20. Januar 2021
Mangel an Magensäure: Ursache für stillen Reflux und Sodbrennen?

Kann ein Mangel an Magensäure die Ursache für stillen Reflux und Sodbrennen sein?

Sie leiden oft unter stillem Reflux und Sodbrennen? Hier erfahren Sie, welches die Ursachen sind und ob ein Mangel an Magensäure der Grund sein kann.

Verzweifelte Frau
© Unsplash/Anthony Tran
Sodbrennen kann sehr unangenehm sein.

Die Magensäure hat im menschlichen Körper eine wichtige Aufgabe. Sie tötet Krankheitserreger ab und wird für den Verdauungsprozess benötigt. Wenn der Körper zu wenig oder zu viel Magensäure produziert, können die unterschiedlichsten Symptome auftauchen. Hierbei handelt es sich unter anderem um Verdauungsstörungen oder Magengeschwüre. Wenn die Magensäure in die Speiseröhre gelangt, kann sie aufgrund ihrer aggressiven Form weitere Beschwerden auslösen. Die Ansammlung der Magensäure in der Speiseröhre wird auch als Sodbrennen bezeichnet.

Wie kommt es zum Sodbrennen?

Häufig entsteht Sodbrennen durch eine Refluxkrankheit. Sodbrennen macht sich häufig durch ein brennendes Gefühl im Hals bzw. unter dem Brustbein bemerkbar. Diese Symptome treten häufig im Liegen oder nach den Mahlzeiten auf. Sodbrennen gilt als Leitsystem und wird auch als gastroösophageale Refluxkrankheit bezeichnet. Ein Viertel der Menschen aus Westeuropa leiden mindestens einmal im Monat unter Refluxbeschwerden. Bei vielen Betroffenen kommt es zum Aufstoßen des sauren Magensaftes. Das ungewollte Aufstoßen ist aber auch ohne die Magensäure möglich. Häufig treten neben dem klassischen Sodbrennen noch weitere Symptome auf. Hierbei handelt es sich in der Regel um Reizmagen, Magengeschwür, Entzündungen der Magenschleimhaut bzw. Speiseröhre oder sogar einen Bruch des Zwerchfells.

Sodbrennen taucht meistens plötzlich auf

Wenn das Essen zu fettig war oder zu viel Alkohol konsumiert wurde, kann es passieren, dass es plötzlich im Magen drückt. In der Brustbeingegend breitet sich ein unangenehmes Brennen aus. Mitunter kann die Magensäure bis in den Rachen gedrückt werden. In einigen Fällen sind in der Magensäure noch halbverdaute Speisereste. Das kann unter anderem dann passieren, wenn ein Gürtel zu eng geschnürt wird oder man sich gebückt hat. Wenn der unangenehme Rückfluss durch Sodbrennen ausgelöst wird, handelt es sich um einen physiologischen Reflux. In den meisten Fällen legt sich das von selbst wieder. Ansonsten kann ein Verdauungsspaziergang sehr hilfreich sein. Ein Mittagsschlaf nach dem Essen ist dagegen nicht gut geeignet, um Sodbrennen zu behandeln. Durch das Liegen kann das Aufstoßen oder Brennen verstärkt werden. Wenn nach einem deftigen Essen am nächsten Tag die Ernährung auf eine leichte fettarme Kost umgestellt und auf Alkohol verzichtet wird, können die Symptome gelindert werden.

Hunger löst Sodbrennen aus

Eines der Ursachen für das plötzliche Auftreten kann auch sein, dass man länger nichts mehr gegessen hat. Neben Hunger können aber auch Kummer oder Stress ein Auslöser sein. Sie fördern den Rückfluss, der mitunter sehr schmerzhaft sein kann. Viele Menschen leiden nicht nur unter dem brennenden oder stechenden Gefühl, sondern bei ihnen tritt gleichzeitig eine Heiserkeit auf. Sie müssen morgens husten oder sich zwischendurch immer wieder räuspern. Viele Frauen leiden während einer Schwangerschaft unter Sodbrennen. Das Kind drückt in diesem Fall auf den Magen der werdenden Mutter. Das kommt häufig im letzten Drittel der Schwangerschaft vor. Der erhöhte Hormonspiegel wirkt sich zusätzlich auf die Elastizität des Gewebes aus. Somit kann es passieren, dass der Schließmuskel der Speiseröhre gelockert wird.

Mangel an Magensäure

Durch einen operativen Eingriff im Magenbereich oder Stress kann es passieren, dass der Magen weniger Magensäure produziert. Stresshormone fahren im Verdauungstrakt die Tätigkeiten herunter. Im zunehmenden Alter kommt es zusätzlich zur Schwächung des Schließmuskels, der sich zwischen der Speiseröhre und dem Magen befindet. Dadurch wird ein Reflux verstärkt. Wenn man über viele Jahre magensäurehemmende Medikamente einnehmen muss, kann das dauerhaft zu einer verminderten Bildung von Magensäure führen. Das bedeutet, dass die Belegzellen der Magenschleimhaut nicht mehr so viel Magensäure produziert wird, wie für den Verdauungsvorgang benötigt wird. Eine Verminderung der Magensäure kann auch durch eine chronische Gastritis (Typ A) ausgelöst werden. Ein häufiges Symptom ist, dass das Immunsystem die Belegzellen des Magens angreifen. Wird zu wenig Magensäure produziert, kommt es auf Dauer zu Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen. Der Nahrungsbrei kann vom Magen nicht mehr ausreichend zerkleinert werden. Dadurch bleiben die Speisen viel zu lange im Magen. Ein großer Teil gelangt nicht ausreichend zerkleinert in den Darm.

Wie wird ein Mangel an Magensäure behandelt?

Wenn ein Mangel an Magensäure nicht sofort entdeckt wird, kann es zu einer Blutarmut und einem Vitamin-B12 Mangel kommen. Damit dieses Vitamin in der benötigten Dosis vom Körper aufgenommen werden kann, muss für ein saures Milieu im Magen gesorgt werden. Durch einen Vitamin-B12-Mangel wird eine Blutarmut verursacht. Die Bildung der roten Blutkörperchen wird beeinträchtigt. Eine verminderte Bildung von Magensäure kann durch Medikamente behandelt werden, die die Produktion der Magensäure ankurbeln. Zusätzlich ist es ratsam, bittere Lebensmittel wie Spinat oder Brokkoli in den Ernährungsplan mit aufzunehmen. Diese Lebensmittel regen die Verdauung an und können auf eine natürliche Art und Weise den Magensäuremangel ausgleichen können. Eine genaue Diagnose, ob ein Magensäuremangel vorliegt, kann nur von einem Arzt gestellt werden. Es ist also immer ratsam, bei einem ständigen Auftreten von Sodbrennen einen Arzt aufzusuchen.

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