Geeignete Lebensmittel bei Psoriasis Gesunde Ernährung bei Schuppenflechte

In Deutschland leiden mehr als zwei Millionen Menschen an Psoriasis, der sogenannten Schuppenflechte. Die chronische Hautkrankheit ist mit modernen Medikamenten mittlerweile gut behandelbar. Eine gesunde Ernährung ist wichtig, um den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen. Wir erklären, worauf es dabei ankommt.

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Warum eine antientzündliche Ernährung bei Schuppenflechte wichtig ist

Menschen mit einer Schuppenflechte leiden unter einer anhaltenden Entzündung im Körper. Genau hier setzt die antientzündliche Ernährung an: Lebensmittel, die das Entzündungsgeschehen im Körper fördern, sollten eher selten auf dem Speiseplan stehen. Dazu gehören beispielsweise fettreiches Schweinefleisch, Wurst und Schweineschmalz. Sie enthalten größere Mengen an Arachidonsäure. Aus dieser Omega-6-Fettsäure stellt der Körper Botenstoffe her, die Entzündungen im Körper begünstigen.
 
Von einer ausgewogenen und antientzündlichen Ernährung profitiert bei Schuppenflechte nicht nur die Haut. „Viele wissen nicht, dass Schuppenflechte nicht nur die Haut, sondern auch die Gelenke und die Gefäße betrifft“, sagt Professor Alexander Kreuter, Chefarzt der Dermatologie an der Helios St. Elisabeth Klinik in Oberhausen. „Außerdem haben Betroffene ein deutlich erhöhtes Risiko, zusätzlich am sogenannten Metabolischen Syndrom zu erkranken. Das ist die Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, Insulinresistenz und vor allem einer Fettstoffwechselstörung. Mit der Auswahl der richtigen Lebensmittel können Psoriatiker viel dazu beitragen, ihr Risiko deutlich zu senken.“

Bluthochdruck und erhöhte Blutfette sind weitverbreitet

Ein internationales Forscherteam konnte im Rahmen der IPART-Studie zeigen, wie weitverbreitet die Risikofaktoren für das Metabolische Syndrom unter Menschen mit Psoriasis sind: Von über 2.200 untersuchten Patienten hatten fast die Hälfte einen Bluthochdruck (45 Prozent) oder zu hohe Blutfettwerte (49 Prozent). Die gute Nachricht: Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung können Patienten diesen Risikofaktoren etwas entgegensetzen und ihre Lebensqualität langfristig erhalten.
Eine solche Ernährung umfasst beispielsweise viel frisches Gemüse und Obst, insbesondere Sorten, die reich an Polyphenolen sind. „Diese Stoffe sind in der Lage, freie Radikale im Blut abzufangen und so die Gefäße zu schützen“, sagt Alexander Kreuter. „Zuhauf stecken sie in allen Beerenfrüchten sowie auch in Aprikosen und Weintrauben.“ Ebenfalls empfehlenswert sind fetthaltige Fische wie Makrele, Hering oder Lachs. Sie sind reich an Omega-3-Fettsäuren und können das Entzündungsgeschehen im Körper dämpfen. Experten raten außerdem, öfter auf pflanzliche Fette wie Walnuss-, Leinsamen- und Rapsöl zu setzen. „Die darin enthaltenen mehrfach und einfach ungesättigten Fettsäuren können sich positiv auf das Hautbild auswirken und bieten zudem einen effektiven Gefäßschutz“, so Professor Kreuter.

Übergewicht beeinflusst die Therapie

Menschen mit Schuppenflechte sollten neben einer gesunden Ernährung auch auf ein gesundes Körpergewicht achten, denn Übergewicht kann die Wirkung einiger Medikamente beeinträchtigen: „Die heute bei Schuppenflechte zum Einsatz kommenden Biologika müssen höher dosiert werden, um die nötigen Wirkspiegel zu erreichen“, sagt Professor Kreuter. „Von daher ist es mehr als sinnvoll, mit cleverer Ernährung und einem Plus an sportlicher Bewegung sein Gewicht zu reduzieren. Das verbessert das Hautbild deutlich und schützt so auch vor Langzeitschäden durch die Schuppenflechte.“
 
Quelle:
Eder L, Harvey P, Chandran V, et al. Gaps in Diagnosis and Treatment of Cardiovascular Risk Factors in Patients with Psoriatic Disease: An International Multicenter Study. J Rheumatol. 2018;45(3):378-384. doi:10.3899/jrheum.170379
 
Datum: 28.09.2020