Richtig Zähneputzen Die 5 häufigsten Fehler beim Zähneputzen

Richtig Zähneputzen? Machen wir doch tagein, tagaus, seit Kindertagen. Zahnschmerzen, Karies oder andere Beschwerden trotz regelmäßigem Zähneputzen sind aber keine Seltenheit – denn tatsächlich kann man dabei so einiges falsch machen. Wir verraten Ihnen die fünf häufigsten Fehler bei der Zahnpflege.

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Alte oder falsche Zahnbürste verwenden

Die Deutschen verbrauchen im Schnitt gerade einmal circa zwei Zahnbürsten pro Jahr. Das ist viel zu wenig! Spätestens alle drei Monate sollte die Bürste laut Zahnärzten gewechselt werden. Wer zu lange mit ein und derselben Zahnbürste putzt, riskiert ein Ansiedeln von Bakterien und Pilzen in den Borsten. Außerdem lässt die Putzkraft nach, wenn die Bürste abgenutzt ist und die Borsten zur Seite stehen. Spätestens das ist das eindeutige Zeichen für einen Wechsel!
Übrigens: Nach Erkrankungen wie Erkältungen oder grippalen Infekten, aber auch bei abgeheiltem Herpes sollte die Zahnbürste IMMER erneuert werden! Die Erreger sind hartnäckig und vermehren sich im feuchten Badezimmerklima sehr gut.

Auch die Art der Zahnbürste spielt eine große Rolle. Viele Menschen denken, dass harte Borsten besser putzen. Zwar stimmt es, dass ein höherer Härtegrad den Bakterienbelag auf den Zähnen besonders gut entfernt – Zahnschmelz und Zahnfleisch werden hier aber besonders leicht verletzt und sie können sich auf Dauer irreparabel zurückbilden. Greifen Sie im Zweifel lieber zu einer weichen Bürste.

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Putzhäufigkeit

Wir geben es zu: Meistens müssen wir uns zum Zähneputzen aufraffen. Vermutlich entspricht das Zeitgefühl während des Putzens dann erst recht nicht gerade der Realität. Doch eine gründliche Reinigung von mindestens zwei Minuten ist von Zahnärzten dringend empfohlen! Besser sind sogar drei oder vier Minuten. Um diese wirklich einzuhalten, hilft es, sich eine Sanduhr oder einen Wecker zu stellen. So bekommen Sie ein korrektes Gefühl für die richtige Putzdauer.

Außerdem reicht es nicht, einmal pro Tag alle Essensreste zu entfernen. Mindestens zweimal täglich sollten die Zähne gewissenhaft geputzt werden. Ist das mal nicht möglich, kauen Sie ein antibakterielles, zuckerfreies Kaugummi.

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Direkt nach dem Essen putzen

Hierbei handelt es sich um einen weit verbreiteten Irrglauben. Zahnärzte wissen heute: Das direkte Zähneputzen nach dem Essen kann bei einigen Lebensmitteln sogar zahnschädigend sein. Einige Lebensmittel enthalten nämlich Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. In Kombination mit Zahnpasta kann sich dieser Effekt verstärken und so die Schutzschicht abgerieben werden.

Putzen Sie Morgens am besten vor dem Essen die Zähne und warten Sie nach den anderen Mahlzeiten mindestens eine halbe Stunde.

Falsche Putztechnik

In der Grundschule haben wir es mal so gelernt, deshalb putzen viele Menschen ihre Zähne mit kreisenden Bewegungen. Mittlerweile hat sich jedoch eine gesündere Zahnputz-Technik durchgesetzt: Fegende Bewegungen. Fegen Sie mit der Zahnbürste von Rot nach weiß über die Zähne, um den Zahnbelag optimal zu entfernen und das Zahnfleisch dabei nicht zu verletzen. Kreisende Bewegungen verlagern Bakterien häufig unter den Rand des Zahnfleisches und schieben dieses außerdem zurück, was auf Dauer irreparabel sein kann.

Achtung: Zu starkes Aufdrücken ist ebenfalls ein weit verbreiteter Zahnpflegefehler. Damit richten Sie mehr Schaden an, als Sie reinigen. Im Extremfall kann so der Zahnschmelz abgetragen und das Zahnfleisch zurückgeschoben werden.

Zunge und Zahnzwischenräume vergessen

Mit der Zahnbürste erwischen wir nur etwa 60 bis 70 Prozent der Schmutzbeläge. Der Rest sitzt zwischen den Zähnen und auch auf der Zunge befinden sich eine Menge Bakterien. Die Zahnpflege ist mit dem einfachen Putzen also noch längst nicht abgeschlossen. Mindestens einmal täglich sollten Sie zur Zahnseide greifen und die Zahnzwischenräume gründlich säubern.
Die Zunge können Sie  mit einem speziellen Zungenschaber reinigen, der täglich nach dem Zähneputzen angewendet werden sollte. Alternativ können Sie auch mit einer weichen Zahnbürste sanft über die Zunge gehen.

Datum: 23.06.2020
Autor: Silva Oldenburg