Magen-Darm-Erkrankung Rotaviren: Ursachen, Symptome und Behandlung

Häufig erkranken Säuglinge und Kleinkinder an der Rotaviren-Infektion. Wie die Viren übertragen werden, welche Krankheitszeichen auftreten und was ihr dagegen tun könnt, lest ihr hier.

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Meldepflicht

Generell gelten die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes. Die Darminfektion muss spätestens 24 Stunden nach der Diagnose beim Gesundheitsamt gemeldet werden. Arbeitet die betroffene Person mit Lebensmitteln oder in Einrichtungen mit Gemeinschaftsverpflegung ist der oder die Erkrankte meldepflichtig. Ist der Betroffene gleich von zwei oder mehreren ähnlichen Krankheiten betroffen, muss ebenfalls eine Meldepflicht in Erwägung gezogen werden. Arbeiten darf der Erkrankte frühestens zwei Tage nach Abklingen der Beschwerden. Über einen genauen Zeitpunkt entscheidet der behandelnde Arzt oder das zuständige Gesundheitsamt.

Sind Kinder unter sechs Jahren an der ansteckenden Infektion erkrankt oder besteht der Verdacht auf die Darminfektion, dürfen sie frühestens zwei Tage nach Abklingen der Beschwerden wieder in den Kindergarten oder die Schule. Auch hier entscheidet der zuständige Arzt oder das Gesundheitsamt. Es ist die Pflicht der Eltern, die Gemeinschaftseinrichtung über die Erkrankung zu informieren. Ein ärztliches Attest ist hierfür meist nicht erforderlich.

Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen, die Kinder bis zum 6. Lebensjahr betreuen, sind dazu verpflichtet, das zuständige Gesundheitsamt direkt zu benachrichtigen, sobald Rotaviren in der Einrichtung vermutet werden oder im Umlauf sind.​ Die Gefahr, dass Kleinkinder an Rotaviren schwer erkranken, ist enorm hoch. Prophylaktisches Handeln kann schützen.

Impfschutz

Gegen diese Kinderkrankheiten sollte jeder Erwachsene geimpft sein!

Wie könnt ihr euch vor dem Rotavirus schützen?

So könnt ihr der Infektion vorbeugen:

  • Impfung: Die Ständige Impfkommission (STIKO) befürwortet eine Schluckimpfung für Säuglinge gegen Rotaviren. Diese soll ab Vollendung der 6. Lebenswoche und spätestens bis zur 12. Lebenswoche erfolgen. Um den vollständigen Schutz gewähren zu können, sind je nach Impfstoff zwei oder drei Dosen in einem Abstand von mindestens vier Wochen vorgesehen. In einem Säuglingsalter zwischen 16 und 22 Wochen, allerspätestens bis zum Alter von 32 Wochen, sollte die Rotaviren-Impfung beendet sein.
  • Nach der ersten Impfdosis kann es sein, dass ein Darmabschnitt in einen anderen einstülpt - auch bekannt als Invagination. Dies tritt jedoch nur in sehr seltenen Fällen auf. Bei Säuglingen nimmt die Gefahr einer Einstülpung des Darmabschnitts mit höherem Alter zu, eine rechtzeitige Impfung ist daher von Vorteil. Kommt es bei eurem geimpften Säugling zu Nebenwirkungen wie Erbrechen, schrillem Schreien mit Anziehen der Beine oder Bauchschmerzen, solltet ihr einen Kinderarzt aufsuchen und euer Kind untersuchen lassen.
  • Handhygiene: Achtet darauf, dass sowohl die Hände der Kleinen als auch eure Hände besonders regelmäßig mit Wasser und Seife gewaschen werden. Besonders vor der Zubereitung von Essen, nach dem Windelwechseln und nach jedem Toilettengang solltet ihr euch gründlich die Hände waschen. Je eher eure Kinder lernen, sich regelmäßig die Hände zu waschen, desto besser ist es für ihre Gesundheit.
  • Zusätzlich ist es wichtig, dass jeder seine eigenen Handtücher und Pflegeprodukte verwendet.
  • Handtücher, Waschlappen und Bettwäsche sollten in regelmäßigen Abständen gewechselt und bei mindestens 70° gewaschen werden.
  • Gegenstände, mit denen ihr täglich in Berührung kommt, wie Türgriffe oder Armaturen, sollten täglich gereinigt werden, damit mögliche Bakterien und Viren keine Überlebenschance haben.
  • Wichtig ist zudem ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln. Rotaviren mögen im Vergleich zu Bakterien keine Hitze, sie werden bei mindestens 70°C getötet.

Autor: Mareike Schumacher

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