Krebsvorsorge Scheu vorm Frauenarzt: Diese drei Mythen tragen dazu bei

Und schon wieder ist ein Jahr vergangen. Zeit für den nächsten Termin beim Gynäkologen. Erfreulich finden die meisten Frauen den Gang zum Frauenarzt nicht. Wieso eigentlich? So schlimm war es doch gar nicht, stellen wir im Nachhinein regelmäßig fest. Woher kommen die Mythen vom unangenehmen Gynäkologen-Besuch und welche tragen am meisten zur Scheu vor Frauenarzt-Terminen bei?

Beim Frauenarzt

Wieso wir Frauenarztbesuche unangenehm finden

Scheu vor Arztterminen haben die meisten von uns, weil man sich bei der Untersuchung ausgeliefert fühlt. Beim Frauenarzt sogar noch mehr als bei anderen Ärzten. Schließlich müssen wir Gynäkologen für die Untersuchung so einiges offenlegen. Damit ist von vornherein ein gewisses Schamgefühl verbunden. Aber nicht nur das: Auch der Untersuchungsstuhl macht es uns nicht leichter. Hinzu kommt, dass wir unsere Frauenärzte zumindest teilweise in unser Intimleben einweihen müssen. Vielen von uns ist das unangenehm. Nichtsdestotrotz ist der regelmäßige Besuch beim Gynäkologen unersetzlich, wenn es um die frühzeitige Diagnose von Erkrankungen geht. An Brustkrebs beispielsweise erkranken im Jahr über 70.000 deutsche Frauen. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser die Heilungschancen.
 

Perfect Match!

Je besser der Frauenarzt zu einem passt, desto leichter fällt auch der Termin. Wichtig ist die Vertrauensbasis. Ist die nicht gegeben, sollte man sich nach Gynäkologen in der Nähe umsehen, die besser zu einem passen.

Hat man erst einen guten Frauenarzt gefunden, ist die Untersuchung im Normalfall nicht weiter tragisch. Unsere große Scheu liegt oftmals nicht am Arztbesuch an sich, sondern eher an Mythen und Fehlvorstellungen in unserem Kopf. Welche sind die verbreitetsten und was ist wirklich dran?
 

1. Aua, das tut weh!

Obwohl das Schmerzempfinden von Person zu Person variiert, sind die meisten Untersuchungen beim Frauenarzt nicht besonders schmerzhaft. Die Vorstellung von kühlem Metall in der Intimzone ist nicht die angenehmste. Je entspannter man die Untersuchung aber angeht, desto erträglicher ist sie. Wer vorab zu sehr verkrampft, baut unnötigen Widerstand auf. In diesem Fall kann es etwas schmerzen. Insgesamt dauert die Prozedur aber sowieso nur kurze Zeit. Genauso wenig Zeit kostet auch das Abtasten der Brüste. Obwohl damit normalerweise allerhöchstens Spannungsgefühle verbunden sind, empfinden wir fremde Menschen an der nackten Brust als unangenehm. Nicht nur wegen der Nähe. Sind die tastenden Hände auch noch kalt, wird es umso unangenehmer. Gute Gynäkologen lassen es überhaupt nicht so weit kommen. Kalte Hände wärmen sie vor, bevor sie Patientinnen abtasten. Übrigens fühlen wir uns bei gynäkologischen Untersuchungen umso wohler, je vertrauter uns unsere Ärzte sind.
 

2. Nackte Tatsachen gefordert

Besonders vor dem allerersten Frauenarztbesuch im Leben kann einem der Gedanke an die mit den Untersuchungen verbundene Nacktheit Sorge bereiten. Viele Mädchen haben den Eindruck, sie müssten sich bei ihrem ersten Frauenarztbesuch komplett entblößen. Wahr ist das nicht. Was man ablegt, bleibt einem selbst überlassen. Theoretisch kann man sich sogar im Rock auf den Untersuchungsstuhl setzen. Auch bei der Untersuchung der Brüste können Patientinnen ein Shirt oder einen Pullover anbehalten, wenn sie sich damit wohler fühlen. Die Kleidungsstücke müssen bei der Behandlung zwar beiseitegeschoben werden, aber Sicherheit können sie trotzdem geben. Grundsätzlich fordern gute Frauenärzte niemals zur vollständigen Entblößung auf. Schon gar nicht, wenn ihre Patientinnen unsicher wirken.


3. Kein Termin mit Periode

Wer von uns hat wegen der Periode nicht schon mal einen Besuch beim Frauenarzt verschoben? Das ist unser gutes Recht. Schließlich fühlt man sich während der Monatsblutung oftmals schon schlecht genug. Da muss man sich nicht auch noch Arztbesuche antun. Dass man Termine beim Gynäkologen während der Periode aber prinzipiell verschieben muss, entspricht nicht der Wahrheit. Ärzte sind mit Blut wohl vertraut und fordern keine Rücksichtnahme. Besonders bei akutem Juckreiz oder Brennen muss man daher auch während der Tage nicht auf Frauenarzt-Besuche verzichten. Eine Ausnahme stellt sich im Falle starker Blutungen vor einem anstehenden Krebsabstrich. Das Blut kann hierbei zu falsch-negativen Ergebnissen führen.

Bloß kein Zwang!

Solange es bloß um eine Kontrolluntersuchung geht, zwingt man sich während der Monatsblutung am besten nicht zum Frauenarzt. Obwohl Gynäkologen die Blutung als normal empfinden, kann sie unser eigenes Schamgefühl steigern und die Untersuchung schon dadurch unangenehmer machen.


Fazit: Vertrauen ist alles

Je besser der eigene Frauenarzt oder die eigene Gynäkologin, desto schneller wird er oder sie unsere unangenehmen Mythen rund um den Termin widerlegen. Damit wir ihm oder ihr vertrauen, muss nicht nur die fachliche Kompetenz, sondern auch die zwischenmenschliche Basis stimmen. Dass Frauen die besseren Gynäkologen sind, stimmt übrigens nicht. Fällt einem das Ablegen in weiblicher Gesellschaft leichter als in männlicher, macht die bevorzugte Wahl einer Frauenärztin allerdings Sinn.

Datum: 23.10.2020