28. September 2010
Unsere Experten verraten die besten Methoden für eine gesunde Wirbelsäule

Unsere Experten verraten die besten Methoden für eine gesunde Wirbelsäule

Schluss mit dem Ziehen im Kreuz! Von Chirurgie bis Yoga – exklusiv in VITAL erklären die besten Fachleute, wie Bandscheiben, Wirbelsäule und Muskeln fit bleiben.

Gesunder Rücken
© jalag-syndication.de
Gesunder Rücken

Deutschland ist Europameister! Nicht im Fußball, sondern beim Rückenschmerz. 70 Prozent der Bundesbürger leiden jedes Jahr darunter, bei 15 Millionen ist er chronisch. Das ergab kürzlich eine Umfrage der Europäischen Chiropraktiker Union in England. Jeder zweite Arztbesuch und jede dritte Krankschreibung gehen hierzulande auf das quälende Ziehen im Kreuz zurück. Das verursacht jährlich Kosten von 50 Milliarden Euro, so das Helmholtz Zentrum in München.

Ein Vermögen. Aber ist es gut angelegt? Eher nicht. Zum Beispiel nehmen teure Eingriffe an den Bandscheiben oder der Lendenwirbelsäule seit Jahren zu. „Das liegt zum Teil daran, dass wir mehr ältere Patienten haben“, so Dr. Reinhard Schneiderhan, 49, Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga in München. „Fakt ist aber auch: Es wird zu oft und zu schnell operiert.“ Also: Geld verschwendet. Prof. Gerd Glaeske, 64, Gesundheitsökonom der Universität Bremen, geht noch weiter: „Es gibt kein umfassendes Versorgungskonzept für Menschen mit chronischen Rückenschmerzen“, kritisiert er.

Höchste Zeit, das zu ändern! VITAL fragte zehn Experten unterschiedlicher Fachgebiete, was zu so einem Konzept gehören würde. Was lindert Rückenschmerzen am besten? Wie beugt man vor? So könnt ihr euch heute schon die besten Therapien für euren Rücken zusammenstellen!

Chinesische Zeichen
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Chinesische Zeichen
Gesunder Rücken
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Häufig vom Schmerz betroffen:   Vor allem Nacken, an den Schultern un der Lendenwirbelsäule schmerzt es häufig  

DER TCM-ARZT

Prof. Henry J. Greten, Präsident der Deutschen Gesellschaft für traditionelle chinesische Medizin, DGTCM, in Heidelberg

Die traditionelle chinesische Medizin unterscheidet drei Formen von Rückenschmerzen. Die erste könnte man als heimliches unsichtbares Zähnefletschen beschreiben. Die Rückenmuskeln, die wir nicht komplett willentlich steuern können, reagieren so auf andauernd unterdrückte negative Gefühle, zum Beispiel Zorn. Bei der zweiten, der Kälte-Form, machen sich alte Verletzungen bemerkbar, die teilweise schon Jahre zurückliegen. Das können Sportverletzungen sein oder Überbeanspruchungen wie etwa zu schweres Heben. Die dritte, die Zugluft-Form, entsteht, wenn kühle Luftströmungen auf der Haut unterbewusste Wendebewegungen auslösen. Bei uns nennt man das Hexenschuss oder steifer Hals. Jede Form wird in der TCM anders behandelt. Auch die Gesamtkonstitution des Patienten spielt immer eine Rolle. Sehr wirksam sind Tuina- Massagen und Akupunktur. Spezielle Kräuter-Abkochungen unterstützen zusätzlich. Vorbeugen kann man mit Qigong. Das hilft, sich selbst und seinen Körper wieder mehr zu spüren. Wer Rückenschmerzen hat oder dazu neigt, sollte außerdem die „P-und-S-Regel“ befolgen: morgens Porridge mit Haferflocken, Früchten und etwas Sahne, abends eine frische Suppe, z.B. selbst gekochte Hühnerbrühe. Das stärkt das Bindegewebe.

FAZIT: Tuina-Massagen und Akupunktur helfen. Qigong und TCMErnährung beugen gezielt vor.

Test Psychotherapeut
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Test Psychotherapeut
Gesunder Rücken
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Erschreckende Zahlen:   15 Mio. Deutschke haben Rückenschmerzen 65% davon sind Frauen Rückenschmerzen verursachen 50 MRD. Euro Kosten pro Jahr   ... doch mit einer geeigneten Therapie können viele das Etikett "Rückenpatient" loswerden

DIE PSYCHOLOGIN

Dipl.-Psych. Julia Scharnhorst, Gesundheitswissenschaftlerin aus Hamburg

Die Psyche spielt bei Rückenschmerzen eine entscheidende Rolle. Eine aktuelle englische Studie belegt das wieder: Sie zeigt, dass kognitive Verhaltenstherapie die Beschwerden deutlich lindert. Ein wichtiger Punkt ist Stress. Psychischer Druck von außen, wie schlechte Arbeitsbedingungen, und Druck von innen durch zu hohe Ansprüche bewirken nicht nur, dass der Körper verspannt, er wird auch schmerzempfindlicher. Tut der Rücken dann weh, und ich ziehe mich aus Angst vor mehr Schmerzen total zurück, nehme ich sie nur stärker wahr. Ein Teufelskreis! Wichtig ist daher, aktiv gegen Schmerzen vorzugehen, in Bewegung zu bleiben. Das beugt auch vor. Wer sich bewegt, baut Stress ab. Lernen Sie eine Entspannungsmethode, gönnen Sie sich Pausen und hinterfragen Sie sich: Muss alles perfekt sein? Wäre es wirklich schlimm, wenn es das mal nicht ist? So lässt der psychische Druck nach, und man achtet wieder mehr auf einen guten Freund: seinen Rücken!

FAZIT: Bewusster Stressabbau und ein aktiver Umgang mit Schmerz stärken den Rücken.

Stahlseil
© Gräfe und Unzer Verlag/ Fotograf Tom Roch
Stahlseil

DER PHYSIOTHERAPEUT

Günther Grasse, Leiter des Pro Health Instituts in München

Die Wirbelsäule ist nicht für langes Sitzen oder Stehen gemacht. Sie will bewegt werden. Sonst entsteht eine Dauermuskelspannung, kleinste Blutgefäße werden zusammengedrückt und die Gewebe nicht optimal versorgt. Das kann schon Schmerzen auslösen. Gehen Sie deshalb in jeder Mittagspause 15 Minuten spazieren. Das entlastet. Außerdem sollte man zweimal in der Woche Ausdauersport und einmal wöchentlich angeleitetes Krafttraining für den Rücken machen. Das erhöht die Belastbarkeit der Wirbelsäule, Überlastungen werden seltener. Entstehen trotzdem Schmerzen, kann Physiotherapie Verspannungen lösen. Sie beseitigt Fehlhaltungen und Blockaden. Neu bei Problemen mit den Bandscheiben ist die „SpineMED“- Methode, eine computergesteuerte sanfte Strecktherapie, die den Patienten oft eine OP erspart, allerdings noch keine Kassenleistung ist.

FAZIT: Mehr Bewegung im Alltag, Sport und Krafttraining steigern die Belastbarkeit des Rückens. Es kommt seltener zu Überlastungen.

Yoga gegen Hitze
© da-kuk/iStock
Yoga gegen Hitze

DER YOGALEHRER

Dr. Günter Niessen, zusätzlich Facharzt für Orthopädie in Berlin

Rückenschmerzen werden heute multimodal behandelt. Das heißt: Therapien auf verschiedenen Ebenen ergänzen sich. Yoga ist gewissermaßen so ein multimodales Behandlungskonzept. Einerseits wirkt es auf der körperlichen Ebene: Alle Gelenke und anderen Gewebe werden in vollem Umfang bewegt. Es kräftigt die Muskeln, optimiert die Stellung der Gelenke zueinander und verbessert die neuromuskuläre Koordination. Andererseits hat Yoga eine starke psychische Wirkung. Stress wird abgebaut, der Übende kommt zur Ruhe, nimmt seinen Körper intensiv wahr und erlebt sich als „selbstwirksam“, weil er aktiv zur Besserung seiner Beschwerden beiträgt. Yoga scheint auch die Schmerzfasern und unser Schmerzerleben direkt zu beeinflussen. Allerdings halte ich nichts von standardisierten Yoga- Rücken-Programmen. Es gibt nicht die fünf Übungen, die den Rücken stärken. Die Asanas sollten im Einzelunterricht von einem erfahrenen Yogalehrer individuell für den Patienten zusammengestellt werden. Dies vorausgesetzt, kann man trotz Rückenschmerzen weiter Yoga betreiben. Akute und chronische Beschwerden lassen sich so sehr gut behandeln. Allerdings müssen die Schmerzursache klar sein und das Programm entsprechend darauf zugeschnitten werden.

FAZIT: Individuell angepasste Yogaübungen helfen bei akuten und bei chronischen Schmerzen.

ADRESSEN & TIPPS

  • Aktion Gesunder Rücken, Postfach 103, 27443 Selsingen, Tel. 0 42 84/9 26 99 90, www.agr-ev.de.
  • Wirbelsäulenliga, Widenmayerstr. 29, 80538 München, Tel. 0 89/21 09 69 66, www.wirbelsaeulenliga.de
  • FPZ – Deutschland den Rücken stärken, Jakob-Kaiser-Str. 13, 50858 Köln, Tel. 02 21/ 58 98 07 70, www.fpz.de
  • Bundesverband der deutschen Rückenschulen (BdR), Postfach 1124, 30011 Hannover, Tel. 05 11/3 50 27 30, www.bdr-ev.de
  • Verband der Osteopathen Deutschland, Untere Albrechtstr. 15, 65185 Wiesbaden, Tel. 06 11/9 10 36 61, www.osteopathie.de
  • „Mein Rückenbuch“ von Prof. Dietrich Grönemeyer“, Goldmann Wilhelm-Verlag, 430 Seiten, 8,95 Euro
  • „Dein Rücken – Endlich schmerzfrei“ von Dr. Reinhard Schneiderhan, Klaus Oberbeil RÜCKENSCHMERZEN MÜSSEN Verlag, 264 Seiten, 19,90 Euro
Rückenschmerzen: Eingeklemmter Ischias
© South_agency/iStock
Rückenschmerzen: Eingeklemmter Ischias

DER ERGONOMIKER

Detlef Detjen, Pressesprecher „Aktion Gesunder Rücken“, AGR, in Selsingen

Es ist leider noch immer ein weitverbreiteter Irrtum, dass Bequemlichkeit und Rückenfreundlichkeit dasselbe sind. Tatsächlich kann ein Sofa im ersten Moment bequem und auf Dauer eine viel zu einseitige Belastung sein. Das summiert sich, wenn ich täglich darauf sitze. Und je mehr solcher Belastungen der Rücken ausgesetzt wird – im privaten Umfeld, bei der Arbeit –, desto früher entwickeln sich Schmerzen. Bestes Beispiel: das Bett. Oft werden hochwertige Matratzen gekauft, aber keine entsprechende Federung. Doch gerade auf die kommt es an! Ein punktelastisches System mit Flügelfedern kann sich dem Körper lebenslang anpassen – das schafft kein einfacher Lattenrost. Dazu kommt: Die Mehrheit von uns sitzt heute bei der Arbeit. Dieser Bewegungsmangel ist Gift für den Rücken. Mein Rat: Gestalten Sie Ihren Job so, dass Sie nur 50 Prozent der Zeit sitzen, 25 Prozent gehen und 25 Prozent stehen. Schicken Sie Kollegen keine Mails, laufen Sie hin. Rückenfreundliche Bürostühle und weitere entsprechende Produkte zeichnet die AGR mit einem Gütesiegel aus. Achten Sie beim Neukauf darauf! Wer am Tag aber nur zehn Minuten Auto fährt, braucht keinen ergonomischen Fahrersitz. Es kommt darauf an, rückenfreundliche Schwerpunkte zu setzen.

FAZIT: Rückenfeindliche Alltagsgegenstände gezielt ersetzen. Das AGR-Siegel hilft beim Neukauf.

Frau, Medikamente
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Frau, Medikamente

DIE APOTHEKERIN

Dr. Ursula Sellerberg, Pressesprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, ABDA, in Berlin

Ziel bei Rückenschmerzen sollte sein, Beschwerden so weit zu lindern, dass sich der Betroffene wieder bewegen kann. Sich zu schonen, macht es nur schlimmer. Mittel der Wahl bei leichten bis mittelschweren Rückenschmerzen ist Paracetamol – aber nicht mehr als 4000 Milligramm (mg) pro Tag, da es sonst zu Leberschäden kommen kann. Stillt Paracetamol die Schmerzen nicht, können Patienten auf ASS, Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen ausweichen. Bei Menschen mit empfindlichem Magen können diese Mittel allerdings Übelkeit und Bauchschmerzen verursachen. Fragen Sie in der Apotheke nach der jeweiligen Tageshöchstdosis und überschreiten Sie sie nicht. Grundsätzlich gilt: Schmerzmittel nicht öfter als an drei Tagen hintereinander und nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat einnehmen. Wärme kann Muskeln entspannen und Schmerzen zusätzlich lindern. Gut sind Heizkissen, Wärmflasche, Rotlicht, Rheumasalbe oder Wärmepflaster, aber kombinieren Sie verschiedene Wärmequellen nicht miteinander.

FAZIT: Rezeptfreie Schmerzmittel und Wärme helfen am schnellsten.

Globuli in der Reiseapotheke
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Globuli in der Reiseapotheke

DER HOMÖOPATH

Dr. Ulf Riker, homöopathischer Arzt und Internist in München

Akute Rückenschmerzen kann man selbst homöopathisch behandeln. Um das richtige Mittel zu finden, ist wichtig: Wo sitzt der Schmerz? Wann wird er besser oder schlimmer? Was hat ihn ausgelöst? Wie genau fühlt er sich an? Habe ich körperliche oder psychische Begleitsymptome? Infrage kommen Nux vomica oder Staphisagria bei Hexenschuss, Gnaphalium oder Tellurium bei Ischias-Beschwerden, Bryonia oder Dulcamara bei Kreuzschmerzen und Arnica bei Prellungen der Rückenmuskeln. Ich empfehle als Potenz C30 oder D12. Lassen die Beschwerden jedoch innerhalb von 24 Stunden nicht nach, sollte man zum Arzt gehen. Wer zu Rückenschmerzen oder Verspannungen neigt, kann ein Konstitutionsmittel wie Silicea oder Calcium carbonicum einnehmen, um den Rücken zu stärken. Ein erfahrener Homöopath sollte das Mittel wählen und die Wirkung kontrollieren.

FAZIT: Homöopathie kann bei akuten Beschwerden helfen. Die muss man aber genau definieren.

Ärzte operieren einen Patienten.
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Ärzte operieren einen Patienten.

Wenn eine OP sein muss

Die Wirbelsäule ist ein geniales Werk der Natur. Jede Operation sollte sich ihm so schonend wie möglich nähern und so viel wie möglich erhalten

DER CHIRURG

Dr. Reinhard Schneiderhan, Facharzt für Orthopädie in München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga

In Deutschland wird zu oft und zu schnell an der Wirbelsäule operiert. So ein Eingriff ist erst nötig, wenn konservative Methoden wie Muskeltraining allein z.B. ein Wirbelgleiten nicht ausgleichen können oder es zu neurologischen Ausfallerscheinungen wie Lähmungen und Missempfindungen kommt. Auch Tumore müssen operiert werden. Dabei sollte möglichst immer ein minimalinvasives Verfahren eingesetzt werden. Die Wirbelsäule ist ein geniales Werk der Natur, dem man sich schonend nähern und von dem man viel erhalten sollte. Das ist heute möglich: Einen Bandscheibenvorfall kann man etwa per Laser schrumpfen lassen, der durch eine 0,6 Millimeter feine Hohlnadel eingeführt wird. Ähnlich schonend kann man durch einen Katheter einen hochwirksamen Medikamenten-Cocktail gezielt platzieren oder mit einer Mini-Hitzesonde Schmerzfasern unterbrechen. Glücklicherweise nimmt die Zahl der Kliniken und Orthopäden zu, die diese Techniken einsetzen. Die Risiken sind deutlich geringer als bei Operationen am offenen Rücken. Patienten sollten sich aber vorher informieren, wie lange eine Methode schon eingesetzt wird und wie viel Erfahrung ihr Chirurg damit hat. Leider existieren in Deutschland erst wenige Rücken-Zentren, in denen man fächerübergreifend zusammenarbeitet – doch genau so eine integrierte Versorgung ist wichtig.

FAZIT: Erst wenn konservative Methoden nicht helfen oder neurologische Störungen auftauchen, ist eine – minimalinvasive – OP nötig.

Hier finden Sie unsere Ernährungstipps
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Hier finden Sie unsere Ernährungstipps

DIE ERNÄHRUNGSWISSENSCHAFTLERIN

Dr. Ute Gola, Geschäftsführerin des Dr. Gola Instituts für Ernährung und Prävention in Berlin

Natürlich schadet Übergewicht dem Rücken. Da muss man aber fragen: Warum wiegt jemand zu viel? Hat er zu große Fettpolster oder kräftigere Muskeln? Die wären gut für den Rücken. Manche Menschen sind gar nicht dick, haben aber mehr Fettdepots als Muskeln. Diese Normalgewichtsadipositas schadet dem Rücken ebenfalls. Denn Übergewicht belastet die Wirbelsäule nicht nur, weil es den Oberkörper nach vorne zieht: Fett im Oberbauch ist metabolisch höchst aktiv. Es setzt hormonähnliche Substanzen frei und trägt dazu bei, dass Entzündungsstoffe gebildet werden. Beides ändert die Schmerzwahrnehmung und kann Beschwerden verstärken. Einen akuten Hexenschuss kann man nicht „wegessen“. Bei anhaltenden Schmerzen hilft eine bewusste Ernährung aber durchaus. Wer darauf achtet was, wann und wie er isst, bringt seine Psyche ins Gleichgewicht, kann besser mit Schmerz umgehen und wird schneller wieder gesund.

FAZIT: Bewusster essen schützt vor Übergewicht und macht die Psyche stark gegen Schmerzen.

24 Lebensmittel für einen gesunden Rücken

Unsere Ernährung hat einen großen Einfluss auf unsere Gelenke und damit auch auf unseren Rücken. Mit den richtigen Lebensmitteln und einer ausgewogenen Ernährung könnt ihr also unkompliziert und einfach euren Rücken stärken. 

Osteopathie
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Osteopathie

Osteopathie

DIE OSTEOPATHIN

Marina Fuhrmann, erste Vorsitzende im Verband der Osteopathen Deutschland, VOD, in Wiesbaden

Die Osteopathie betrachtet Rückenschmerzen wie alle anderen Beschwerdebilder ganzheitlich. Sie zeigen, dass das „Uhrwerk“, das die Strukturen unseres Körpers bildet, gestört ist. Das muss nicht zwangsläufig an der Wirbelsäule liegen. Als Ursache kommen auch Gallen- und Nierensteine, ein Reizmagen oder eine zurückliegende ausgeheilte Lungenentzündung infrage. Denn solche Funktionsstörungen werden häufig über sogenannte Faszien, dünne Bindegewebshüllen, in andere Körperregionen übertragen. An ihnen orientiert sich der Osteopath dann auch mit seinen Händen, während er den Patienten untersucht. Bei der anschließenden Behandlung werden mit verschiedenen Griffen Blockaden im Körper gelöst. Dabei muss der Osteopath das ganze „Uhrwerk“ im Blick haben. Verändert er an einer Stelle etwas, hat das immer Auswirkungen auf das gesamte System. Eine gründliche Ausbildung ist deshalb Pflicht. Nur an Therapeuten, die sie absolviert haben, vergibt der VOD dann auch ein Zertifikat.

FAZIT: Der Osteopath sucht im ganzen Körper nach den Ursachen der Rückenschmerzen. Mit gezielten Griffen kann er Bewegungs- und Funktionsblockaden beseitigen.

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