30. November 2020
Scheidenpilz: Ursachen und Behandlung

Scheidenpilz: Ursachen und Behandlung

Jucken, Brennen, Rötungen – ein Scheidenpilz ist unangenehm und muss behandelt werden. Aber wie bekommt man eigentlich eine Scheidenpilzinfektion? Hier bekommen Sie alle Infos zu den Ursachen und zur Behandlung.

Verschiedene Faktoren können einen Scheidenpilz begünstigen.
© iStock/Doucefleur
Verschiedene Faktoren können einen Scheidenpilz begünstigen.

Ungefähr 75 Prozent aller Frauen bekommen mindestens einmal im Leben einen Scheidenpilz. In den meisten Fällen entstehen Pilzinfektionen durch den Hefepilz Candida Albicans. Pilze können besonders gut in dem warmen und feuchten Milieu der Scheide überleben und besiedeln daher die Haut und die Schleimhaut der Vagina. Im Normalfall leben sie dort mit anderen Mikroorganismen im Gleichgewicht. Beispielsweise mit den Milchsäurebakterien, die in der Scheide überwiegend vorkommen. In der Scheide herrscht ein saures Milieu mit einem PH-Wert von unter 4,5. Dieses saure Milieu und ein starkes Immunsystem sorgen dafür, dass sich die Hefepilze nicht übermäßig verbreiten können.

Scheidenpilz: Das sind die Ursachen

Bestimmte Faktoren stören das empfindliche Gleichgewicht der Vagina. Dadurch können sich Hefepilze stärker vermehren, sodass eine Entzündung entsteht. In der Regel dauert diese nicht länger als eine Woche und verheilt ohne Folgen. ​ Beispielsweise können Hormonschwankungen während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren eine Scheidenpilzinfektion begünstigen. Zu den Ursachen zählen ebenso ein geschwächtes Immunsystem, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Stress, Geschlechtsverkehr, falsches Abwischen beim Toilettengang und Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken. Auch die Einnahme von Antibiotika kann zu einer Infektion führen, da diese Bakterien im Körper abtöten und dabei auch die notwendigen Milchsäurebakterien abgetötet werden können.

Auch eine übertriebene Intimhygiene kann durch parfumierte, aggressive Pflegeprodukte das natürliche Gleichgewicht der Scheide durcheinander bringen. Sogar die falsche Kleidung kann eine Rolle spielen. Durch zu enge Schnitte und falsche Materialen, wie beispielsweise synthetische Stoffe, schwitzt man vermehrt. Diese angesammelte Feuchtigkeit ist ein idealer Nährboden für Pilze.

Scheidenpilz: Das sind die Symptome

Bei einer Scheidenpilzinfektion treten einige unangenehme Symptome auf, wobei sich die Infektion meist mit einem Juckreiz ankündigt. Weitere Symptome sind:

  • Brennen
  • Rötung
  • cremiger, bröckeliger Ausfluss
  • Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs
Die Entzündung kann auch benachbartes Gewebe wie zum Beispiel die Harnröhre befallen. In diesem Fall können auch Schmerzen beim Wasserlassen hinzukommen.
Wichtig: Wenn der Ausfluss unangenehm riecht, handelt es sich wahrscheinlich nicht um eine Pilzinfektion, sondern um eine Infektion durch Bakterien (bakterielle Vaginose). Da diese behandelt werden muss, sollten Sie einen Arzt aufsuchen!

Scheidenpilz: Behandlung

Durch Entzündungen einer Scheidenpilzinfektion können sich auch andere Krankheitserreger leichter ansiedeln und die Beschwerden verstärken. Ernsthafte Folgen sind jedoch selten und wenn, dann meist bedingt durch ein krankhaft geschwächtes Immunsystem. Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, damit dieser feststellen kann, ob die Beschwerden eine andere Ursache haben. Ihr Frauenarzt erkennt den Scheidenpilz oft schon an einer veränderten Schleimhaut. Meist wird auch ein Abstrich gemacht, anhand dann festgestellt werden kann, ob ein Scheidenpilz vorliegt. Im Labor kann genauer identifiziert werden, um welche Pilzart es sich handelt.

Zur Behandlung werden spezielle Antipilzmittel eingesetzt, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Diese sogenannten Antimykotika sind oft als Kombi-Packungen erhältlich, die aus einer Creme für die äußere Anwendung und Zäpfen für die innere Anwendung bestehen. Die Anwendungsdauer liegt in der Regel zwischen zwei und sechs Tagen. Wichtig ist, dass Sie die Anwendung nicht vorzeitig abbrechen. In manchen Fällen ist eine lokale Behandlung nicht ausreichend und die Antimykotika müssen oral eingenommen werden, damit der Wirkstoff durch das Blut in den Körper gelangt. Wenn Sie schwanger sind, ist die Behandlung einer Infektion innerhalb der letzten vier bis sechs Wochen vor der Geburt besonders wichtig, da der Geburtskanal rechtzeitig von allen Pilzen befreit werden muss.

Wenn eine Frau mehr als viermal jährlich eine Pilzinfektion bekommt, dann spricht man von einem chronischen Scheidenpilz, der über einen längeren Zeitraum mit Antipilzmitteln behandelt werden muss. Auch wenn die Infektion gar nicht oder zu kurz behandelt wird, kann der Scheidenpilz chronisch werden.

Scheidenpilz: Der Partner sollte mitbehandelt werden

Da der Scheidenpilz ansteckend ist, sollte der Partner mitbehandelt werden, selbst, wenn dieser keine Symptome hat. Dadurch kann eine erneute Übertragung vermieden werden. Das ist besonders bei häufigem Scheidenpilz wichtig.

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Datum: 30.11.2020
Autorin: Ann-Kathrin Falkenberg

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