Lebensmittelrückruf wegen Listerien: 6 Symptome der Listeriose

Lebensmittelrückruf wegen Listerien: Diese 6 Symptome der Listeriose sollten Sie kennen

Listerien sind Bakterien, die vor allem tierische Lebensmittel befallen. Die Erreger machen immer wieder von sich hören, wenn Supermärkte bestimmte Waren zurückrufen müssen, da Bakterienbefall festgestellt wurde. Doch wie kommen die Keime eigentlich in unsere Lebensmittel und wie äußert sich eine Infektion mit den Bakterien?

Was sind Listerien und wie kommen Sie in unsere Nahrung?

Immer wieder hören wir in den Nachrichten von Lebensmittelrückrufaktionen aufgrund von mit Bakterien verunreinigter Lebensmittel, die es über die heimischen Supermärkte bis zu den Endverbrauchenden schaffen. Zuletzt machten Rückrufaktionen von Konservenfisch und Käse bestimmter Hersteller Schlagzeilen. In Proben der Lebensmittel wurden nämlich Listerien gefunden.

Im Video: Listerien sorgen für Lebensmittelrückruf

 

Listerien sind stäbchenförmige Bakterien, die so gut wie überall in der Natur vorkommen, sich aber besonders gern im Erdreich, Abwässern und im landwirtschaftlichen Bereich tummeln. Die Bakterien können bei der Verarbeitung von tierischen Lebensmitteln über Verunreinigungen einen Weg in die Weiterverarbeitungskette finden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die häufigsten Fälle von Lebensmittelrückrufen tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Geflügel, Käse oder Milchprodukte betreffen. Auch pflanzliche Lebensmittel können mit Listerien verunreinigt sein. Die Bakterien breiten sich hier etwa über die Erde auf Salaten und anderen Gemüsen aus und finden so ihren Weg bis zu uns auf die Teller.

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Es gibt mehrere Bakterienarten, die zur Gattung der Listerien gehören. Für Infektionen von Menschen ist besonders die Spezies der Listeria monocytogenes relevant. Sie sind hart im Nehmen und finden im Temperaturbereich von -0,4 bis 45 Grad Celsius perfekte Wachstumsbedingungen. Das macht sie während des ganzen Jahres über zu konstanten Gefahren. Ein weiteres Problem bei diesem Temperaturwohlfühlbereich: Selbst wenn die Kühlkette vom landwirtschaftlichen Betrieb bis in die Kühlschränke der Endverbrauchenden eingehalten wird, können sich die Bakterien auf einmal besiedelten Lebensmitteln trotzdem noch weitervermehren.

Konsumieren Menschen Lebensmittel, die von Listerien befallen sind, brechen in den meisten Fällen keine Erkrankungen aus. Die Immunsysteme der meisten Menschen sind stark genug, mit einigen wenigen Listerien fertig zu werden. Ist der Befall allerdings sehr hoch, oder die Abwehrkräfte einer Person geschwächt, kann es zur Listerieninfektion kommen. In der Medizin wird dann von einer Listeriose gesprochen.

Symptome einer Listeriose

Glücklicherweise kommt es in Deutschland jährlich nur zu wenigen Fällen von Listeriose. Jährlich treten Infektionen im lediglich dreistelligen Bereich auf. Laut RKI wurden im Jahr 2014 lediglich 608 Fälle registriert. Hierbei handelt es sich allerdings nur um die Fälle, die ärztlich behandelt und dem RKI gemeldet wurden.

Bricht eine Listeriose bei Menschen mit gesunden Immunsystemen aus, treten für gewöhnlich folgende Symptome eines ansonsten milden Krankheitsverlaufs auf:

  • Fieber
  • Krankheitsgefühl
  • Erschöpfung
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Übelkeit

Menschen mit geschwächten Abwehrkräften und insbesondere Schwangere können aber auch Formen einer schweren Listeriose entwickeln. Wenn die ersten Symptome wie Fieber und Gliederschmerzen nicht abklingen und sich die Bakterien im Körper ausbreiten, besteht die Gefahr für Folgeerkrankungen wie:

  • Blutvergiftung
  • Hirnhautentzündung
  • Organ- und Gewebeentzündungen (etwa Herzinnenhaut, Bindehaut oder Gelenke)

Behandlung der Infektion mit Listerien

Für gewöhnlich klingen leichte Symptome innerhalb einiger Tage von selbst wieder ab. Haben sich die Erreger aber im Körper ausgebreitet und sich eine schwere Listeriose entwickelt, können Ärzte und Ärztinnen mit Antibiotika gegensteuern. Die Behandlung mit antibiotischen Medikamenten ist in der Regel erfolgreich. Die Antibiotika müssen aber über mindestens drei Wochen genommen werden, um einen Wiederausbruch zu verhindern.

Listeriose vorbeugen: Einfache Regeln der Lebensmittelhygiene

Um Listerien in Lebensmitteln abzutöten oder die Ansteckung mit ihnen zu verhindern, empfehlen sich einfache Regeln im Umgang mit und beim Verzehr von Lebensmitteln:

  • Essen Sie kein rohes Fleisch (etwa Hackfleisch)
  • Braten Sie Fleisch, Fisch und Geflügel immer gut durch
  • Essen Sie die Rinde von Schmierkäse nicht mit (etwa Brie)
  • Waschen Sie Salate und Gemüse vor der Verarbeitung gründlich
  • Waschen Sie Ihre Hände vor der Arbeit mit Lebensmitteln gründlich
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