20. August 2012
Heute schon geschwitzt?

Heute schon geschwitzt?

Keiner will es, jeder tut es – mal weniger, mal mehr. 10 Fragen und Antworten rund um eine lästige, aber sinnvolle Laune der Natur.

Frau schwitzt
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Frau schwitzt

Was und wie viel schwitzen wir eigentlich?
Schweiß besteht zu 99 Prozent aus Wasser und zu knapp einem Prozent aus Natriumchlorid (Kochsalz). Kalium, Magnesium und Phosphat sind nur in Spuren enthalten. Gesunde Menschen verdunsten bei geringer Belastung mindestens einen halben Liter in 24 Stunden, ein Marathonläufer bringt es auf 10 Liter an einem heißen Tag. Dr. Michaela Axt-Gadermann, Professorin für Gesundheitsförderung und Prävention an der Hochschule Coburg: „Dabei ist der Körper schlau und haushaltet: Je mehr wir schwitzen, desto weniger Natrium ist im Schweiß enthalten.“

Wer schwitzt, muss viel trinken – nur was?
Für den durchschnittlichen Freizeitsport, der nicht länger als eine Stunde dauert, reicht Leitungswasser vollkommen aus. Nach einer längeren Wanderung hingegen sollte es schon eine Apfel- oder Rhabarberschorle sein. Durch die Schorlen sinkt der Blutzuckerspiegel nicht zu stark ab, sie verhindern

Schwitzende Frau
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Mittel gegen Schwitzen: Wir verraten die besten Mittel gegen Schwitzen >>

Erschöpfungskopfschmerzen und Muskelkrämpfe. Das Mineralwasser darin gleicht den Salzverlust aus. Isotonische Getränke sind nur notwendig für Hochleistungssportler, sie schaden jedoch auch anderen nicht. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann: „Um beim Sport leistungsfähig zu sein, ist es vor allem wichtig, vorher gut zu trinken. Dauern die Übungen länger als eine Stunde, unbedingt zwischendurch trinken.“

Macht Schwitzen schön?
Ja! Der Schweiß löst lockere, verhornte Hautzellen ab, der Teint wirkt nicht mehr grau und fahl, sondern rosig. Die Hitze, die beim Sport entsteht, tut ihr Übriges, denn gut durchblutete Haut sieht frisch und jung aus. Dass dieser Effekt nur ein bis zwei Tage anhält, macht nichts – im Gegenteil. Denn so verrät der Blick in den Spiegel, dass es wieder Zeit ist, in die Sport- schuhe zu steigen. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann: „Aufpassen müssen Sie lediglich, wenn Couperose, also bläulich-rote Äderchen, die im Gesicht durch die Haut schimmern, oder Be- senreiser an den Beinen ein Problem für Sie sind. Dann bitte nur moderat sporteln, zu viel Hitze verschlimmert die Beschwerden.“

Ist Sport nur effektiv, wenn wir schwitzen?
Muskelaufbau und Körperstraffung funktionieren auch sehr gut ohne Schwitzen. Das beste Beispiel ist Pilates. Wird allerdings das Herz- Kreislauf-System trainiert wie beim Joggen oder Tanzen, transpirieren die meisten. Wie viel jemand schwitzt, ist genetisch und durch die Beschaffenheit der Haut bedingt. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann: „Menschen mit trockener Haut, besonders wenn sie zu Neurodermitis neigen, haben weniger aktive Schweißdrüsen, während Menschen mit fettender, großporiger Haut stark schwitzen.“

Ist Schwitzen gesund?


Schwitzen schützt den Körper vor Überhitzung. Darüber hinaus hat es keine überlebenswichtige Funktion. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann: „Es gibt Krankheiten wie Anhidrosis, bei denen der Mensch nicht schwitzt. Sofern die Betroffenen darauf achten, nicht zu überhitzen, haben sie keine gesundheitlichen Probleme.“ Nur ein kleiner Teil der Gifte, die sich in der heutigen Zeit zwangsläufig im Körper ablagern, wird über den Schweiß ausgeschieden.
Den größten Teil dieser Arbeit erledigen Niere und Verdau- ungstrakt. Schwitzen in der Sauna ist aber trotzdem gesund, denn durch den Heiß-kalt- Wechsel wird das vegetative Nervensystem trainiert. Und das steuert alle lebenswichti- gen Körperfunktionen.

Schwitzen Frauen anders als Männer?
Ja, Männer schwitzen mehr und schneller als Frauen. Die Erklärung dafür liegt in ihrem höheren Energieverbrauch und schnelleren Stoffwechsel. Deshalb haben Männer auch mehr Kraft als Frauen – rein körperlich gesehen, versteht sich.

Schweiß
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Schweiß

Schwitzen trainierte Menschen schneller als Untrainierte?
Ja, tatsächlich lässt sich auch das Schwitzen trainieren. Denn wer viel schwitzt, verbessert auch seine sportliche Leistung. Durch die effektivere Kühlung kann der Körper noch mehr leisten. So steigert sich bei einem guten Trainingsplan beides: Ausdauer und Muskelkraft auf der einen Seite, das Kühlungssystem auf der anderen.

Welche Deos sind sinnvoll?
Schweiß selbst ist geruchsneutral. Der typische Achselgeruch entsteht erst, wenn die Bakterien auf der Haut den Schweiß zersetzen. Dagegen hilft Rasieren, denn zwischen den Haaren sammeln sich besonders viele Bakterien. Deodorants desinfizieren durch Alkohol und übertönen den Schweißgeruch durch Parfümstoffe (zum Beispiel von Weleda, CD, Sebamed). Antitranspirants hingegen verhindern das Schwitzen durch Aluminiumchlorid. Je länger sie wirken (es gibt inzwischen 48- und 72-Stunden-Mittel), desto mehr des Wirkstoffs enthalten sie. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann: „Wichtig ist, dass Antitranspirants min destens zwölf Stunden vor dem erwarteten Schwitzen aufgetragen werden, nur so können sie in die Drüsen eindringen, diese verengen und so ihre volle Wirkung entfalten. Sind sie einmal eingedrungen, waschen sie sich auch durch Duschen nicht wieder ab.“ Antitranspirants gibt es z.B. von Vichy und Biotherm.

Warum schwitzen wir beim Sport?
Nur ein Drittel der Energie, die wir durch Muskelarbeit gewinnen, wird in Bewegung umgesetzt, der Rest wird zu Wärme. Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann: „Schweiß hat die Funktion, den Körper zu kühlen und ihn somit vor Überhitzung zu schützen.“ Das Schwitzen dient also dazu, die Wärme nach der Anstrengung schnell wieder zu entziehen – wie praktisch.

Ist Angstschweiß anders?
Ja, im Gegensatz zum normalen Alltags- und Sportschweiß sind dem Angstschweiß Hormone beigemischt. Besonders sensible Menschen und Hunde können diesen Geruch wahrnehmen.

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