24. Juni 2021
Herzmuskelentzündung: Anzeichen und Ursachen der Myokarditis

Herzmuskelentzündung: So entsteht eine Myokarditis

Wer trotz Erkältung oder grippalem Infekt intensiven Sport treibt, riskiert eine sogenannte Herzmuskelentzündung. Was das genau ist, an welchen Anzeichen Sie sie erkennen und welche Ursachen die Myokarditis hat, erfahren Sie hier.

Was ist eine Myokarditis?

Sie ist einer der besten Gründe, um selbst bei leichten Erkältungen auf intensive Trainingseinheiten zu verzichten – die Myokarditis. Bei dieser Erkrankung entzündet sich der Herzmuskel und kann nicht mehr seine gewohnte Leistung erbringen. Wird die Krankheit ignoriert und bleibt unbehandelt, können schwerwiegende Komplikationen wie Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder sogar der plötzliche Herztod auftreten. Wenn Sie die folgenden Symptome an sich feststellen, sollten Sie daher sofort einen Arzt aufsuchen.

Symptome: Typische Anzeichen der Myokarditis

Erkrankungen des Herzmuskels äußern sich meist durch ungewohnte Erschöpfung im Alltag sowie beim Sport, da das Herz nicht mehr seine eigentliche Pumpleistung erbringen kann und weniger Sauerstoff zu den Muskeln und anderen Körperregionen transportiert wird. Sollten Sie an sich selbst ungewöhnliche Erschöpfung nach Ihren Sporteinheiten oder im Alltag feststellen, zögern Sie nicht, Ihren Hausarzt oder einen Kardiologen aufzusuchen. Eine Myokarditis sollte in keinem Fall unterschätzt werden! Die folgenden Symptome können Anzeichen für eine Myokarditis sein:

  • Einbruch der sportlichen Leistungsfähigkeit,
  • schnelle Erschöpfung und geringe Belastbarkeit im Alltag,
  • schnelle Pulsanstiege bei geringen Belastungen,
  • Fieber,
  • Gelenkschmerzen,
  • Brustschmerzen.

Ursachen: Wie kommt es zur Herzmuskelentzündung?

Eine Entzündung der Herzmuskulatur tritt häufig infolge einer verschleppten Virusinfektion, zum Beispiel einem grippalen Infekt oder einem Magen-Darm-Virus auf. Treiben Betroffene weiterhin intensiven Sport und ignorieren die Zeichen ihres Körpers, kann sich der Infekt bis in das Herz ausbreiten und die Myokarditis auslösen. Andere, wenngleich seltenere, Ursachen sind bakterielle Infektionen, Parasitenbefall oder Autoimmunerkrankungen.

Herzmuskelentzündung nach Corona-Impfung: Zusammenhang wahrscheinlich

Nachdem in Israel bei jungen Männern von gehäuften Fällen einer Myokarditis nach der Corona-Impfung mit mRNA-Impfstoffen berichtet worden war, hat nun auch die amerikanische Gesundheitsbehörde (CDC) einen möglichen Zusammenhang zwischen der Impfung und einer Herzmuskelentzündung untersucht. Die CDC fand dabei heraus, dass besonders für junge Männer tatsächlich ein leicht erhöhtes Risiko besteht. Am häufigsten wurde die Impfnebenwirkung bei männlichen Geimpften unter 30 Jahren festgestellt. Laut CDC haben 12- bis 24-jährige Jungs und Männer ein zwischen 25- und 200-mal höheres Risiko, innerhalb einer Woche nach der zweiten Impfdosis eines mRNA-Impfstoffs an einer Myokarditis zu erkranken.

    So wird die Myokarditis behandelt

    Die Herzmuskelentzündung ist eine äußerst gefährliche Erkrankung, die das Herz stark belastet und zu Langzeitschäden führen kann. Daher fällt auch die Behandlung ziemlich drastisch aus: Mindestens ein halbes Jahr lang müssen sich betroffene Patienten schonen und dürfen keinen Sport treiben. Sonst könnte das Herz zusätzlichen Schaden nehmen oder sogar ganz versagen.

    Ist die Entzündung komplett ausgeheilt und gibt der Arzt das Okay, stehen regelmäßiges Ausdauer- und Krafttraining auf dem Plan. Neben einem Aufbau der Muskulatur muss vor allem die Ausdauer und die Pumpleistung des Herzens wiederhergestellt werden. Dafür eignen sich gleichmäßige Ausdauersportarten ohne intensive Leistungsspitzen. Während Bergläufe oder Sprints tabu sind, eignen sich moderate Belastungen wie lockeres Joggen oder das Training auf dem Crosstrainer oder Fahrrad besonders gut. In Deutschland gibt es zudem die anerkannten Herzsportgruppen, welche sich hervorragend zur Rehabilitation und Steigerung der Fitness nach überstandener Myokarditis eignen. Offizielle Herzsportgruppen werden immer von einem Arzt und einem qualifizierten Übungsleiter begleitet, um eine hohe Qualität und Sicherheit zu gewährleisten.

    Video: Herzmuskelentzündung nach Corona-Impfung: Studie zeigt erhöhtes Risiko für junge Männer

    Quellen: herzstiftung.de, ada.com

    Lade weitere Inhalte ...