Selbstuntersuchung Brustkrebsvorsorge: Anleitung zum Abtasten

Veränderungen in der Brust können bei Frauen jeden Alters auftreten. Deshalb sollten Frauen einmal pro Monat eine Selbstuntersuchung machen, um Auffälligkeiten frühzeitig zu entdecken. Wir verraten Ihnen, wie das Selbstabtasten richtig funktioniert.

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Selbstuntersuchung der Brust

Die deutschen Fachgesellschaften für Brustkrebsvorsorge empfehlen Frauen, einmal im Monat ihre Brust abzutasten. Dies soll zusätzlich zur ärztlichen Brustkrebsvorsorgeterminen und anderen Maßnahmen ergänzend stattfinden. So können eventuelle Auffälligkeiten nicht nur frühzeitig entdeckt werden – viele Frauen entwickeln ebenfalls ein besseres Gespür für ihren Körper und bemerken potentielle Veränderungen eher.

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Anleitung zum Abtasten der Brust

Der ideale Zeitpunkt:

Der beste Zeitpunkt für die Selbstuntersuchung ist eine Woche nach dem Beginn der letzten Regel, dann ist die Brust nämlich besonders weich. Vor allem zum Zyklusende ist die Brust härter, da sie aufgrund der Hormonlage anschwillt. Dann kann sie sich etwas knotig anfühlen, was Unebenheiten weniger gut ertasten lässt.

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Der richtige Ort:

Führen Sie die Untersuchung komplett oberkörperfrei vor einem Spiegel durch, sodass Sie zusätzlich zum Tasten auch sehen können, ob es Auffälligkeiten gibt. Achten Sie auch auf gute Lichtverhältnisse.

So wird die Brust abgetastet:

Zuerst tasten Sie Ihre Brust im Stehen ab. Nutzen Sie dazu die flache Hand.

  1. Heben Sie den rechten Arm hoch, um mit der linken Hand die rechte Brust zu untersuchen.
  2. Bewegen Sie beim Tasten die Finger leicht gegeneinander, wie beim Klavierspielen. So tasten Sie auch in die tieferen Gewebeschichten.
  3. Beginnen Sie am äußeren oberen Rand und arbeiten sich spiralförmig nach innen vor.
  4. Tasten Sie auch die Brustwarze ab und drücken Sie diese am Ende einmal zusammen, um zu kontrollieren, ob Flüssigkeit austritt.
  5. Untersuchen Sie auch den Bereich in Richtung Schlüsselbein und Achselhöhle.
  6. Nun wechseln Sie die Seite – heben Sie den linken Arm und führen dasselbe mit der rechten Hand an der linken Brust durch.

Wiederholen Sie das Ganze nun noch einmal im Liegen. Legen Sie sich dafür ein kleines Kissen unter die Schulter der Seite, die Sie untersuchen. So wird die Brust flacher und lässt sich noch leichter fühlen. In der Position können Sie vor allem den unteren Teil der Brust gut abtasten.

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Wichtige Informationen zur Selbstuntersuchung

Erschrecken Sie nicht, wenn Sie viele Knubbel fühlen. Vor allem Frauen, die ihre Brust zum ersten Mal abtasten, sind überrascht von dem knotigen Gewebe. Das bedeutet nicht gleich etwas Schlimmes. Je jünger die Frau, desto fester der Busen. Mit dem Alter wird die Brust in der Regel weicher, da sich das Drüsengewebe durch Fett ersetzt.

Auch Ungleichheiten zwischen den Brüsten sind normal. Nicht immer ist der Busen gleich groß und gleich aufgebaut.
Fühlen Sie einen deutlichen Knoten in der Brust, verfallen Sie nicht gleich in Panik. Dabei muss es sich längst nicht zwingend um Brustkrebs handeln. Es könnte ein angeschwollener Lymphknoten sein, der aufgrund einer Infektion oder ähnlichem angeschwollen ist. Machen Sie sich zur Abklärung einen Arzttermin! Auch bei auffälligen Haut- oder Formveränderungen der Brust sollten Sie einen Arzt zurate ziehen.

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Je häufiger und regelmäßiger Sie die Selbstuntersuchung durchführen, desto vertrauter werden Sie mit dem Gewebe Ihrer Brust und desto eher fallen Ihnen Veränderungen auf.

Datum: 08.07.2020
Autor: Silva Oldenburg

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