23. Februar 2021
Hälfte der Corona-Infizierten haben keine Antikörper

RKI-Studie: Hälfte der Corona-Infizierten haben keine Antikörper

Wer eine Coronainfektion überstanden hat, hat nicht zwangsweise neutralisierende Antikörper, wie eine Studie des Robert-Koch-Instituts belegt hat. Woran das liegt und wie man trotzdem gegen eine erneute Erkrankung geschützt sein kann, lesen Sie hier. 

Wer an einer Coronainfektion erkrankt ist, bildet Antikörper gegen Covid-19. Diese sind allerdings nach einiger Zeit oft nicht mehr im Blut nachweisbar, wie eine Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) festgestellt hat. Das RKI hatte zu Beginn der zweiten Infektionswelle zwischen dem 17. November und 5. Dezember 2020 die Daten von 2.287 Personen aus Berlin-Mitte im Rahmen einer repräsentativen Zufallsstichprobe analysiert. Die Teilnehmer wurden unter anderem gefragt, ob sie zuvor positiv auf Corona getestet wurden. Zudem wurde ein Rachenabstrich durchgeführt und eine Blutprobe entnommen. 

Nach Corona: Knapp die Hälfte der Personen hat keine Antikörper

Demnach waren rund bei der Hälfte (48 Prozent) der Erwachsenen, die nach eigenen Angaben vor der Studie positiv auf Corona getestet wurden, keine sogenannten neutralisierenden Antikörper nachweisbar. Allerdings bedeute dies nicht, dass bei diesen Personen keine Immunität gegen das Coronavirus bestehe, so das RKI. Es gebe andere Schutzmechanismen des Körpers wie T-Zellen, die coronainfizierte Zellen töten können oder B-Zellen, die zur Antikörper-Produktion dienen. Diese sogenannten Gedächtniszellen können bei einer erneuten Infektion aktiviert werden und den Erreger bekämpfen. Es sei zudem nicht ungewöhnlich, dass der Antikörperschutz bei Coronaviren schneller erlösche als bei anderen Viren, erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler im Gespräch mit dem Ärzteblatt. Das Ergebnis spreche einmal mehr für eine Impfung, so Wieler.

Studie belegt: höhere Dunkelziffer bei Coronainfektion

Die Studie gab ebenfalls interessante Aufschlüsse zur Dunkelziffer der Erkrankungen. Bei rund einem Prozent der Teilnehmer konnten durch die Rachenabstriche akute Coronainfektionen nachgewiesen werden. Diese Zahl belegt eine leichte Untererfassung der Ansteckung zu diesem Zeitpunkt. Die Studie zeigt, dass 2,2-mal mehr akute Infektionen nachgewiesen worden, als die offiziellen Meldezahlen damals angaben.

Neben Berlin wurde das Monitoring noch in Bad Feilnbach, Kupferzell und Straubing durchgeführt. 

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