7. Dezember 2021
Hirnhautentzündung: So erkennen Sie eine Meningitis

An diesen Anzeichen erkennen Sie eine Hirnhautentzündung

Eine Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhaut, die durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden kann. Erfahren Sie hier, welche Symptome bei einer Hirnhautentzündung auftreten und wie Sie sich bestmöglich vor einer Ansteckung schützen können.

Was ist eine Hirnhautentzündung?

Die Hirnhaut kleidet die knöcherne Hülle des Schädels und der Wirbelsäule aus. Zwischen der Hirnhaut befindet sich Liquor, eine Hirn-Rückenmarksflüssigkeit und Blutgefäße. Die Hirnhaut schützt das Gehirn vor mechanischen Einflüssen und vor größeren Temperaturschwankungen. Durch Viren, aber auch durch Bakterien kann sich die Hirnhaut entzünden. Die häufigste Form ist die virale Meningitis. Seltener tritt die bakterielle Meningitis auf, die unter anderem durch Meningokokken sowie Pneumokokken ausgelöst wird.

Hirnhautentzündung: Anzeichen einer Meningitis

Eine Hirnhautentzündung ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die als ansteckend gilt. Erste Anzeichen treten drei bis vier Tage nach der Infizierung auf. Die Beschwerden sind sowohl bei einer viralen als auch bei einer bakteriellen Meningitis gleich. Der einzige Unterschied ist, dass eine durch Viren ausgelöste Hirnhautentzündung meistens milder verläuft. Zudem handelt es sich bei der viralen Meningitis um einen medizinischen Notfall, der sofort im Krankenhaus behandelt werden sollte.

Eine Hirnhautentzündung äußert sich durch grippeähnliche Symptome wie Fieber, starke Kopf- sowie Gliederschmerzen. Auch Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Bei einer fortgeschrittenen Hirnhautentzündung kann es zu Hautverfärbungen und einem steifen Nacken kommen. Betroffene können das Kinn nicht mehr auf die Brust legen, hingegen sind Bewegungen seitwärts möglich. Haben die Meningokokken bereits Organe befallen, droht eine lebensgefährliche Blutvergiftung (Sepsis). Rote und braune Flecken auf der Haut und Blutbläschen weisen auf diese Komplikation hin.

Bei erkrankten Babys und Kleinkindern äußert sich eine Hirnhautentzündung meistens durch Fieber und Erbrechen. Schläfrigkeit und Krämpfe können ebenfalls die Beschwerden begleiten.

Behandlung und Vorbeugung einer Hirnhautentzündung

Eine virale Meningitis heilt meistens von alleine aus und hinterlässt keine bleibenden Schäden. Um die Symptome bestmöglich zu lindern, ist eine Behandlung mit Schmerzmitteln, antientzündlichen Medikamenten und ausreichender Flüssigkeitszufuhr erforderlich. Eine bakterielle Meningitis wird mit Antibiotika und Kortison behandelt.

Um sich bestmöglich vor einer Ansteckung zu schützen, gibt es gegen Meningokokken Schutzimpfungen zu den Typen C, B, A, W und Y sowie eine Immunisierung gegen Pneumokokken und Haemophilus influenzae. Hierbei handelt es sich um bestimmte Erreger einer bakteriellen Meningitis. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, dass Babys innerhalb der ersten 14 Monate gegen Haemophilus influenzae sowie gegen Pneumokokken geimpft werden sollten. Ab 12 Monaten raten Ärzte zu einer Immunisierung gegen Meningokokken. Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird allen Menschen geraten, die in FSME-Risikogebieten leben. Dazu zählen in Deutschland vor allem die Bundesländer Bayern, Hessen, Sachsen und Thüringen.

Spätfolgen einer Hirnhautentzündung

Nach einer bakteriellen Hirnhautentzündung kann es zu Spätfolgen kommen, welche das Nervensystem betreffen. Es können Beschwerden wie Lähmungen, Koordinationsstörungen, Epilepsie, Hör- und Sehstörungen, und in schweren Fällen der Verlust der Sprachfähigkeit auftreten. Vor allem Kinder können unter Konzentrationsstörungen leiden. Eine virale Meningitis verursacht in der Regel keinerlei Spätfolgen. 

Video: Meningokokken-Meningitis bei Kindern – Glastest hilft beim Erkennen

Lade weitere Inhalte ...