Gesunde Zähne Abschluss einer Zahnzusatzversicherung: Das müssen Sie wissen

Zahnzusatzversicherungen sind im Ernstfall eine praktische Sache, da die gesetzlichen Krankenkassen gerade bei umfangreichen Behandlungen oftmals nur einen geringen Fixbetrag zahlen. Benötigt der Patient beispielsweise ein Implantat, eine Wurzelbehandlung oder umfassendere kieferorthopädische Leistungen, sind die damit verbundenen hohen Kosten zum Großteil selbst zu zahlen. Die folgenden Zeilen verraten, in welchen Fällen eine Zahnzusatzversicherung zahlt, wer sie wann abschließen sollte und worauf dabei zu achten ist.

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Was ist eine Zahnzusatzversicherung und in welchen Fällen zahlt sie?

Eine Zahnzusatzversicherung brauche ich nicht – so oder so ähnlich lautet der Glaubenssatz, den viele junge Menschen häufig verinnerlicht haben. Und das, obwohl gute Policen für einen vergleichsweise geringen monatlichen Betrag im Ernstfall leisten und den Versicherungsnehmer u.U. mehrere tausend Euro sparen lassen. 

Doch was ist überhaupt eine solche Police und bei welchen Anwendungsfällen kommt sie zum Tragen? Eine Zahnzusatzversicherung ist eine private Krankenzusatzversicherung, die immer dann einspringt, wenn die gesetzliche Krankenkasse eine bestimmte Behandlung nicht oder nicht komplett übernimmt. 

Es gibt vier Bereiche, in denen Zahlungen geleistet werden: 

  1. Zahnbehandlungen
  2. Zahnprophylaxe 
  3. Zahnersatz
  4. Kieferorthopädie 

Wie unterscheiden sich die Versicherungen und wie findet man die richtige?

Essenziell ist, dass sich Patienten so früh wie möglich um eine adäquate Zahnzusatzversicherung kümmern. Dies ist u.a. dadurch zu begründen, dass Tarife für ältere Menschen aufgrund des höheren „Zahlungsrisikos“ teurer sind. Außerdem ist das Risiko für eine Kontraktverweigerung geringer, da gängigerweise ein Gesundheitscheck stattfindet und der Versicherungsnehmer zu Vorerkrankungen wahrheitsgemäße Angaben machen muss. 

Da der Markt für entsprechende Policen riesig ist, empfiehlt es sich, einen Vergleich für Zahnzusatzversicherungen zurate zu ziehen. So gibt es z.B. auf jedes Alter unterschiedlich abgestimmte Tarife. Bis 29 Jahre alte Versicherungsnehmer sollten demzufolge andere Angebote präferieren, als 30- bis 39-Jährige oder über 40 Jahre alte Menschen. 

Ein relevanter Stolperstein bei Zahnzusatzversicherungen ist die Wartezeit. Viele Policen leisten erst ab einer Zeitspanne von drei bis acht Monaten nach Abschluss des Vertrages. Behandlungen, die schon vor Versicherungsbeginn geplant waren, sind von der Kostenübernahme in der Regel gänzlich ausgeschlossen. Auf der anderen Seite gibt es ebenfalls Tarife ohne Wartezeit oder Versicherungsgesellschaften, die keine Gesundheitsfragen stellen. 

Weitere Unterschiede gibt es je nach Preis. Günstige Tarife übernehmen häufig nur geringe Kosten oder exkludieren Bereiche wie die wichtige Prophylaxe oder zahnerhaltende Maßnahmen komplett. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen gibt diesbezüglich Auskunft. 

Die Regel ist, dass die gesetzliche Versicherung z.B. beim Zahnersatz nur 50% der Regelversorgung an Kosten übernimmt. Wird ein Bonusheft für fünf Jahre lückenlos geführt, erhöht sich der Betrag zwar auf 60%. Allerdings ist damit noch immer nicht die Optimalversorgung sichergestellt, die in einer hochwertigen Keramik-Brücke oder einem Implantat für mehrere tausend Euro bestehen kann. 

Auch bei der Wurzelbehandlung können sich fiese Kostenfallen verbergen. Die GKV zahlt zwar entsprechende Maßnahmen, allerdings nur dann, wenn der Zahn erhaltungswürdig ist. Da das bei Endzähnen häufig nicht der Fall ist, müsste der Patient hier ohne zusätzliche Versicherung die Kosten selbst tragen.

Welche Kosten entstehen und was für Fallstricke gibt es bei diesen Policen?

Wie teuer Versicherungen mit identischen Leistungsumfängen sind, ist u.a. von dem Alter des Patienten, seinen Vorerkrankungen und vom allgemeinen Zahnzustand abhängig. Generell lässt ich sagen, dass gute Tarife für eine 30 Jahre alte Durchschnittsperson bereits ab zehn Euro im Monat verfügbar sind. 

Dementsprechend teurer sind Tarife ohne Wartezeit oder solche, die auf Gesundheitsfragen verzichten. In jedem Fall Abstand nehmen sollten angehende Versicherte davon, bei den vorab gestellten Fragen der Versicherungsgesellschaft nicht wahrheitsgemäße Angaben zu machen, da hierin eine vorvertragliche Pflichtverletzung zu erblicken ist, die die Versicherungsgesellschaft im Zweifel dazu berechtigt, die Zahlung zu verweigern. 

Wichtig ist außerdem, dass Versicherte über das Kostenerstattungsverfahren Bescheid wissen. Dabei sieht der gewöhnliche Ablauf so aus, dass der Patient zunächst den Zahnarzt besucht, im Anschluss den überreichten Heil- und Kostenplan bei seinem Versicherer einreicht und dadurch erfährt, ob und wenn ja wie viel erstattet wird. Danach kann die eigentliche Behandlung beginnen. Nach dem Abschluss wird die ausgestellte Rechnung schließlich bei der Versicherung eingereicht, woraufhin eine Auszahlung an den Versicherungsnehmer als Vertragspartner erfolgt. 

Datum: 28.02.2020

Autor: Karin Dunkel