1. Oktober 2021
Krampfadern: Wann erweiterte Gefäße gefährlich werden

Krampfadern: Wann erweiterte Gefäße gefährlich werden

Krampfadern werden oftmals optisch als störend empfunden. Allerdings können die verdickten Venen auch Schmerzen bereiten und gesundheitliche Beschwerden wie eine Thrombose hervorrufen. Erfahren Sie mehr, welche weiteren Risiken drohen können.
 

Was sind Krampfadern?

Krampfadern betreffen vor allem die hautnahen Venen an den Beinen. Hierbei handelt es sich um dauerhaft erweiterte Venen, die unregelmäßig verlaufen. Krampfadern sind weit verbreitet, wie die Bonner Venenstudie widerspiegelt: Rund 14 Prozent der insgesamt 3072 Probanden hatten Krampfadern. Frauen sind dreimal so häufig betroffen wie Männer. Grund hierfür könnten Bindegewebsschwächen sowie der weibliche Hormonhaushalt sein. Auch Schwangerschaften sind ein Risikofaktor für Krampfadern.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben rund neun von zehn Personen zumindest leichte Veränderungen der Beinvenen – damit gemeint sind Besenreiser, kleine erweiterte Hautvenen an den Beinen, die violett oder grün durchschimmern und in der Regel harmlos sind.

Ursachen von Krampfadern

In den meisten Fällen ist eine angeborenen Venenschwäche die Ursache für Krampfadern. Sie entstehen durch Venenstau, Veränderungen der Venenwände und nicht mehr funktionierende Venenklappen. Neben der erblichen Komponente begünstigen allerdings weitere Faktoren wie das Alter, Tätigkeiten, bei denen Sie lange sitzen oder stehen, Bewegungsmangel, ballaststoffarme Ernährung sowie eng anliegende Kleidung die Entstehung von Krampfadern.

Krampfadern: Diese gesundheitlichen Risiken können drohen

Menschen mit Krampfadern verspüren meistens Spannungs- und Schwellungsgefühle, Schmerzen, Brennen oder einen Juckreiz in den Beinen. Die Beschwerden können abends oder in der warmen Jahreszeit zunehmen. In der Nacht kann es zu Wadenkrämpfen, Kribbeln und unruhigen Beinen kommen.

Viele Menschen empfinden ihre Krampfadern optisch als störend, auch gesundheitlich sind die verdickten Venen nicht ungefährlich. Das Blut kann nicht richtig durch die verdickten Krampfadern durchfließen. Das kann die Entstehung von Thrombosen fördern. Aufgrund einer Thrombose oder mit ihr einhergehend können Venenentzündung hervorgerufen werden. Diese äußert sich durch Rötung und Erwärmung der Haut und Schmerzen (beispielsweise beim Gehen oder bei Muskelanspannung). Die entzündete Vene ist als druckempfindlicher und geröteter Strang tastbar. Das Gefährliche einer Venenentzündung: Sind tiefliegende Venen betroffen, kann sich ein Blutgerinnsel lösen und aus der Beinvene in die Lunge wandern.

Krampfadern können platzen

Infolge einer Verletzung können Krampfadern platzen, wodurch es zu schweren Blutungen kommen kann. In diesem Fall ist schnelles Handeln gefragt. Lagern Sie die Beine hoch, möglichst auf Herzhöhe. Üben Sie mit einer Kompresse oder – oder falls nicht vorhanden – mit den Händen Druck auf die Wunde aus. Wenn die Blutung gestoppt ist, legen Sie eine sterile Wundauflage und einen Druckverband an. Suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf, damit die Wunde fachmännisch behandelt werden kann.

Die schlechte Nachricht: Ein Venenleiden bildet sich nicht von allein zurück. Ganz im Gegenteil – denn unbehandelte Krampfadern verstärken das Leiden und können zu ernsthaften Folgeerkrankungen führen. Es kann zu einer Überbelastung der Haut kommen und alte Blutbestände können sich in der Haut einlagern. Dies äußert sich durch dunkle Verfärbungen, einer dünner werdenden Haut oder Geschwüren, die nicht von allein abheilen können.

Krampfadern behandeln – diese Möglichkeiten gibt es

Wenn Sie  Krampfadern haben, sollten Sie einen Facharzt – einen Phlebologen – aufsuchen und abklären lassen, ob eine Behandlung notwendig ist und falls ja, welche für Sie infrage kommt. Krampfadern können operativ entfernt werden oder durch Wärme versiegelt oder verödet werden.

Sportliche Betätigung können die Beschwerden lindern. Empfehlenswert sind vor allem Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren und Schwimmen. Auch eine gesunde und ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung, das Tragen von Kompressionsstrümpfen sowie spezielle Venengymnastik, welche den Blutfluss in den Beinen nach oben Richtung Herz fördert, sind ebenfalls hilfreiche Tipps.

Video: Schwere Beine – was dahinter stecken kann

Quellen: rki.de, venenzentrum-wiesbaden.de, fachaerzte-muenchen.com

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