18. März 2021
Johnson & Johnson-Impfstoff: Eine Impfung reicht!


Impfstoff von Johnson & Johnson: Eine Impfung reicht!


Der Impfstoff des amerikanischen Unternehmens Johnson & Johnson ist von der EU-Kommission zugelassen worden. Im Vergleich zu den bisherigen Impfstoffen reicht bei dem neuen Vakzin eine Impfung aus. Laut Angaben des Herstellers könnte der Impfstoff ab April verabreicht werden.

Der Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson (J&J) gegen das Coronavirus ist in der EU zugelassen worden: Am 11. März hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) eine Zulassung für das Vakzin in der EU empfohlen. Daraufhin musste nur noch die EU-Kommission der Form halber ihr grünes Licht geben.
Der Johnson & Johnson vektorbasierte Impfstoff, der den Namen Ad26COVS1 trägt, ist somit der vierte Stoff, der in der EU zugelassen wird. Ende Februar ist der Impfstoff in den USA zugelassen worden. Die Nachfrage nach dem neuen Vakzin steigt in Deutschland  – bedingt durch den derzeitigen Impfstopp von AstraZeneca.
Die EU-Kommission hat bei dem US-Hersteller Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Davon würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten. Nach Angaben des Herstellers könnte der neue Impfstoff ab April verabreicht werden – Lieferschwierigkeiten und Engpässe sind allerdings zu erwarten.

J&J-Impfstoff wird nur einmal verabreicht

Wie der Vektorimpfstoff von AstraZeneca basiert Ad26COVS1 von J&J auf das sogenannte Adenovirus als Vektor. Dieser löst normalerweise eine gewöhnliche Erkältung aus. Allerdings wurde er so verändert, dass er sich nicht vermehren kann und übermittelt genetische Anweisungen an die Zellen, um ein bestimmtes Protein des Coronavirus zu produzieren. 

Anders als bei den bisher zugelassenen Impfstoffen muss der Impfstoff von Johnson & Johnson nur einmal verabreicht werden – es werden also nicht zwei Schutzimpfungen benötigt. Auch was die Lagerung angeht, unterscheidet sich der J&J-Impfstoff von den anderen: Der Vektorimpfstoff kann bis zu drei Monate im Kühlschrank aufbewahrt werden und muss im Gegensatz zum BioNTech/Pfizer-Vakzin nicht bei extremen Minustemperaturen gefroren werden, bis er verwendet wird. 

Ob der amerikanische Impfstoff hierzulande ebenfalls für alle Altersgruppen zugelassen wird, ist bislang noch nicht klar. Bislang darf das neue Vakzin für Personan ab 18 Jahren verabreicht werden.
Nachdem der AstraZeneca-Impfstoff zunächst nicht für ältere Personen über 60 Jahren zugelassen war, hat das Robert-Koch-Institut nun eine Empfehlung für alle Altersklassen beschlossen. Diese könnte sich allerdings aufgrund der jüngsten Meldungen von Hirnvenenthrombosen, die im zeitlichen Zusammenhang mit den AstraZeneca-Impfungen stehen, wieder ändern.

Geringere Wirksamkeit als mRNA-Impfstoffe

Laut einer klinischen Studie vermeidet der J&J-Impfstoff schwere Erkrankungen zu 85 Prozent. Im Gegensatz zu den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer sowie Moderna hat der J&J-Impfstoff eine Wirksamkeit von etwa 66 Prozent. Wie das Ärzteblatt berichtete, ist der Impfstoff von J&J gegen die Virusmutationen aus Brasilien und Südafrika wirksam. Bei der brasilianischen Mutation zeigt der J&J-Impfstoff eine Wirksamkeit von 68,1 Prozent, bei der südafrikanischen bei 64 Prozent.

J&J-Impfstoff: Welche Nebenwirkungen gibt es?

Wie bei allen anderen zugelassenen Stoffen können Nebenwirkungen auftreten. Am häufigsten sind Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen sowie Müdigkeit – was ganz normale Impfreaktionen sind und zeigen, dass das Immunsystem sich mit dem verabreichten Stoff auseinandersetzt. Laut dem Robert-Koch-Institut sollen sich Menschen mit schweren allergischen Reaktionen oder mit Allergien gegen einen der Impfstoffe nicht impfen lassen.

Video: Impfstoff von Johnson & Johnson in der EU zugelassen

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