Fatigue Syndrom: 5 Ursachen der ständigen Erschöpfung

Fatigue Syndrom: 5 Ursachen der ständigen Erschöpfung

Chronische Müdigkeit und ausgeprägte Erschöpfung selbst nach kleinsten körperlichen oder geistigen Anstrengungen sind charakteristisch für das Fatigue Syndrom. Wir klären über Ursachen, Symptome und Behandlung auf.

Was ist das Fatigue Syndrom?

Das Fatigue Syndrom wird von Forschenden derzeit als Multisystemerkrankung verstanden, bei der Betroffene unter chronischer Müdigkeit und Erschöpfung leiden. Es wird angenommen, dass bei der Erkrankung das Immunsystem, Nervensystem und der Energiestoffwechsel fehl funktionieren und dem Körper einfach nicht genug Energie zum normalen Funktionieren bereitsteht. Das Syndrom ist zwar seit einiger Zeit bekannt, aber aufgrund der komplexen Zusammenhänge und uneindeutigen Auslöser nur schlecht erforscht. Früher war das Syndrom auch als „chronisches Erschöpfungssyndrom“ bekannt. Heute hat sich in der Forschungsgemeinde die Abkürzung ME/CFS für „Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom“ durchgesetzt. In Deutschland sind Schätzungen zufolge wohl 300.000 Menschen betroffen. Da die Symptome aber uneindeutig und vielfältig sind, liegt die tatsächliche Zahl sicherlich bedeutend höher. Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Beeinträchtigte Konzentrationsfähigkeit
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Wortfindungsstörungen
  • Schwindel

5 Ursachen, die das Fatigue Syndrom auslösen können

Für die Entstehung des Fatigue Syndroms gibt es wahrscheinlich nicht nur einen einzigen Auslöser. In der Wissenschaft wird immer noch eifrig daran geforscht, die exakten Zusammenhänge herauszustellen, die zum Auftreten des Fatigue Syndroms führen. Forschende gehen zurzeit aber davon aus, dass es sich bei ME/CFS um ein mulitfaktorielles Geschehen handelt, wobei viele unterschiedliche Faktoren im Zusammenspiel die Krankheit erst auslösen. Ein gestörter Hormonhaushalt, Erkrankungen des zentralen Nervensystems und Autoimmunerkrankungen können Auslöser von ME/CFS sein.

Das Fatigue Syndrom kann aber auch im Zuge einer anderen Erkrankung entstehen, oder sich nach der Erkrankung manifestieren. Solche Ursachen könnten etwa sein:

1. Anämie

Bei der Blutarmut sind nicht ausreichend rote Blutkörperchen im Blutserum enthalten. Das ist deshalb problematisch, da die roten Blutzellen für den Sauerstofftransport von der Lunge in die Körperzellen zuständig sind. Das Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, der unserem Blut seine Farbe gibt, nimmt in der Lunge Sauerstoff auf und transportiert ihn durch den gesamten Körper zu jeder Körperzelle. Ohne ausreichend rote Blutkörperchen bekommen die Zellen nicht genügend Sauerstoff. Es stellen sich typische Symptome des Fatigue Syndroms ein, wie Müdigkeit, Minderung der Leistungsfähigkeit und Erschöpfung.

Mehr erfahren: Das sind die Symptome der Blutarmut > >

2. Pfeiffersches Drüsenfieber

Virale Infektionen, die zu schweren Immunantworten führen, können nicht nur mit Anzeichen von ME/CFS einhergehen, sondern auch eine Folgeerkrankung mit dem Fatigue Syndrom auslösen. Viele Betroffene berichten etwa, dass sie nach Überstehen einer schweren Grippe die typischen Symptome von ME/CFS erstmals bemerkten. Oft wird in diesem Zusammenhang das Pfeiffersche Drüsenfieber genannt. Es wird durch das Epstein-Barr-Virus ausgelöst, ist über Tröpfcheninfektion ansteckend und verursacht grippeähnliche Symptome mit geschwollenen Lymphknoten, Fieber, Erkältung und eben auch ausgeprägte Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit und Minderung der Leistungsfähigkeit. Diese zuletzt genannten Symptome können auch nach Überstehen des Pfeifferschen Drüsenfiebers anhalten und zum Fatigue Syndrom führen.

3. Krebserkrankungen

Das Fatigue Syndrom als Folgeerscheinung oder begleitende Erkrankung bei Krebs ist ebenfalls eine oft beobachtete Ursache. Krebserkrankungen haben einen mitunter starken Effekt nicht nur auf das Immunsystem, sondern auch auf das Nervensystem und den Hormonhaushalt. Einige Krebsarten stellen eigene hormonähnliche Stoffe her, die an das Blut übergehen und zu Veränderungen im Energiestoffwechsel führen können. Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind dann eine direkte Folge der Tumore. Auch die Behandlung von Krebs führt zu Fatigue-Symptomen. Chirurgische Eingriffe, Strahlen- oder Chemotherapie belasten das Immunsystem schwer.

4. Long-Covid

Manche Betroffene, die eine Erkrankung mit Covid-19 überstanden haben, leiden auch Monate nach ihrer Genesung an Symptomen wie Kurzatmigkeit, eingeschränkter Geruchssinn oder Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Diese langanhaltenden und mitunter auch erst spät nach einer Infektion mit Covid-19 auftretenden Beschwerden werden Long-Covid genannt. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass etwa jeder zehnte Corona-Betroffene später unter Long-Covid leidet. Das Fatigue Syndrom ist eines der häufigeren Folgen von Long-Covid. Selbst Menschen, die verhältnismäßig milde Krankheitsverläufe hatten, oder sogar asymptomatisch waren, können infolge der Corona-Erkrankung das Fatigue Syndrom entwickeln. Wie lange die chronische Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche anhält, ist von Person zu Person unterschiedlich. 

Im Video: Fatigue Syndrom als Folge einer Erkrankung mit Covid-19

5. Mangelernährung und Nährstoffmangel

Stehen unserem Körper nicht genug Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe zur Verfügung, können Stoffwechselprozesse nicht vernünftig ablaufen. Die Energiegewinnung ist vor allem bei stark einseitiger Ernährung, Unterernährung und Mangelernährug beeinträchtigt. Menschen, die etwa im Zuge einer extremen und sehr ungesunden Diät weniger als 500 Kalorien pro Tag zu sich nehmen, können schnell in Zustände einer Fatigue geraten. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln ist enorm wichtig für den Energiehaushalt des Körpers.

Behandlung der Sypmtome

Da die komplexen Zusammenhänge körperlicher Auslöser, Ursachen und Immunreaktionen beim Fatigue Syndrom in der Wissenschaft noch nicht sehr gut verstanden werden, existiert keine Möglichkeit, das Syndrom an sich zu behandeln. Werden allerdings eine oder mehrere exakte Ursachen bei Betroffenen identifiziert, können diese behandelt werden. Durch die Behandlung der Ursache, lindern sich dann auch die typischen ME/CFS-Beschwerden.

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