Lippenbekenntnisse Wer küsst wen?

Fürs Herz. Für die Seele. Und für die Zähne. Wie die zärtlichsten Lippenbekenntnisse uns immer wieder zum Strahlen bringen.

Ein Liebespaar küsst sich und hat ein Eis in der Hand

Damit leisten wir nicht nur einen wichtigen Beitrag für unsere Zahngesundheit, sondern auch für die Beziehung. Bei einer Emnid-Studie gaben 54 Prozent der Befragten an, keine Partnerscha mit jemandem einzugehen, der erkennbar wenig Wert auf Mundhygiene legt. Und nun raten Sie mal, woran das liegt? Genau: Weil Küsse einfach das Sahnehäubchen einer Beziehung sind. Normalerweise. Wenn da kein Mundgeruch stört.

Dabei kommt von Knoblauch, Zwiebeln, Alkohol gar nicht der fieseste Duft . Schlimmer empfinden wir flüchtige Schwefelverbindungen, die entstehen, weil im Mund bis zu 500 Bakterienarten leben, von denen 80 zu unangenehmen Stinkern werden können – sofern die Mundhygiene nicht stimmt. Im Grunde geht es nur um etwa sechs Minuten am Tag. Zweimal zwei Minuten Zähneputzen, abends noch zwei Minuten für die Zahnzwischenräume und die Zunge – das genügt schon. Zusätzlich empfiehlt sich ein- bis zweimal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung. Und sich zahngesund zu ernähren: Eine vollwertige Ernährung mit naturbelassenen, basischen Lebensmitteln  ohne viel Zucker und ohne industriell gefertigte Produkte mit künstlichen Zusätzen.

Küssen ist freiwillig

Gesunde, gepflegte Zähne sind nicht nur wichtig für unsere Gesundheit. Sie animieren auch zur schönsten Liebesbekundung überhaupt. Denn Küssen ist kein Trieb. Wir müssen das nicht. Wir wollen es. Und äußern damit ein sehr bewusstes, intimes Kompliment. Immer wieder. Soll doch der österreichische Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt weiter bei seiner gefühlsfreien Theorie bleiben, der Kuss sei lediglich das, was vom gegenseitigen Mund-zu-Mund-Füttern übrig blieb – tatsächlich küssen auch Orang-Utans oder Schimpansen mit der Zunge. Und Sigmund Freuds psychoanalytische Idee vom Bedürfnis, das Saugen an der Mutterbrust immer und immer wieder zu imitieren, klingt ebenfalls nicht nach dem, was wir beim Küssen empfinden: Vertrauen, Begehren, Geborgenheit. „Gäbe es für den Kuss verhaltensbiologische Erklärungen, würde ja die ganze Menschheit küssen. Tut sie aber nicht. 

Bis etwa 1950 hat nur der Okzident geküsst. Ungefähr zehn Prozent der Weltbevölkerung macht es bis heute nicht“, erklärt der französische Philosoph Alexandre Lacroix, der dem Thema sein Buch „Kleiner Versuch über das Küssen“ (Matthes & Seitz Berlin, 175 S., 16,90 Euro) gewidmet hat. Und zwar nachdem er bemerkte, dass seine Frau den Kuss als Liebesbarometer empfand. „Ich habe einsehen müssen, dass es der Anfang vom Ende einer Beziehung ist, wenn man das Küssen vergisst.“

Autor: Manu Schmickler

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