Leistenbruch: 3 Symptome

Leistenbruch: 3 Symptome

Beim Leistenbruch handelt es sich nicht um einen klassischen Knochenbruch, sondern einen Eingeweidedurchbruch. Erfahren Sie, welche Symptome bei einer Hernie auftreten und wie sie sich bei Männern und Frauen unterscheiden können.

Was ist ein Leistenbruch?

Bei einem Leistenbruch handelt es sich entgegen dem Namen nicht um die klassische Fraktur eines Knochens in der Leistengegend, sondern um einen Eingeweidedurchbruch. Medizinisch wird der Fachbegriff Leistenhernie verwendet, wenn der Eingeweidebruch am Leistenkanal erfolgt. Auch an anderen Körperstellen können Hernien auftreten, z.B. am Oberschenkel oder am Bauchnabel. Die Leistenhernie ist jedoch die häufigste Form. Dabei tritt infolge von starkem Druck, z.B. beim Kraftsport, schwerem Heben, Niesen oder starkem Pressen auf der Toilette, Gewebe durch eine Lücke oder Schwachstelle in der Bauchwand. Hierbei können Fettgewebe sowie Teile des Darms oder des Bauchfells durch den Leistenkanal treten, welcher von Nervensträngen, Blutgefäßen und bei Frauen vom Mutterband (dieses hält die Gebärmutter), bei Männern vom Samenstrang durchzogen ist.

Leistenbruch: 3 Symptome

1. Tastbare Vorwölbung

Das charakteristischste und am leichtesten zu erkennende Anzeichen eines Leistenbruchs ist die tastbare und meist auch sichtbare Vorwölbung in der Leistengegend. Dieser sogenannte Bruchsack tritt häufiger auf der rechten Körperhälfte zwischen Bauch und Oberschenkel auf und ist in der Regel kaum schmerzhaft. Treten dennoch starke Schmerzen auf, könnte dies auf Komplikationen hindeuten, die einer schnellen Operation bedürfen. Handelt es sich um eine angeborene Hernie, kann der Bruchsack sogar weiter nach unten bis in den Intimbereich wandern. Bei Mädchen kommt es dann zu einer Schwellung im Bereich der großen Schamlippen. Angeborene Leistenbrüche betreffen etwa 5 Prozent aller Neugeborenen, wobei das Risiko bei Frühgeburten erhöht ist, und müssen operativ korrigiert werden.

2. Druckgefühl

Anstelle von Schmerzen tritt häufiger ein unangenehmes Druckgefühl in der Leistengegend auf. Da starke Schmerzen selten sind, gehen viele Betroffene erst einmal nicht zum Arzt. Dies ist jedoch wichtig, da ein unbehandelter Leistenbruch zu Komplikationen führen kann, falls Darmgewebe abgeklemmt wird. Im schlimmsten Fall kann es zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss kommen.

3. Ziehende Schmerzen

Ebenso typisch ist ein mehr oder weniger starkes Ziehen im Leistenbereich. Wandert ein angeborener Leistenbruch bis in den Schambereich, können bei Frauen ziehende Schmerzen an den Schamlippen auftreten, bei Männern ziehen die Schmerzen bis in die Hoden. Frauen und Mädchen sind im Vergleich zu Männern und Jungs eher selten von einer Leistenhernie betroffen, da ihr Leistenkanal enger ist.

Wichtig: Ein Leistenbruch bedarf stets einer Operation, da sich die Vorwölbung nicht von alleine wieder zurückbildet. Daher sollten Sie bei auftretenden Symptomen umgehend Ihren Arzt konsultieren.

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