20. Juli 2021
Hochwasser: So schützen Sie sich vor Infektionskrankheiten

Hochwasser: So schützen Sie sich vor Infektionskrankheiten

Hochwasser stellt nicht nur eine Gefahr für unsere Häuser dar, sondern kann auch eine akute Lebensgefahr darstellen. Und dabei gefährden nicht nur einstürzende Gebäude unsere Gesundheit, auch das Wasser selbst kann mit Keimen belastet sein. Wir erklären, wie Sie sich vor Infektionskrankheiten durch Hochwasser schützen können.

Hochwasser kann nicht nur Existenzen zerstören, indem es Betroffenen das Zuhause nimmt, es stellt auch eine akute Gesundheitsgefahr dar. Und das nicht nur, weil Menschen durch eingestürzte Gebäude und Strömungen ums Leben kommen können – das Wasser kann auch Keime und Giftstoffe transportieren und so Infektionskrankheiten verursachen.

Darum droht bei Hochwasser Infektionsgefahr

Auch, wenn bei einer Hochwasser-Überschwemmung zuerst das wichtigste ist, Menschenleben zu retten, sollten sich Betroffene und Helfer über die Gefahren im Klaren sein, die auch im Anschluss bei den Aufräumarbeiten lauern. Denn das Überschwemmungswasser kann Umwelt- und Fäkal-Keime enthalten, deren Rückstände ins Trinkwasser gelangen können und so eine Gefahr darstellen, wenn Keime über das Wasser in den Körper gelangen oder in Kontakt mit offenen Wunden kommen. Bei auftretendem Hochwasser besteht die Gefahr, dass die Kanalsysteme überlastet und zerstört werden, wodurch das Abwasser mitsamt Fäkal-Keimen ins Trinkwasser einer Region gelangen. Wer Kontakt mit dem Wasser hat, kann sich beispielsweise mit Durchfallerkrankungen anstecken. Durch die aufgeschwemmte Erde im Hochwasser können Tetanus-Bakterien, die vor allem im Boden vorkommen, hineingelangen. Bei Kontakt mit jemandem, der keine Antikörper gebildet hat, können Sie den lebensbedrohlichen Wundstarrkrampf auslösen. Ebenso können sich Hepatitis-A-Viren im kontaminierten Wasser befinden, die im Körper eine Leberentzündung hervorrufen. Je länger das belastete Wasser steht, desto schlimmer wird die Keimbelastung. Wer ohne Schutzkleidung und Impfschutz in Kontakt mit dem Wasser kommt, setzt sich einer Gesundheitsgefahr aus.

Hochwasser: So schützen Sie sich vor Infektionskrankheiten

Da eine Infektionsgefahr für Betroffene, Helfer und Einsatzkräfte besteht, ist es nach einer Hochwasser-Katastrophe wichtig, einige Dinge zum eigenen Schutz zu beachten. Dazu gehören Folgende:

  • Trinken Sie das Leitungswasser nicht ohne es vorher abzukochen
  • Vermeiden Sie bei den Aufräumarbeiten im Falle von Verletzungen der Haut, dass die Wunde in Kontakt mit dem Wasser kommt
  • Ziehen Sie sich angemessen an: Tragen Sie Gummistiefel und wenn möglich wasserdichte Kleidung, die Ihre Haut vor dem Wasser schützt 
  • Vermeiden Sie es Wasser zu schlucken aufgrund der Gefahr für Magen-Darm-Infekte und Hepatitis A
  • Waschen Sie keine Lebensmittel oder sonstige Dinge in verunreinigtem Wasser
  • Überprüfen Sie Ihren Tetanus-Impfschutz – das gilt vor allem für Menschen, die regelmäßig beispielsweise beruflich, Kontakt mit verunreinigtem Wasser haben

Wichtig: Selbst kleine Mengen des Wassers können eine Gefahr darstellen. Wer beispielsweise raucht und mit dreckigen Fingern die Zigarette anfasst, riskiert, dass Keime so in den Mund gelangen. Dasselbe gilt für Essen. Denken Sie immer daran sich nach Kontakt mit dem Wasser die Hände zu waschen und zu desinfizieren.

Schon bei leichtem Hochwasser ist Vorsicht geboten

Bereits leichtes Hochwasser, das in verschiedenen Gegenden Deutschlands immer mal wieder auftritt, kann dazu führen, dass Badeseen verunreinigt werden. Informieren Sie sich im Zweifelsfall beim Gesundheitsamt oder beim Umweltamt in Ihrer Nähe über die Wasserqualität. Achten Sie zudem auf Warnungen, die es in Bezug auf die Trinkwasserqualität geben kann. Besteht eine Warnung, sollte Leitungswasser immer abgekocht werden.

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