28. Mai 2021
Fatigue-Syndrom: Diese 5 Tipps helfen dagegen

Endlich wieder fit und vital: Diese 5 Tipps helfen beim Fatigue-Syndrom

Das chronische Fatigue-Syndrom äußerst sich durch dauerhafte Erschöpfung und ist für Betroffene meist eine schwere Belastung. Diese 5 Tipps machen Sie wieder fit und vital und helfen beim Fatigue-Syndrom.

Die Myalgische Enzephalomyelitis und das Chronische Fatigue Syndrom beschreiben eine Erkrankung, bei der sich Betroffene chronisch erschöpft fühlen. Hinzu können bei ME/CFS weitere körperliche und psychische Symptome kommen. Der Leidensweg ist oft lang und beschwerlich. Auch nach der Diagnose sind Menschen mit ME/CFS stets auf der Suche nach Linderung. Der folgende Überblick zeigt fünf Möglichkeiten auf.

Fatigue-Syndrom: Langer Weg zur Diagnose

Es gibt bislang keinen gesonderten Test, mit dem der behandelnde Arzt ein Chronisches Fatigue Syndrom diagnostizieren kann. Die Symptome, unter denen Betroffene leiden, sind häufig recht unspezifisch und können bei vielen anderen Krankheitsbildern auftreten. Daher haben Patienten mit ME/CFS in vielen Fällen einen sehr langen Weg mit zahlreichen Besuchen bei Fachärzten hinter sich.

Laut Experten der Initiative „It’s in Your Muscles“ lässt sich das Fatigue Syndrom möglicherweise anhand von

  • tagsüber auftretender Schläfrigkeit

  • ständigem Erschöpfungsgefühl

  • dem Gefühl von Schwäche

  • schlechtem Schlaf

  • und Kopfschmerzen am Morgen

erkennen. Auch hinsichtlich der Ursachen für das Fatigue Syndrom ist die Bandbreite groß. Grunderkrankungen wie

  • Krebs

  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen

  • Anämien

  • Schlaf-Apnoe

  • Störungen der Schilddrüse

  • Muskelerkrankungen

können die Erschöpfung auslösen. Daher ist es entscheidend, dass bei anhaltender Erschöpfung und anderen Symptomen zunächst die Hausarztpraxis aufzusuchen und eine umfassende Diagnostik vornehmen zu lassen.

Das hilft beim Fatigue-Syndrom

Ist ME/CFS einmal diagnostiziert, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die auftretenden Symptome zu lindern. Da es sich weiterhin um eine nur unzureichend erforschte Erkrankung handelt, gibt es jedoch keinen festen Fahrplan und keine Erfolgsgarantie.

Die Bedürfnisse Betroffener sind häufig äußerst individuell. Daher sind die folgenden fünf Tipps lediglich als Inspiration gedacht und sollten in jedem Fall zur persönlichen Geschichte passend ausgewählt oder verworfen werden.

1. Mit dem Arzt über sinnvolle Medikation sprechen

Das Fatigue-Syndrom lässt sich bis heute nicht medikamentös behandeln. Es gibt folglich keine Tablette, die alle mit der Krankheit verbundenen Probleme löst und somit das Leiden lindert. Was jedoch möglich ist, ist die Behandlung einzelner Symptome und Grunderkrankungen. Dies selbstverständlich stets in Absprache mit dem behandelnden (Fach-)Arzt. Je nach Situation verschreibt dieser dann unter Umständen Medikamente wie

  • Antidepressiva,

  • blutdruckregulierende Mittel,

  • Schmerzmittel,

  • Schilddrüsenhormone,

  • Eisensupplemente

und weitere Präparate.

Übrigens: Bei Patienten, die nach einer Corona-Infektion Fatigue entwickeln, könnte auch die Impfung Linderung verschaffen. Es gibt Hinweise darauf, dass sich die Symptome der Fatigue im Rahmen von Long Covid bei einigen Patienten hierdurch bessern. Eine Impfung gegen Corona ist jedoch erst ab einem bestimmten Zeitpunkt nach der Erkrankung möglich. Diesbezüglich braucht es folglich wieder ein gründliches Gespräch in der Arztpraxis.

2. Psychotherapie in Anspruch nehmen

Es ist möglich, dass Patienten mit chronischer Fatigue von Psychotherapie profitieren. Das Gespräch mit einer vertrauten Person im geschützten Rahmen erlaubt es Betroffenen,

  • Strategien für den Umgang mit ihrer Erkrankung zu entwickeln,

  • ihre Grenzen zu erkennen,

  • und Selbstfürsorge zu betreiben.

Frau mit gefalteten Händen
© Priscilla Du Preez / Unsplash
Verstanden werden: Ein entscheidender Baustein auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden.

Auch kann eine Psychotherapie Patienten dabei helfen, eine psychische Grunderkrankung zu überstehen. Nicht selten kommt es bei ME/CFS auch zu Depressionen, Angststörungen und anderen affektiven Krankheitsbildern, deren Behandlung oberste Priorität haben sollte.

Extra-Tipp: Abseits der Psychotherapie stellen Selbsthilfegruppen für an ME/CFS leidende Menschen oftmals eine besonders große Hilfe dar. „Das Gefühl, verstanden zu werden und sich mit anderen auszutauschen, kann sehr hilfreich sein. Es wirkt dem Isolationsbedürfnis Betroffener entgegen und gibt ihnen neue Hoffnung.“ (Quelle: https://deutsche-fatigue-gesellschaft.de/damit-leben/selbsthilfegruppen/) Daher empfiehlt es sich, bei Interesse nach einer solchen Gruppe in der näheren Umgebung zu suchen.

3. Den eigenen Lebensstil überdenken

Es gibt zahlreiche Lebensstil-Faktoren, die das chronische Fatigue-Syndrom positiv als auch negativ beeinflussen können. Wie bereits erwähnt, befindet sich die Forschung diesbezüglich noch in den Kinderschuhen, weshalb es keine pauschalen Erfolgs-Handgriffe gibt. Es kann sich jedoch lohnen, den persönlichen Lebensstil genauer unter die Lupe zu nehmen. Zu Aspekten, die eine Verbesserung mit sich bringen könnten, gehören:

  • verringerter Medienkonsum

  • reduzierter Koffeinkonsum

  • vollwertige Ernährung

  • ausreichend Bewegung an der frischen Luft

  • regelmäßige Auszeiten im Alltag

  • und das Pflegen sozialer Kontakte je nach Energielevel.

Wichtig! Dass der eigene Lebensstil das Fatigue Syndrom beeinflussen kann, bedeutet nicht, dass Betroffene schuld an ihrer Erkrankung sind. Auch trifft sie keine Schuld, wenn bestimmte Veränderungen nicht in das eigene Leben passen und sich keine Verbesserung einstellt.

Die Schuld nicht bei sich selbst zu suchen, kann viel Erleichterung mit sich bringen. Auch ist es entscheidend, nicht zu glauben, dass es sich um persönliches Scheitern oder Unvermögen handelt. Auch wenn ME/CFS noch wenig erforscht ist, handelt es sich um ein ernstzunehmendes Krankheitsbild, bei dem die Ursachen vielgestaltig sind.

4. Regelmäßig für Bewegung sorgen

Bewegung ist einer der möglichen Schlüssel zur Tür, hinter der ME/CFS Betroffene mehr Wohlgefühl und Vitalität finden. Hier allerdings ist zeitgleich Vorsicht geboten, denn als typisches Symptom der Krankheit gilt auch eine Verschlechterung des Wohlbefindens nach Überlastung. Unter Fachleuten ist dies als „Post-exertional Malaise“ bekannt.

Erschöpfung nach Sport
© Bruno Aguirre / Unsplash
Nach dem Sport kommt der Absturz: „Post-exertional Malaise“ gilt als typisch für ME/CFS.

Da der Körper beim chronischen Fatigue-Syndrom auch moderate Sporteinheiten nicht zwangsweise gut verkraften kann, ist es umso wichtiger, auf persönliche Grenzen zu achten. Trainingsprogramme, die mit einer sehr niedrigen Intensität beginnen und sich im Laufe der Zeit allmählich steigern, können auf lange Sicht die bessere Wahl sein. Wer zu schnell zu viel will, verliert aufgrund der entstehenden Frustration möglicherweise die Lust an der Bewegung.

Extra-Tipp: Auch Sportarten mit einer eher ruhigen Grundhaltung wie Yoga, Pilates oder Tai-Chi können bei ME/CFS durchaus sinnvoll sein. Wer es versuchen möchte, muss nicht sofort eine Mitgliedschaft in einem Studio abschließen, sondern kann zunächst mithilfe verschiedener Trainingsvideos bei YouTube starten.

5. Das eigene Tempo finden

Das Chronische Fatigue Syndrom kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Manche Menschen verspüren die Erschöpfung lediglich phasenweise, während wiederum andere über Jahre hinweg täglich mit ausgeprägten Symptomen der Erkrankung kämpfen. Daher ist dieser fünfte Tipp einer der wichtigsten.

Jeder Mensch, der mit chronischer Erschöpfung konfrontiert ist, hat das Recht auf ein eigenes Tempo und persönliche Grenzen. Sich zu viel zuzumuten, ist bei ME/CFS keine gute Idee, denn dies kann zu einem sogenannten "Push-Crash-Zyklus" führen. Dieser Zyklus besteht aus einem ständigen Wechsel von Überforderung und Zusammenbruch. Langfristig führt dies zu noch mehr Frust und einem hohen Leidensdruck.

Den eigenen Körper kennenzulernen und herauszufinden, welche Belastung im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten nicht in den nächsten „Crash“ führt, ist eine große Aufgabe und entscheidend für das Leben mit dem Chronischen Fatigue Syndrom.

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