Virusvarianten entstehen.“ Denn je weniger Infektionen es gibt, desto weniger kann auch das Virus mutieren.

Gibt es Lockerungen der Maskenpflicht?

„Nur allein impfen, wird uns nicht aus der Welle rausbringen“, so Dr. Addo. Aus diesem Grund werden uns der Mund-Nasen-Schutz, die Abstands- und Hygieneregeln noch eine ganze Weile begleiten. Sinken die Infektionszahlen und bleiben sie niedrig, seien bestimmte Lockerungen hinsichtlich der Maskenpflicht wahrscheinlich. Aber dort, wo Menschen gedrängt zusammen stehen, sei es in Innenräumen oder in Bussen und Bahnen, wird die Maskenpflicht noch eine Zeitlang bestehen, heißt es im Podcast. Spinnt man diesen Gedanken noch weiter, könnte es zukünftig so sein wie in Japan, China oder Südkorea. Dort tragen die Menschen freiwillig eine Maske, um sich nicht mit anderen Viren anzustecken. Das wäre beispielsweise im Herbst und Winter, wenn die Grippe bei uns grassiert, durchaus denkbar.

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