23. April 2021
Wie wichtig sind Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft?

Wie wichtig sind Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft?

Die Werbung empfiehlt Schwangeren viele Nahrungsergänzungsmittel. Welche Nährstoffe sollten wirklich supplementiert werden und wie wichtig sind sie für die Entwicklung des Babys?

© Anastasiia Chepinska/Unsplash

Endlich schwanger – eine wundervolle Reise beginnt. Frauen begeben sich auf eine Achterbahn der Gefühle, doch nicht nur das: Auch für den Körper der Schwangeren ist diese Zeit ein Ausnahmezustand. Zwar ist er dafür gewappnet, dennoch vollbringt der Körper Höchstleistungen. Mehr denn je ist er darauf angewiesen, dass ihm alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge zugeführt werden.

Frauen wird in der Schwangerschaft deshalb zu Nahrungsergänzungsmitteln geraten. Doch wie wichtig sind diese wirklich für die Gesundheit von Mutter und Kind?

Nährstoffe für die Entwicklung des Fötus

Die meisten Präparate für schwangere Frauen enthalten einen Mix an Vitaminen, Mineralstoffen, Jod sowie Folsäure. Um zu verstehen, wie diese Nährstoffe im Körper arbeiten und weshalb sie so wichtig sind, lohnt es sich, sich ein wenig einzulesen. Werdende Mütter sollten während des Nestbautriebs alles Wichtige rund um die Ernährung und den Stoffwechsel in der Schwangerschaft verinnerlichen. Während man Vitamine und Mineralstoffe auch durch eine ausgewogene Ernährung zu sich nehmen kann, sieht es bei Folsäure und Jod etwas anders aus. „Doch gerade diese beiden Stoffe sind besonders wichtig für die Gesundheit des Bauchzwergs“, so die Experten von Edubily:

Folsäure

Folsäure gehört zu den Vitaminen und ist essenziell für eine gute Entwicklung des Fötus. Wer sich im Kinderwunsch befindet, sollte schon vor der Empfängnis mit der Einnahme eines guten Präparats beginnen. Aber weshalb ist Folsäure in der Schwangerschaft so wichtig? Folsäure, auch Folat genannt, ist maßgeblich an der Zellteilung beteiligt. Dass die Zellteilung wichtig für die Entstehung eines Babys und dessen Wachstums ist, ist fast jedem bekannt. Doch dass der Folsäurebedarf in der Schwangerschaft um mehr als 80 % zunimmt, leider nicht.
Über die Nahrung nehmen Frauen knapp 180 µg Folsäure zu sich. Schon nach der Befruchtung steigt der Bedarf jedoch rapide auf 300 bis 550 µg an. Auch wenn Hülsenfrüchte gute Folsäure-Lieferanten sind, kann dieser Bedarf über die Nahrung nur selten gedeckt werden. Bei einem Folsäuremangel kann es leider zu schweren Schäden am Embryo kommen, besonders im Bereich des Neuralrohrs. Häufig ist dabei die Diagnose offener Rücken (Spina Bifida), auch das Auftreten von Fehlbildungen an Kopf und Gehirn ist nicht selten. Folsäure sollte deshalb dringend supplementiert werden – und zwar spätestens ab Bekanntwerden der Schwangerschaft, mit ca. 400 µg pro Tag.

Jod

Für die Gehirnentwicklung braucht das Baby bereits im Bauch ein Schilddrüsenhormon. Dieses wird durch die Aufnahme von Jod aktiviert. Ein Jodmangel in der Schwangerschaft kann deshalb zu Entwicklungsstörungen des Embryos führen. Da sich der Bedarf an Jod von Schwangeren auf 230 µg erhöht, durchschnittlich aber nur knapp 200 µg über die Nahrung aufgenommen werden, sollten Schwangere ein geeignetes Nahrungsergänzungsmittel mit Jod einnehmen.

Diese Nährstoffe sollten Schwangere bei Bedarf supplementieren


Viele andere Nährstoffe können über die Nahrung ausreichend aufgenommen werden. Doch gerade dann, wenn Schwangerschaftsübelkeit die Nahrungsaufnahme erschwert, kann es zu einem Mangel kommen.

Eisen

In der Schwangerschaft erhöht sich die Blutmenge im Körper der Mutter. Gleichzeitig entwickelt das Baby seinen eigenen Blutkreislauf. Um ausreichend rote Blutkörperchen zu bilden, benötigt die Mutter deshalb viel Eisen. Ein Eisenmangel in der Schwangerschaft zeigt sich meist durch überdurchschnittliche Müdigkeit und Abgeschlagenheit, aber auch durch Blässe oder Schwindel. Bei der Schwangerschaftsvorsorge wird deshalb auch meist Blut abgenommen und der Eisenwert überprüft. Ist dieser zu niedrig, reicht es oft nicht mehr aus, mit eisenhaltiger Nahrung gegenzusteuern, und die Schwangere muss ein Eisenpräparat einnehmen.

Zink, Vitamine und Fettsäuren

Damit sich das Baby im Bauch gesund entwickelt, sollten sich Schwangere ausgewogen ernähren und versuchen, so viele wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente über die Nahrung aufzunehmen. Bei Zink, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie bei vielen Vitaminen gelingt das meist gut. Man kann daher nicht pauschal sagen, dass sich eine schwangere Frau diese Stoffe durch Nahrungsergänzungsmittel zuführen sollte. Ein Überangebot wird vom Körper ausgeschieden. Sollte ein erkennbarer Mangel bestehen, sollten Frauen aber auch diese Stoffe durch hochwertige Nahrungsergänzungsmittel supplementieren.

Lade weitere Inhalte ...