9. März 2021
Corona-Impfung: In der Schwangerschaft gefährlich?

Ist die Corona-Impfung während der Schwangerschaft gefährlich?

Viele schwangere Frauen sind verunsichert und fragen sich, ob die Corona-Impfung während der Schwangerschaft ratsam oder gar gefährlich ist. Auch Experten sind sich uneinig!

Bevor ein Impfstoff zugelassen wird, wird er in einem mehrstufigen Verfahren auf Wirksamkeit sowie Verträglichkeit untersucht und geprüft. In diesen Phasen der Impfstudien sind schwangere Frauen grundsätzlich ausgeschlossen – so war es auch beim Impfstoff gegen das Coronavirus. Auf diese Datenbasis beruft sich daher die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI), die von der Corona-Impfung während der Schwangerschaft abrät: 

Zur Anwendung der COVID-19-mRNA-Impfstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen vor. [...] Die STIKO empfiehlt die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht. In Einzelfällen kann Schwangeren mit Vorerkrankungen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung haben, nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung angeboten werden.

So steht es in einem offiziellen Aufklärungsblatt des RKI. Ob eine Corona-Impfung daher infrage kommt, müssen betroffene Schwangere mit Ihrem Frauenarzt individuell abklären lassen. 

Corona-Impfung mit mRNA-Impfstoffen möglich

Einen anderen Standpunkt hingegen vertritt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), die eine Impfung mit den mRNA-Impfstoffen für schwangere Frauen nicht ausschließt: „Schwangere Frauen können im Rahmen informierter partizipativer Entscheidungsfindung gegen SARS-CoV-2/Covid-19 geimpft werden“, heißt es in einer Pressmitteilung. Allerdings wird eine generelle Impfung aller Schwangeren nicht mehrheitlich von allen Fachgesellschaften befürwortet. „Schwangere sollen jedoch nicht grundsätzlich von Impfprogrammen ausgeschlossen werden.“

Wie die DGGG berichtete, zeigen „tierexperimentelle Untersuchungen des Impfstoffherstellers Moderna keine nachteiligen Auswirkungen auf die weibliche Fertilität, die embryonale/fetale oder die postnatale Entwicklung. Studien von Pfizer-BioNTech hierzu sind derzeit noch nicht abgeschlossen.“ Des Weiteren heißt es, dass die möglichen Nebenwirkungen der Corona-Impfung für Schwangere gleichbleibend sind wie bei nicht schwangeren Frauen. Auch die Wirksamkeit der Impfstoffe ist gleich hoch und wird nicht durch eine Schwangerschaft beeinträchtigt.

Und was ist mit dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca? Hier spricht die DGGG nur dann eine Impfempfehlung aus, „wenn nach individueller Abwägung und Aufklärung der potentielle Nutzen für Mutter und Feten den möglichen Risiken überwiegt.“

Enge Kontaktpersonen sollten sich impfen lassen!

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass schwangere Frauen je nach Lebensumstände und Vorerkrankungen individuell selbst entscheiden müssen, ob eine Corona-Impfung ratsam ist oder nicht. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, sich Rat bei seinem Gynäkologen einzuholen und sich entsprechend zu informieren. Um schwangere Frauen bestmöglich vor einer Coronainfektion zu schützen, sollten sich auf jeden Fall enge Kontaktpersonen impfen lassen. Sie gehören der zweiten Impfgruppe an, die eine hohe Impfpriorität haben. 

Video: Corona in der Schwangerschaft –das sind mögliche Folgen

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