Ja oder Nein? HPV-Impfung

Ob junge Frauen einer HPV-Impfung zustimmen sollten und welche Risiken sie bergen kann, erklären wir hier.

Impfung

Wofür eine HPV Impfung?

Die HPV Impfung ist die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Aber auch junge Männer können von dieser Impfung profitieren. Diese Impfung bewahrt sie vor Penis- und Analkrebs. All diese Erkrankungen werden durch HP-Viren ausgelöst. Es sind über 200 verschiedene Typen von HP Viren bekannt. Davon können etwa 40 Typen Infektionen auslösen. Die Infektionen können über die Haut-und Schleimhautstellen von einem Menschen auf den anderen übertragen werden. Sie verursachen erstmal keine Beschwerden und heilen in der Regel auch von selbst aus. Aber es gibt die seltene Ausnahme, dass diese Infektionen nach Jahren oder Jahrzehnten zu Krebserkrankungen führen. Da ca. 90% der jungen Mädchen, die schon sexuell aktiv sind, dieses Virus bekommen, ist eine Impfung, die vor diesen Infektionen schützt, überlegenswert.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Impfung sollte bei Jugendlichen vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Denn die Impfung kann zwar vor Infektionen schützen, allerdings können bestehende Infektionen nicht durch die Impfung geheilt oder aufgehalten werden. Jugendliche sollten daher, idealerweise, zwischen dem 9ten und 14ten Lebensjahr geimpft werden. Sicher kann man die Impfung auch bis zum 18. Geburtstag nachholen. Sollte der Jugendliche zu diesem Zeitpunkt allerdings schon sexuell aktiv sein, ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion hoch. Wer sich für die HPV Impfung entscheidet, sollte sich so bald wie möglich impfen lassen. 

Wie findet die Impfung statt?

Die Impfung findet im Oberarm statt und wird muskulär gespritzt. Ausser einem kleinen Pik merkt man hier nichts. Da der Impfstoff keine vermehrungsfähigen Viren enthält, kann er keine Infektion auslösen. Der Impfstoff enthält Eiweißstoffe, die der Virushülle entsprechen. Diese lösen eine Abwehrreaktion aus und die schützenden Antikörper werden gebildet. Eine HPV Impfung sollte im Abstand von fünf Monaten wiederholt werden. Dies gilt dann, wenn die oder der Jugendliche bei der Impfung nicht älter als 14 Jahre ist. Nach dem 14. Lebensjahr muss die Impfung noch zweimal wiederholt werden.

Ist die Impfung denn wirksam?

Hier gibt es natürlich schon viele Studien zur Wirksamkeit der Impfung. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Impfung sehr gut vor Infektionen mit HP-Viren schützt. Dies bedeutet, das Risiko für Gebärmutterhalskrebs sinkt. Ohne HPV Impfung erkranken ca. 30 von 100 Frauen in ihrem Leben an Gebärmutterhalskrebs, Mit HPV Impfung erkranken lediglich 10 von 100 Frauen an dieser Form des Krebses. Auch wenn Gebärmutterhalskrebs heute schon gut behandelbar ist, bedeutet er doch fast immer eine Entfernung der Gebärmutter. Diese Operation ist für die meisten Frauen eine enorme seelische wie auch körperliche Belastung. Außerdem treten durch die HPV Impfung deutlich weniger Feigwarzen auf – eine herrliche Nebenwirkung.

Wann muss die Impfung widerholt werden?

Da es den Impfstoff noch nicht so lange gibt, kann diese Frage noch keiner klar beantworten. Langzeitstudien haben ergeben, dass der Wirkstoff auch nach sechs Jahren noch zuverlässig schützt. Da Gebärmutterhalskrebs sich aber über einen Zeitraum von Jahren bis Jahrzehnten entwickelt, ist die Frage über die Dauer der Wirksamkeit noch ungeklärt. Hier wird man die weiteren Untersuchungen abwarten müssen.

Wie sieht es denn mit Nebenwirkungen aus?

Diese sind, nach heutigen Erkenntnissen, als eher gering einzustufen. Sicher kann es nach der Impfung zu Hautreaktionen an der Einstichstelle kommen. Dann sind Schmerzen, aber auch Rötungen oder Schwellungen nicht ungewöhnlich. Selten kommt es zu Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen oder auch Müdigkeit. Als Vorsichtsmassnahme sollte die oder der Jugendliche nach Verabreichung der Impfung noch eine viertel Stunde in der Arztpraxis bleiben. Manche Jugendliche verlieren nach der Impfung kurz das Bewusstsein. Warum dies geschieht, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Sicher kann es bei dieser Impfung, wie bei allen anderen Impfungen auch, zu allergischen Reaktionen kommen. Dann sollte die zweite Spritze nicht mehr gegeben werden.

Fazit

Ob sich Jugendliche impfen lassen möchten, sollte immer zusammen mit dem Arzt und natürlich den Eltern besprochen werden. Die Impfung ist eine gute Ergänzung zu den Vorsorgeuntersuchungen, die natürlich nicht ausser Acht gelassen werden sollten.