Wo liegen die Unterschiede? Traditionelle Shisha gegen E-Shisha

Die Shisha ist seit Mitte der 2000er Jahre ein fester Bestandteil der Jugendkultur. Kaum eine Innenstadt, in der sich nicht mindestens eine Shisha-Bar findet, in der in geselliger Umgebung die orientalische Wasserpfeife mit exotischen Geschmacksrichtungen herumgereicht wird. Doch die Shisha verfügt über zahlreiche Risiken - sowohl für die Gesundheit als auch für die Sicherheit.

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Deshalb - und im Zuge der Erfolgsgeschichte der elektronischen Zigarette als Alternative zum Rauchen - gibt es immer mehr Nutzer, die von der traditionellen Shisha auf die E-Shisha umwechseln. Doch worin unterscheidet sich die herkömmliche Shisha eigentlich von der elektronischen Variante? Und ist diese wirklich weniger schädlich?

Seit Jahrhunderten Teil der Kultur

Die Anfänge der Shisha reichen bis ins Indien des 16. Jahrhunderts zurück. Von dort hat sich die Shisha - damals noch aus Naturmaterialien wie Kokosnussschale und Bambusrohr gefertigt - ihren Weg in die arabische Welt gesucht. Hier gelangte sie auch zu ihrem Namen "Shisha", was in verschiedenen arabischen Sprachen so viel wie "Flasche" bedeutet. In der Türkei heißt das Rauchgerät mit langem Schlauch und Wassergefäß hingegen "Nargile" - aber das Prinzip ist bei allen gleich.
 
Bei der Shisha wird ein speziell befeuchteter und aromatisierter Tabak durch glühende Kohlen zum Verrauchen gebraucht. Dieser Rauch wird durch einen langen Schlauch angezogen und durch ein mit Wasser gefülltes Behältnis geführt und anschließend über das Mundstück inhaliert. Das Wasser in sogenannten "Bowl" soll zum einen dafür sorgen, dass der Rauch gekühlt und zum anderen von Schadstoffen gefiltert wird. Allerdings ist diese Filtermethode nur mäßig erfolgreich: ein Großteil der Schadstoffe im Rauch werden trotzdem vom Körper aufgenommen, nur ein Bruchteil verbleibt im Wasser.

Die Risiken des Shisha-Rauchens

Gesundheitlich kann das Shisha-Rauchen bei langfristigem Gebrauch das Krebsrisiko erhöhen und die Lungenfunktionen verschlechtern. Das liegt unter anderem daran, dass der gekühlte Rauch besonders tief eingeatmet werden kann und so auch in das feinste Lungengewebe tief im Brustkorb eindringen kann. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO entspricht der Rauch einer "Portion" Shisha Tabaks dem Rauchvolumen von knapp 100 Tabakzigaretten.
 
Auch die Nutzung von glühenden Kohlen für die Shisha birgt Risiken in sich. Nicht nur kann es durch Unfälle zu Bränden kommen, es ist vor allem das Kohlenmonoxid, welches für schwerste Probleme sorgen kann. Das giftige, aber unsichtbare Gas entsteht durch das Verglühen der Kohlen. Passiert dies an der frischen Luft, ist es kein Problem, doch kann sich das Kohlenmonoxid in geschlossenen Räumen sammeln, kann es zu Vergiftungen führen. Diese beginnen bei Übelkeit, Schwindelgefühl und Atemnot und können im schlimmsten Fall zur Bewusstlosigkeit oder zum Tod führen. Gerade in einer voll besetzten Shisha-Bar ohne entsprechende Melder, eine ordentliche Abluftanlage oder gute Belüftung kann es zu einer Ansammlung des Gases kommen, die unter Umständen tödlich enden kann.

Lasche Gesetze und Kontrollen

Noch immer gibt es kein bundesweites Gesetz, welches den Einsatz von sogenannten Kohlenmonoxidmeldern in Shisha-Bars erfordert. Dabei ist die Zahl der Unfälle in den letzten Jahren signifikant gestiegen. In 2017 mussten insgesamt 40 Kohlenmonoxid-Vergiftungen ausgelöst durch die Shisha in der Druckkammer behandelt werden. Vor drei Jahren lag die Zahl bei einem einzigen Patienten.

Die E-Shisha als Alternative

Dass die E-Zigarette als weniger schädliche Alternative zum Rauchen gilt, kann man mittlerweile wohl als bewiesen ansehen - so manche Studie spricht sogar von einem um 95% reduziertem Schadenspotenzial. Die E-Shisha folgt den gleichen Prinzipien: es wird anstatt Tabak zu verglühen oder zu verbrennen eine spezielle Flüssigkeit - das E-Shisha Liquid - sanft erwärmt und so verdampft.
 
Die speziellen E-Shisha-Aufsätze, die über klangvolle Namen wie "Protheus" (vom E-Zigaretten Hersteller Aspire) verfügen, werden auf den herkömmlichen "Body" einer Shisha aufgesetzt. Sie bestehen aus einer Hülle mit Batterien sowie einem Verdampfer, in dem das Liquid eingefüllt und verdampft wird.

Der größte Unterschied zwischen Shisha und E-Shisha

Für die elektronische Shisha werden keine Kohlen oder andere Brennmittel benötigt. Der Erwärmungsprozess findet komplett in einem mit mehreren Sicherungen versehenen kleinen Aufsatz statt. Damit kommt es weder zu ungewollten Feuerunfällen, noch zur Bildung des hochgiftigen Gases Kohlenmonoxid. Die Bedienung hingegen bleibt fast gleich: der E-Shisha Aufsatz wird durch das Ziehen am Mundstück "aktiviert", es ist also kein gesondertes Drücken von Knöpfchen während des E-Shisha Dampfens nötig.
 
Ein weiterer Unterschied liegt im Geruch: während sich Rauchgeruch von der Shisha sowohl an den Wänden als auch in der Bekleidung und Haaren festsetzen kann, hinterlässt der E-Shisha Dampf keine solchen Spuren.

Auch die E-Shisha nicht gänzlich ohne Risiken

Zwar erscheint die E-Shisha in vielerlei Hinsicht als weniger schädliche Alternative zur herkömmlichen Shisha - aber ganz ohne Risiken kommt sie natürlich auch nicht aus. Zum einen wäre da das Liquid, welches mit Nikotin versetzt sein kann, allerdings nicht muss. Nikotin ohne Tabakkomponenten ist immer noch ein Nervengift, von dem angenommen wird, dass es bestehende Tumore zum Wachsen anregen und Krebs auslösen kann. Ist zudem der Nikotingehalt im Liquid zu hoch, kann es zu kurzfristiger Übelkeit, Schwindelgefühl oder ähnlichem kommen. Diese flauen aber ab, sobald man mit dem E-Shisha Dampfen aufhört und für ein paar Minuten an die frische Luft geht. Auch gibt es seltene Fälle, in denen Nutzer auf einen der Hauptinhaltsstoffe im E-Liquid - Propylenglykol und Pflanzliches Glyzerin - allergisch reagieren kann.
 
Alles in allem kann man sagen, dass die E-Shisha tatsächlich eine weniger schädliche Alternative zum Rauchen der traditionellen Shisha darstellt. Aber am besten wäre es natürlich für die Gesundheit, weder das Eine noch das Andere zu nutzen und gänzlich auf Rauch und Dampf zu verzichten.