Tipps für schöne Zähne Schallzahnbürsten, Mundduschen und Co.

Auf den Zahn gefühlt! Damit Sie beherzt zubeißen und ein strahlendes Lächeln verschenken können: vital-Experten beantworten die wichtigsten Fragen zur Zahnpflege

Tipps zur richtigen Zahnpflege

Die Munddusche scheint etwas aus der Mode gekommen. Zu Unrecht?

„Mundduschen können lediglich bereits angelöste Zahnbeläge beseitigen. Gegen hartnäckige Plaque ist der Wasserstrahl machtlos. Deshalb eignen sie sich nicht als alleiniges Zahnputzmittel; sie sollten immer nur zusätzlich angewendet werden. Aber eine Munddusche kann den Mundinnenraum erfrischen, das Zahnfleisch massieren und so die Durchblutung fördern. Zudem befreit sie Zahnbett und Zahnfleisch von Keimen und beugt so Entzündungen vor. Träger von Zahnspangen und Zahnersatz profitieren von der Munddusche besonders, weil sie lästige Speisereste aus den schwer zugänglichen Stellen spült.“

Dr. Mirela-Oana Nilius, Zahnärztin, Spezialistin für Zahnästhetik (www.niliusklinik.de)

Was ist das Besondere an Schallzahnbürsten?

„Im Gegensatz zu den rotierenden Bewegungen der bekannten elektrischen Zahnbürste sendet die Schallzahnbürste Schwingungen aus, etwa 30 000–40 000 pro Minute. Das verursacht ein lauteres Geräusch, Anwender spüren ein Dröhnen oder Kitzeln. Halten Sie die Bürste einfach für 4–6 Sekunden an jeden Zahn, sie putzt ohne Druck und ohne zu schrubben. Wenn Sie zu fest andrücken, hört das Gerät auf zu schwingen, das schließt Anwendefehler praktisch aus. Die Schallzahnbürste eignet sich besonders bei sensiblem Zahnfleisch, bei eingeschränkter Motorik und zur Pflege von Implantaten. Schon auf dem Markt ist die nächste Generation: borstenlose Ultraschallzahnbürsten, bei denen überhaupt kein direkter mechanischer Reiz entsteht. Diese schonendste Variante verwandelt die Zahncreme zu Mikrobläschen, die im Platzen Beläge lösen.“

Michael Schaaf, Zahnarzt in Hamburg

Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Füllungsmaterialien?

„Kompositfüllungen aus Keramik-, Glas- und Quarzpartikeln werden im weichen Zustand direkt in den Zahn eingebracht, was kein vorheriges Anpassen im Labor erfordert. Die Kunststofffüllungen fallen im Gebiss kaum auf. Das Material härtet unter Speziallicht aus, wobei es schrumpft. Daher können in seltenen Fällen kleinste Lücken und folglich Karies entstehen. Gold- und Keramikinlays sind teurer. Das langlebige Gold ist gut verträglich, fällt aber auf. Keramikfüllungen halten kürzer, lassen sich aber kaum von echten Zähnen unterscheiden. Bei Amalgam herrscht Uneinigkeit: Es enthält Quecksilber, doch die Menge liegt weit unter den als gefährlich eingestuften Werten. Für Amalgam spricht die Haltbarkeit, und es wird als einzige Füllung von der gesetzlichen Kasse bezahlt.“

Dr. med. dent. Alexander Ilbag, Mitinhaber der Salierpraxis in Düsseldorf und Kempen

Ist das Reinigen der Zahnzwischenräume wirklich so wichtig?

„Die Zahnbürste allein erreicht die Zwischenräume nicht ausreichend. Deshalb gehört das Reinigen mit Zahnseide und Interdentalbürste zur täglichen Zahnpflege. Die Bürstchen empfehle ich bei größeren Zwischenräumen, für enge Bereiche eignet sich Zahnseide. Gewachst, ungewachst, ein- oder mehrfädig – das hängt von der eigenen Vorliebe ab. Einfach an beiden Seiten des Zahns jeweils ein paar-mal auf- und abziehen. Anfangs können kleine Verletzungen am Zahnfleisch auftreten, der schonende Umgang findet sich aber schnell mit etwas Übung. Ich erkläre meinen Patienten die Handhabung und kann dabei Gewohnheiten und Zustand der Zähne berücksichtigen.“

Dr. med. dent. Marc Hansen, Zahnarzt in Dortmund und Gutachter der Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Implantologie