6. Dezember 2021
Impfung: Das passiert, wenn Sie sich impfen lassen

Das passiert im Körper, wenn Sie sich impfen lassen

Unser Immunsystem ist ein wahres Wunder und schützt uns vor zahlreichen Krankheitserregern, denen wir Tag für Tag begegnen. Da jedoch einige Bakterien und Viren so gefährlich sind, dass sie sogar unser Leben bedrohen, werden seit über 100 Jahren systematisch Impfstoffe hergestellt und eingesetzt. Wir zeigen Ihnen, was genau in Ihrem Körper passiert, wenn Sie sich impfen lassen.

Um das Thema Impfung ranken sich seit der Entdeckung und Entwicklung von Impfstoffen zahlreiche Mythen und zum Teil schlichtweg Falschaussagen. Bei all den hitzigen Debatten um die Sicherheit und Wirksamkeit der Covid-19-Vakzine sowie um eine mögliche Impfpflicht werden die grundlegenden Fakten darüber, wie Impfstoffe wirken, welche Gefahren sie bergen oder auch nicht und was es mit Impfreaktionen auf sich hat, noch immer missverstanden oder fehlinterpretiert. Daher treten wir einen Schritt zurück und schauen uns die Grundlagen an: Die folgenden Dinge passieren in Ihrem Körper, wenn Sie sich gegen eine Krankheit impfen lassen.

Das passiert im Körper, wenn Sie sich impfen lassen

1. Ihr Immunsystem lernt den Erreger kennen

Unser Körper hat gleich mehrere Verteidigungsmechanismen gegen potentiell schädliche Stoffe, mit denen wir Tag für Tag in Kontakt kommen. Zur unspezifischen oder angeborenen Immunabwehr gehören beispielsweise unsere Außengrenzen wie die Haut oder auch die Schleimhäute, die unsere Atemwege und unseren Verdauungstrakt auskleiden. Durchdringen Krankheitserreger diese erste Verteidigungslinie, kommt das spezifische oder erworbene Immunsystem zum Einsatz. Es kann Bakterien und Viren zielgerichtet außer Gefecht setzen – hierfür muss es die Erreger jedoch bereits kennen. Und hier kommt das Prinzip der Impfung ins Spiel. Jegliche Impfungen dienen dazu, unseren Lymphozyten (T-Zellen und B-Zellen) zu zeigen, wie der Krankheitserreger aussieht. Im Falle von Lebend- und Totimpfstoffen geschieht dies anhand des tatsächlichen Virus oder Bakteriums – im Falle der mRNA-Impfstoffe geschieht dies lediglich anhand von Erbinformationen des Erregers. So lernen unsere Immunzellen auf ungefährliche Art und Weise den Erreger kennen und bereiten sich auf einen möglichen Angriff des Bakteriums oder Virus vor.

2. Ihr Immungedächtnis speichert die Information

Nach einem solchen Erstkontakt mit dem abgeschwächten Eindringling in Form eines Impfstoffes behält unser Immunsystem die Informationen meist über Jahre oder sogar ein Leben lang. Es bildet sogenannte Antikörper, die nur dafür da sind, diesen einen Krankheitserreger abzuwehren und uns vor dem Ausbruch der entsprechenden Krankheit schützen. Doch auch unsere T-Zellen und B-Zellen merken sich, wie sie gegen den Erreger vorgehen müssen, sollte er sich ihnen erneut präsentieren. Daher kann es sein, dass auch bei abnehmender Antikörper-Anzahl einige Zeit nach der Impfung weiterhin der nötige Immunschutz besteht.

Wichtig: Bei den meisten Krankheitserregern sind zudem mehrere Teilimpfungen oder Auffrischimpfungen notwendig, da die Immunisierung nach einer einzelnen Dosis nicht ausreicht oder nach einigen Jahren nachlässt – hierzu gehören etwa Hepatitis B, Polio (Kinderlähmung), Röteln, Covid-19 und Tetanus.

3. Es kann zu Impfreaktionen und Nebenwirkungen kommen

Damit ein Impfstoff überhaupt wirken kann, muss er unser Immunsystem aktivieren. Ein aktiviertes Immunsystem heißt: Es kommt zu einer Entzündungsreaktion. Solche Entzündungen können in unserem Körper unbemerkt ablaufen oder sich anhand von Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Schmerzen an der Einstichstelle bemerkbar machen. Solche Beschwerden oder Impfreaktionen sind daher nichts Ungewöhnliches oder gar Bedenkliches. Bedeutend besorgniserregender sind hingegen sogenannte Nebenwirkungen – unbeabsichtigte und potentiell schädliche Reaktionen auf einen Impfstoff. Schwerwiegende Komplikationen sind bei modernen Impfstoffen äußerst selten, können jedoch vereinzelt auftreten. Hierzu zählen beispielsweise allergische Reaktionen oder im Falle der Corona-Impfstoffe Herzmuskelentzündungen sowie Thrombosen. Aufgrund der Seltenheit – zwischen 1 und 2 Fälle pro 100.000 Geimpfte – überwiegt jedoch laut Experten der Nutzen bei Weitem die Risiken.

Video: So funktionieren mRNA-Impfstoffe

Quellen: stiftung-gesundheitswissen.de, rki.de, gesundheitsinformation.de

Lade weitere Inhalte ...