Hormonhaushalt Hormonstörung: Diese 8 Anzeichen sprechen dafür

Für ein gesundes Leben ist ein ausgeglichener Hormonhaushalt wichtig. Doch manchmal geraten die Hormone durcheinander, was sich in verschiedenen Anzeichen äußert. Wir erklären, woran Sie eine Hormonstörung erkennen.

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Hormone sind im Körper für eine Vielzahl an wichtigen Vorgängen beteiligt. So steuern sie z. B. das Wachstum, die Sexualfunktionen oder regeln das Hunger- und Sättigungsgefühl. Besonders in der Pubertät, während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren geraten die Hormone häufig durcheinander. Das ist auch gut, schließlich handelt es sich hier um ganz natürliche Prozesse im Leben. Jedoch kann dieses Hormonchaos auch unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen. Sollten Sie folgende Anzeichen bei sich beobachten, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und sich beraten zu lassen. Schließlich muss nicht jede Nebenwirkung einfach so hingenommen werden.

1. Gewichtszunahme

Die alltägliche Ernährung ist gesund und ausgewogen und Sie haben auch nicht mehr als sonst gegessen. Dennoch steigt die Zahl auf der Waage und die Hose kneift am Bauch. Das Stresshormon Cortisol könnte dafür verantwortlich sein. Es sorgt dafür, dass der Körper in bestimmten Zellen mehr Fett einlagert. Auch scheiden die Nieren durch einen erhöhten Cortisolspiegel weniger Wasser und Natrium aus – dagegen mehr Kalium. Dadurch kommt es zu Wassereinlagerungen im Gewebe, welche so stark sein können, dass zum einen die Zahl auf der Waage steigt und zum anderen die Hose nicht mehr zugeht.

 

2. Heißhunger

Überkommt Sie regelmäßig Heißhunger, kann das viele Ursachen haben. Zum einen kann der Abfall der Serotonin- und Östrogenspiegel vor der Periode der Grund sein, zum anderen kann es sich aber auch um einen Nährstoffmangel oder um starke Schwankungen der Hunger- und Sättigungshormone Leptin und Ghrelin handeln. 
 
 

3. Schlafstörungen

Schlaflosigkeit kann durch viele Faktoren hervorgerufen werden. Auch der Hormonhaushalt kann Schuld sein, dass Ein- und Durchschlafen zum Problem wird. Durch blaues Licht, wie es z. B. in Fernseher und Smartphone vorkommt, aber auch allgemein zu viel Licht am Abend, produziert der Körper weniger des Schlafhormons Melatonin. Auch ein zu hoher Stresslevel erschwert das Einschlafen. Greifen Sie daher abends auf Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation zurück. Hilfreich sind auch tryptophanreiche Lebensmittel wie Linsen, Huhn, Cashewkerne oder Bananen. Das enthaltene Tryptophan ist ein Baustein von Serotonin und von Melatonin, wodurch Entspannung und Müdigkeit gefördert werden.

 

4. Verringerte Libido

Die Lust auf Sex wird stark vom Hormonhaushalt beeinflusst. Ein Testosteronmangel und Östrogenüberfluss können dafür verantwortlich sein. Frauen, die mit der Pille verhüten, können ebenfalls davon betroffen sein, da das freie Testosteron im Blut gesenkt wird. 

 

5. Vermehrtes Schwitzen

Vor allem während der Wechseljahre kommt es häufiger zu Hitzewallungen und Schweißausbrüchen, die durch einen Mangel an Östrogenen entstehen. Kommt es jedoch schon in jüngeren Jahren zu vermehrtem Schwitzen, sollten Sie den Östrogenspiegel untersuchen lassen. 

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6. Haarausfall und unreine Haut

Sinkt der Östrogenspiegel und steigt der Testosteronspiegel kann das dazu führen, dass die Haare dünner werden und ausfallen und es vermehrt zu Pickelbildung kommt. Wichtig ist in dem Fall, dass Sie Ihre Hormonwerte checken lassen, damit die Hormonstörung behandelt werden kann. 
Übrigens: Dass vor der Periode vermehrt Pickel auftreten ist ganz normal. Schließlich füllt auch hier der Östrogenspiegel ab, steigt aber mit dem Einsetzen der Periode wieder an.

 

7. Erschöpfung

Wenn Sie sich kontinuierlich und grundlos häufiger erschöpft ist, sollte eine Hormonstörung in Betracht ziehen. Ein erhöhter Cortisolspiegel kann dafür verantwortlich sein, dass der Energiehaushalt durcheinandergerät. Vermeiden Sie daher Stress so gut es geht, essen Sie nährstoffreich und schlafen Sie viel.

 

8. Infektanfälligkeit

Während kurzzeitiger Stress das Immunsystem sogar zu mehr Abwehrtätigkeit anregen kann, bewirkt dauerhafter Stress das genaue Gegenteil. Ein zu hoher Anteil der Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin können dafür sorgen, dass die Anzahl der Immunzellen im Blut sinkt. Ebenso werden die natürlichen Killerzellen weniger aktiv und auch die T-Lymphozyten, eine Gruppe von weißen Blutzellen zur Immunabwehr, teilen sich langsamer. Um chronisches Stress vorzubeugen und zu mindern, sollten Sie versuchen, Ihre Stressauslöser zu meiden und zu mehr Entspannung zu sorgen.
 

 

Datum: 16.11.2020
Autorin: Christina Liersch