Strahlung: Wie wirken Elektronik, W-Lan und Smartphone auf unsere Gesundheit?

Frau mit Kopfschmerzen
Tagtäglich sind wir im Alltag umgeben von elektronischen Geräten. Das Smartphone in der Tasche, der W-Lan Router an der Wand und zahlreiche weitere Dinge, die nicht ohne Strom funktionieren, haben sich längst etabliert. Dabei kommt auch die Frage auf, ob Strahlung negative Auswirkungen haben kann. Nicht nur in Deutschland geht man dem auf die Spur. Auch Österreich und die Schweiz untersuchen Elektrosmog und Co. genauer.

Elektronik: Problemkind Elektrosmog

 
Elektronik ist im Grunde ein weites Feld. Ihr können selbst Menschen ohne Handy und Internet kaum entgehen. Schon der Fernseher ist eine mögliche Quelle für elektrische Strahlung. Und sogar ein Leben ganz ohne Strom bietet keinen umfassenden Schutz. Schließlich gibt es da noch die Hochspannungsleitungen vor der Haustür und das Handynetz.
 
Österreichische Nachbarn vom Amt der Salzburger Regierung sehen hierin ein Risiko. Sie erachten vor allem Geräte mit Leistungen im Kilo- und höheren Megahertz-Bereich als kritisch. Hierzu gehören sowohl PC-Monitore und Notebooks, aber auch von
 
  • Energiesparlampen,
  • Mobiltelefonen,
  • Schnurlostelefonen
  • und anderen Elektrogeräten
 
geht den Experten zufolge eine Strahlung aus, die das Wohlbefinden stören kann.
 
Daher ist es nur empfehlenswert, über die persönliche Nutzung elektrischer Geräte nachzudenken, um mögliche Langzeitfolgen einer zu starken Strahlenbelastung zu vermeiden. Dass das nicht unbedingt leicht ist, liegt auf der Hand.
 

Strahlung messen im eigenen Zuhause

 
Wer genauer wissen möchte, wie es um die Belastung in den eigenen vier Wänden bestellt ist, kann selbst messen. IBES – das Institut für biologische Elektrotechnik - weist hier auf zwei verschiedene Elektrosmog-Messgeräte hin, die auch von unerfahrenen Nutzern problemlos bedient werden können. Zeigt sich eine Belastung, kann anschließend reagiert werden. Ob die Maßnahme erfolgreich war, lässt sich mit einer weiteren Messung herausfinden.
 

W-Lan: Kann es der Gesundheit schaden?

 
Ein Leben ohne Internet ist für die meisten Menschen heute unvorstellbar. Kochrezepte, Alltagstipps und Unterhaltung kommen heute oft direkt aus dem World Wide Web auf Geräte wie Notebook und Smartphone. Kabelgebundenes Internet wird aufgrund mangelnder Flexibilität immer unbeliebter, weswegen W-Lan Router in Wohnungen zum üblichen Inventar gehören. Aber auch von ihnen geht eine Strahlung aus.
 
Diese Strahlung liegt zwar unterhalb der Grenzwerte, die international festgelegt wurden, ist im Hinblick auf ihre Langzeitwirkung jedoch nicht hinreichend erforscht. Wichtig zu wissen ist, dass sich die Strahlung, die von einem W-Lan Router ausgeht, vor allem in dessen nächster Nähe stärker darstellt. Router sollten daher am besten in Bereichen stehen, die nicht häufig genutzt werden.
 
Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, hat auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bereits vor geraumer Zeit dazu geraten, W-Lan nicht in Schulen einzusetzen. In Deutschland scheinen sich die Experten folglich ebenfalls nicht sicher zu sein, wie das Risiko zu bewerten ist.
 
W-Lan Router erzeugen während des Betriebes elektromagnetische Felder mit hoher Frequenz. Eine mögliche Folge kann das Erwärmen von Körpergewebe darstellen. Es könnte jedoch sein, dass die Forschung in den kommenden Jahren weitere Aspekte beleuchtet. Das geringe gesundheitliche Risiko ist folglich nicht in Stein gemeißelt, sondern ein noch unerforschter Bereich. Wenngleich W-Lan derzeit als nicht gefährlich gilt, kann es sich in Privathaushalten lohnen, den Router während der Nachtstunden abzuschalten.
 

Das Smartphone: Unterschätzte Strahlung

 

Jugendliche und Erwachsene nutzen ihre Smartphones täglich. Viele von ihnen sogar stundenlang. Das ist nicht nur für die Augen ein Problem. Von jedem dieser Geräte aber geht eine Strahlung aus, deren Stärke mit Hilfe des SAR-Wertes angegeben wird. Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz berichtet in einer Pressemitteilung über den Mobile World Congress, auf dem Experten über die mögliche Gesundheitsgefahr durch Mobilfunkfeldern und Smartphones gesprochen haben. Auch hier war wieder die Rede von der Einhaltung geltender Grenzwerte, um das Risiko gering zu halten.
 
Zusätzlich jedoch gaben die Experten zu bedenken, dass insbesondere Langzeitwirkungen nicht ausreichend erforscht sind. Sie raten dazu, Mobiltelefone mit einem möglichst niedrigen SAR-Wert zu nutzen.  Dieser Wert zeigt auf, wie viel Energie während einer definierten Zeitspanne aufgenommen und in Wärme verwandelt werden kann. Angegeben wird der SAR-Wert in Watt pro Kilogramm. Smartphones sollten über einen Wert von höchstens zwei verfügen und besser nicht direkt am Körper getragen werden.
 
In der Schweiz will man sich nun näher mit der Strahlung des Mobilfunks befassen. Aufschlussreiche Ergebnisse soll eine erst kürzlich gegründete Arbeitsgruppe liefern, die vom schweizerischen Bundesamt für Umwelt geleitet wird. Der Fokus der Untersuchungen liegt auf möglichen Risiken des Ausbaus im 5G Bereich, denn auch hier fürchten viele Experten negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus.
 
Ähnlich sieht man das dort auch in Bezug auf Elektrosmog: „Elektrosmog setzt die eigene Immunabwehr (Krebs) herunter, kann Stresszustände im Körper verursachen, verstärkt bereits bestehende Krankheitsbilder, hemmt die Genesung und erzeugt Therapieresistenz und verändert hormonelle Abläufe“, so die Elektrosmog-Experten von IBES, dem Institut für biologische Elektrotechnik.
 

Fazit: Es muss weiter geforscht werden

 
Inwiefern Strahlung von elektronischen Geräten, Mobilfunknetzen und Co. den menschlichen Körper negative beeinträchtigt, ist eine wichtige Frage, die länderübergreifend beantwortet werden sollte. Verbraucher müssen jedoch weiterhin auf klare Antworten warten. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, verantwortungsbewusst mit Elektronik umzugehen und sich um ein möglichst unbelastetes Leben zu kümmern. Das ist nicht nur im Hinblick auf Strahlung sinnvoll, sondern kann auch dabei helfen, den Kontakt zum natürlichen Ursprung des Lebens nicht zu verlieren.