15. April 2021
Corona in der Schwangerschaft: Das sind die Risiken

Corona in der Schwangerschaft: Welche Risiken gibt es?


Wie gefährlich kann eine Coronainfektion in der Schwangerschaft sein? Wir klären auf, welche Risiken für werdende Mütter und ungeborene Babys bestehen und ob eine Corona-Impfung für Schwangere infrage kommt.

„Wie gefährlich ist eine Covid-19-Infektion für mich?“ – diese Frage stellen sich gerade viele schwangere Frauen. Hieß es zu Beginn der Corona-Pandemie, dass schwangere Frauen kein höheres Risiko haben, an Corona zu erkranken, sind verschiedene Studien nun zu gegenteiligen Ergebnissen gekommen. Kanadische Wissenschaftler:innen von der Universität in Montreal haben anhand einer Analyse von mehr als 400.000 Schwangerschaften ermittelt, dass Covid-19 bei Schwangeren ein höheres Risiko für Präeklampsie und Frühgeburt im letzten Drittel der Schwangerschaft besteht.

Eine britische Metastudie zeigt wiederum, dass Schwangere, die an Corona erkrankten, ein höheres Risiko haben, auf der Intensivstation behandelt zu werden, als auch eine künstliche Beatmung zu benötigen als die Vergleichsgruppe nicht schwangerer Frauen im gebärfähigen Alter.
Zudem gibt es verschiedene Risikofaktoren, welche für einen schweren Krankheitsverlauf von Covid-19 in der Schwangerschaft sorgen können. Dazu gehören:

  • Alter über 35 Jahre
  • Übergewicht
  • chronischer Bluthochdruck
  • Diabetes

Corona in der Schwangerschaft: Plazenta schützt Fötus meist vor Infektion

Der Fötus ist in der Plazenta gut vor einer Coronainfektion der Mutter gut geschützt. Proben aus der Plazenta, der Nabelschnur und dem Blut von Mutter und Kind zeigten, dass das Coronavirus nicht immer an das Ungeborene weitergeben wird. Es konnten nur selten Übertragungen nachgewiesen werden, heißt es auf der Fachseite Nature. Allerdings zeigten erste Analysen, dass in seltenen Fällen das Virus auch die Plazenta angreifen kann, was wiederum gesundheitliche Risiken für den Fötus bedeuten. In drei von mehr als 1700 Schwangerschaften kamen die Kinder mit Gehirnschäden zur Welt. Fehlbildungen bei Kindern durch eine Ansteckung der Mutter mit SARS-CoV2 in der Schwangerschaft sind nicht bekannt, anders als etwa beim Zika-Virus oder anderen Erregern.

Corona-Impfung auch für Schwangere?

Bislang empfiehlt die Stände Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Corona-Schutzimpfungen nicht für schwangere Frauen. „Zur Anwendung der COVID-19-mRNA-Impfstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen vor“, heißt es offiziell. Allerdings kann in Einzelfällen, wenn beispielsweise die Schwangere Vorerkrankungen oder einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt ist, eine Impfung ratsam sein. 

Erste Analysen haben herausgefunden, dass eine Corona-Impfung allerdings Mutter und Kind vor einer Infektion schützen könnte. Wissenschaftler von der Universität Harvard und dem Massachusetts General Hospital in Boston haben in einer Studie feststellen können, dass die Corona-Impfung bei schwangeren sowie stillenden Frauen anschlug und Antikörper gebildet wurden. Diese wurden auch im Nabelschnur-Blut und in Proben von Muttermilch gefunden. Das bedeutet, dass die Antikörper sich auch auf ungeborene Kinder im Mutterleib übertragen. Ob die nachweisenden Antikörper ausreichen, damit das Baby ausreichend vor einer Covid-19-Infektion geschützt ist, konnten die Wissenschaftler noch nicht feststellen. 

So schützen sich Schwangere am besten vor einer Coronainfektion

Besteht der Verdacht auf eine Coronainfektion, nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Frauenarzt oder mit dem bundesweiten, ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefonnummer 116 117) auf. Haben Sie nur leichte Symptome, dann erholen Sie sich zu Hause und begeben Sie sich in Quarantäne.

Um sich bestmöglich vor einer Infektion zu schützen, sollten schwangere Frauen sich an die geltenden Hygieneregeln halten (Abstand halten, Maske tragen und häufiges Händewaschen, Niesen sowie Husten in die Armbeuge). Enge Kontaktpersonen von Schwangeren gehören zur zweiten der insgesamt vier Impfgruppen und haben daher die Möglichkeit sich impfen zu lassen. Pro schwangere Frau dürfen sich zwei Kontaktpersonen impfen lassen. Wichtig: Um die Impfung erhalten zu können, ist ein Nachweis der Schwangerschaft erforderlich.

Video: Corona in der Schwangerschaft – das sind die möglichen Folgen

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