1. September 2021
Impfdurchbruch: Warum Geimpfte trotzdem erkranken

Impfdurchbruch: Warum Geimpfte trotzdem erkranken

Trotz vollständiger Impfung an Covid-19 erkrankt? In den letzten Wochen ist immer wieder von sogenannten Impfdurchbrüchen die Rede, was Menschen verunsichert und Corona-Impfgegnern in die Hände spielt. Wir klären auf, wieso es zu Impfdurchbrüchen kommt und warum eine Impfung weiterhin der beste Schutz vor einer Infektion ist.

Schon seit Beginn der Impfkampagne wird klar kommuniziert: Die Corona-Impfstoffe bieten keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus, allerdings vor einem schweren Verlauf, der meist Langzeitfolgen mit sich bringt.

Impfdurchbrüche: Impfeffektivität beträgt laut RKI 87 Prozent

Aus dem aktuellen wöchentlichen Bericht des Robert Koch-Instituts (Stand: 26.08.2021) geht hervor, wie viele Menschen seit dem 1. Februar trotz einer vollständigen Impfung erkrankt sind. Insgesamt handelt es sich hierbei um 18.333 Menschen. Angesichts der millionenfachen Impfungen ist die Zahl der Impfdurchbrüche sehr gering. Die demnach geschätzte Impfeffektivität für Menschen im Alter von 18 bis 59 Jahren und der Altersgruppe ≥60 Jahre bei jeweils ca. 87 Prozent.

Allerdings muss auch bedacht werden: Die Dunkelziffer bei Impfdurchbrüchen ist wahrscheinlich höher, da Infektionen auch asymptomatisch verlaufen können. Immunologe Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, sagte gegenüber der Deutschen Presseagentur: „Bei Geimpften besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sie Symptome nicht mit Corona in Verbindung bringen, deswegen keinen Arzt aufsuchen und sich nicht testen lassen.“ Denn gerade eine Infektion mit der Delta-Variante ähnelt mit ihren Symptomen einer Erkältung.

Impfdurchbrüche werden weiter zunehmen

Im NDR-Podcast „Coronavirus Update“ sagte Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, dass es in der Medizin fast nie einen 100-prozentigen Schutz durch Impfungen geben würde. Das Ziel der Impfung sei, dass im Falle eines Impfdurchbruchs das Immunsystem anspringe und es zu einer leichten und kurzen Infektion komme.

Je mehr Menschen sich in der Bevölkerung infizieren, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass Geimpfte auf Infizierte treffen und Impfdurchbrüche zunähmen, so Ciesek in einer früheren Podcastfolge. „Das wird die nächsten Jahre wohl mehrmals passieren“, sagte die Virologin. Grund hierfür ist die ansteckendere Delta-Variante, die seit Wochen steigenden Infektionszahlen und eine schwächer werdenden Immunabwehr bei älteren Menschen in den Monaten nach der Impfung.

Impfungen schützt vor Infektion

Dabei gilt: Je mehr Menschen genesen oder geimpft sind, desto weniger Angriffsfläche wird dem Virus geboten. Demnach können sich weniger Menschen infizieren und somit sinkt auch das Risiko an Spätfolgen wie Long Covid zu erkranken.

Allerdings sollten Geimpfte auch weiterhin vorsichtig sein. Im wöchentlichen Lagebericht appellierte daher das RKI, weiterhin die AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltag mit Maske und Lüften) einzuhalten, unnötige enge Kontakte zu reduzieren und Situationen, bei denen sogenannte Super-Spreading-Events auftreten können, möglichst zu meiden.

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