Gesunde Augen: Niemals mit Kontaktlinsen schwimmen

Gesunde Augen: Darum sollten Sie Kontaktlinsen NIE im Wasser tragen

Kontaktlinsentragende sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an langwierigen und schmerzhaften Augenhornhautinfektionen zu erkranken. Was Sie bei der Badesaison und in Freibädern unbedingt beachten sollten, erfahren Sie hier.

Badesaison eröffnet: Achtung vor Krankheitserregern

Endlich ist es wieder Zeit, das schöne Wetter ausgiebig an Pools und in Freibädern zu genießen. Sonnenschein und hohe Temperaturen ziehen uns förmlich an die frische Luft. Und was gibt es Schöneres, als mit der Familie und Freunden einen Wohlfühltag im Freibad zu verbringen? Doch ganz unbeschwert und unvorbereitet sollten Sie nicht baden, schwimmen und am Ufer plantschen. In stehenden Gewässern wie Badeseen und Pools tummeln sich immer auch Keime, Parasiten und sonstige Krankheitserreger. Zerkarien etwa sorgen jedes Jahr wieder für die unangenehme Badedermatitis. Bakterien in Gewässern und Pools können Magen-Darm-Beschwerden auslösen, wenn das Badewasser verschluckt wird.

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In letzter Zeit treten aber vor allem auch Akanthamöben in unrühmliche Erscheinung. Akanthamöben sind Einzeller, die besonders widerstandsfähig sind und überall auf der Erde vorkommen. Die kleinen Amöben halten sich gern in schlammiger Ufernähe und Gewässerrändern auf. Schlecht gereinigte Pools oder abgestandene Seen sind Tummelplätze für die Einzeller, die viele verschiedene Bakterien und Viren beherbergen und auf den Menschen übertragen können.

Kontaktlinsen im Freibad: Risiko für Hornhautentzündung

Da Akanthamöben fast überall auf der Welt vorkommen und auch in der unmittelbaren häuslichen Umgebung der Menschen regelmäßig auftreten, lernt das menschliche Immunsystem bereits frühzeitig, mit den potenziell krankheitserregenden Bakterienüberträgern umzugehen. Wer Kontaktlinsen trägt, hat allerdings ein vielfach erhöhtes Risiko, an einer durch die Amöben ausgelösten Augenhornhautinfektion zu erkranken. Kontaktlinsen nämlich verursachen mikroskopische Verletzungen und Läsionen auf der Hornhaut des Auges. Über diese kleinen Hornhautschädigungen können Akanthamöben tief in die Augenhornhaut eindringen und dort Infektionen auslösen, die nur schwer therapierbar sind. Diese Art der Hornhautentzündung wird als Amöbenkeratits bezeichnet. Der Zusammenhang zwischen Kontaktlinsen und dem Risiko einer Infektion ist dabei eindeutig: 88 Prozent der Betroffenen einer Amöbenkeratitis sind Kontaktlinsentragende. Da die Keratitis so schwer zu behandeln ist, forscht das Fraunhofer-Institut seit einiger Zeit an speziellen keimtötenden Kontaktlinsen, die Amöben, Bakterien und Viren direkt bei Kontakt bekämpfen können.

Symptome der Amöbenkeratitis

Hornhautentzündungen verlaufen mitunter sehr individuell. Mit einer Keratitis werden sehr viele Symptome verbunden, die bei Betroffenen in verschiedenen Konstellationen auftreten können. Die häufigsten Anzeichen einer Amöbenkeratitis sind aber:

  • Fremdkörpergefühl im Auge
  • Rötungen des Auges
  • Augenschmerzen (zunehmend im Krankheitsverlauf)
  • krampfartiger Lidverschluss
  • Verfärbung und Trübung der obersten Hornhautschicht
  • Tränende Augen
  • visuelle Beeinträchtigungen

Unbehandelt kann die Amöbenkeratitis sogar zur kompletten Erblindung führen. Bemerken Sie als Kontaktlinsenträger oder -trägerin daher Beschwerden an Ihren Augen, suchen Sie immer Ihren behandelnden Augenarzt oder Augenärztin auf. Wird eine Amöbenkeratitis frühzeitig erkannt, kann mit geeigneten antibiotischen Medikamenten eine Behandlung eingeleitet werden. Die Behandlung dauert zwar verhältnismäßig lang und kann sich über Monate hinziehen, ist aber bei frühzeitiger Diagnose in der Regel erfolgreich.

Im Video: Alles, was Sie über die Amöbenkeratitis wissen müssen

Tipps für Kontaktlinsentragende

  • Linsen raus beim Baden: Wer die warme Jahreszeit an Pools und in Freibädern verbringen möchte, sollte für den Badeausflug lieber auf die Brille zurückgreifen und die Kontaktlinsen zu Hause lassen. Spätestens vor dem Baden müssen die Linsen unbedingt herausgenommen werden. Wer mit den Linsen schwimmt und Wasser in die Augen bekommt, riskiert die Infektion mit Akanthamöben. Die kleinen Parasiten finden dann unter den Kontaktlinsen beste Bedingungen, sich ungestört zu versammeln und in kleinen Hornhautverletzungen unter den Haftschalen Entzündungen auszulösen.
  • Hände waschen: Vor dem Einsetzen der Kontaktlinsen oder dem Herausnehmen, sollten Sie immer Ihre Hände und Finger desinfizieren. Haben Sie kein Desinfektionsmittel parat, können Sie auch gründlich die Hände mit Seife waschen. Berühren Sie die Kontaktlinsen und Ihre Augen nie mit ungewaschenen Fingern, da Krankheitserreger und Keime so direkt auf die Augenhornhaut übertragen werden können.
  • Kontaktlinsen-Hygiene: Die richtige und regelmäßige Reinigung Ihres Kontaklinsenzubehörs ist enorm wichtig für die Augengesundheit. Säubern und desinfizieren Sie die Behälter für Ihre Kontaktlinsen regelmäßig. Sind die Aufbewahrungsbehälter täglich im Einsatz – etwa bei Tageslinsen – sollten Sie die Plastikbehälter oft komplett wechseln. Reinigen Sie Ihre Kontaktlinsen auch niemals mit Leitungswasser. Akanthamöben können mitunter auch im Leitungswasser vorkommen oder sich an den verkalkten Wasserhahnauslässen sammeln. Sie sollten zur Reinigung und Aufbewahrung ausschließlich destilliertes Wasser verwenden.

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