6. Februar 2010
Sport in der Schwangerschaft

Sport in der Schwangerschaft

Aqua-Gym, Yoga, Ausdauersport - wer während der Schwangerschaft soften Sport treibt, hat eine leichtere Geburt mit weniger Komplikationen.

In der Schwangerschaft Sport treiben
© piranka/iStock
In der Schwangerschaft Sport treiben

Sanfter Sport in der Schwangerschaft ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Denn er hilft gegen viele typische Beschwerden wie Kreislauf-Durchhänger, Stimmungsschwankungen, Rückenschmerzen oder Ödeme. Und nicht nur das: Eine neue Studie des Psychologischen Instituts der Deutschen Sporthochschule Köln zeigt jetzt, dass aktivere Frauen auch bei der Geburt weniger Schmerzmittel benötigen. Obwohl sie ähnlich starke Schmerzen hatten wie die Untrainierten. Bei den sportlichen Müttern zwischen 20 und 42 Jahren verlief die Entbindung zudem unkomplizierter: Zangen- oder Saugglockengeburten und auch Dammschnitte waren seltener.

Sport stärkt das Immunsystem

In der Schwangerschaft erkältet zu sein, ist nicht gerade angenehm. Sport hilft Ihnen dabei, das Immunsystem zu stärken und so gesund durch die Schwangerschaft zu kommen.

„Zurückzuführen ist dies hauptsächlich auf das positive Körpergefühl der fitten Frauen“, so Marion Sulprizio, Diplom- Psychologin am Institut. „Sie fühlen sich wohler in ihrer Haut und haben mehr Ausdauer – auch während der Geburt.“ Die Wissenschaftler vermuten außerdem, dass die sportlichen Frauen durch ihre bessere Körperwahrnehmung den Geburtsvorgang aktiver steuern können. „Eine Geburt ist für den Körper vergleichbar mit einer sportlichen Höchstleistung, auf die man sich – ähnlich wie bei einem Marathon gut vorbereiten muss“, sagt Marion Sulprizio.

Selbst wenn ihr bisher ein Sportmuffel wart, könnt ihr während der Schwangerschaft mit einem sanften Training beginnen. Wichtig: vorher die Zustimmung des Gynäkologen einholen.

In der Schwangerschaft Sport treiben
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In der Schwangerschaft Sport treiben

Experten-Tipps

Das tut Schwangeren gut

  • Ideal ist Ausdauersport, wie z. B. Walken oder sanftes Laufen. So werden der mütterliche und kindliche Organismus optimal mit Sauerstoff versorgt. Bis allerhöchstens 140 Pulsschläge pro Minute. Am besten eine Pulsuhr zur Kontrolle tragen.
  • Aqua-Gymnastik ist besonders gelenkschonend. Durch Wasserdruck und -auftrieb wird zudem der Lymphfluss angeregt, was Wassereinlagerungen, z. B. in den Beinvenen, entgegenwirkt.
  • Mit Yoga kräftigt und dehnt ihr eure Muskeln, bekommt ein Gefühl für euren Körper und die Atmung. Das stärkt auch eure mentale Kraft und Ruhe. Welche Übungen jetzt guttun, erfahrt ihr in Schwangerschafts-Yoga- Kursen.
  • Da Bänder und Sehnen durch die hormonelle Veränderung lockerer werden, gut gedämpfte, stabile Sportschuhe anziehen und ebene Wege wählen.
  • Vorsicht, Sonne! Die Radtour lieber am späten Nachmittag planen, denn zu viel Sonne plus Sport kann euren Körper zu sehr erwärmen, was das Ungeborene belastet. Zudem drohen Pigmentflecken.
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