Krebsvorsorge PAP-Test zur Früherkennung von Zellveränderungen

Bei der Krebsvorsorge gilt: je früher die mutierten Zellen erkannt werden, desto besser. Gerade bei den typisch weiblichen Krebsformen wie Gebärmutterhalskrebs oder Brustkrebs erhöhen sich die Heilungschancen deutlich bei der Früherkennung durch den PAP-Test.  

PAP-Abstrich, Untersuchung

Der PAP-Test, benannt nach dem Pathologen George Nicolas Papanicolaou (1883-1962), ist im eigentlichen Sinne kein Test zur Früherkennung von Krebs. Es handelt sich um einen zytologischen Abstrich der Schleimschicht im Bereich des Gebärmutterhalses. Er wird meist während der gynäkologischen Untersuchung im Rahmen der Krebsvorsorge vom Frauenarzt durchgeführt und dient zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Das Ergebnis des PAP-Tests gibt Auskunft darüber, ob die Zellen gesund sind und normal aussehen, es sich also um unauffällige Befunde handelt oder ob sie Mutationen bzw. Veränderungen aufweisen. In diesem Fall wird von einem unklaren Befund gesprochen, der in 5 Stufen eingeteilt werden kann. Hier gibt es die Stufen Pap I bis Pap V. Pap I beschreibt einen völlig einwandfreien Befund - und ist damit sehr selten. Denn bereits eine Pilzinfektion oder sexuelle Aktivität können das Gewebe reizen und somit eine Veränderung bewirken. Wichtig für alle Patientinnen: eine Veränderung der Zellen ist nicht gleichbedeutend mit der Diagnose 'Krebs'. Erst ab Pap IV liegt eine schwere Zellveränderung vor und möglicherweise eine Vorstufe von Krebs. Bei Pap V ist bereits mit großer Sicherheit aus der Zellveränderung ein Tumor geworden. Ist der Pap-Befund nicht eindeutig, sollte er möglichst innerhalb von drei Monaten, mindestens aber innerhalb eines Jahres, wiederholt werden. Ist der Test unauffällig, wird er im normalen Vorsorgeintervall von zwölf Monaten erneut durchgeführt. Alle weiteren Ergebnisse ziehen erneute PAP-Abstriche und ggf. weiterführende Untersuchungen nach sich. 

Wie genau funktioniert der PAP-Test?

Bei einem PAP-Abstrich werden mittels Wattestäbchen und dem sogenannten Szalay-Spatel oder einer kleinen Bürste vorsichtig Zellen aus dem Gebärmutterhals geschabt und auf einen Objektträger ausgestrichen. Anschließend wird die Probe mit 96-prozentigem Alkohol fixiert und mittels Hämatoxylin gefärbt. 
Jetzt können die Zellen unter dem Mikroskop beurteilt werden. Der Test erlaubt Rückschlüsse auf den Hormonstatus einer Patientin, auf mögliche Entzündungen im Körper und Krebsvorstufen. Auch Infektionskrankheiten, Pilze und Herpes können über den PAP-Abstrich erkannt werden. 
In der Regel begutachtet der Frauenarzt den PAP-Abstrich direkt nach der Entnahme und Fixierung unter dem Mikroskop. Hierbei kann er bereits erste mögliche Veränderungen erkennen. Der eigentliche PAP-Test erfolgt im Labor. Hier wird das Material feingeweblich untersucht. Das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb der darauffolgenden Woche vor. Der PAP-Test weist eine Ergebnissicherheit von 90 Prozent auf. Die Untersuchung ist üblicherweise schmerzlos und zwickt nur ein wenig. Dennoch empfinden viele Patientinnen sie als unangenehm. Direkt im Anschluss der Untersuchung kann es gelegentlich zu leichten Schmierblutungen kommen. 

Wann sollte ein PAP-Test durchgeführt werden?

Bereits seit 1971 zählt der PAP-Test zur Krebsvorsorge und wird von der gesetzlichen Krankenversicherung ab dem 20. Lebensjahr einmal pro Jahr bezahlt. Die Einführung des Tests hat in den vergangenen Jahrzehnten große Erfolge gebracht. Bei vielen Frauen konnte so eine Krebserkrankung frühzeitig erkannt und größere, chirurgische Eingriffe vermieden werden. 
Auch andere Erkrankungen, wie beispielsweise eine Chlamydien-Infektion, können durch den Test frühzeitig erkannt werden. Aus diesem Grund ist eine jährliche Untersuchung beim Gynäkologen inklusive PAP-Test für jede Frau dringend zu empfehlen. 

Vorgehen bei auffälligem PAP-Test

Sobald der Test einen auffälligen Befund hat, wird dieser zunächst genauer abgeklärt. In vielen Fällen handelt es sich um Entzündungen oder Pilzinfektionen, die nun behandelt werden sollten. Der PAP-Test wird nun in Intervallen von drei bis sechs Monaten wiederholt. Erst wenn drei Befunde hintereinander ohne Auffälligkeiten sind, kann mit dem normalen Vorsorgezyklus von einer Untersuchung pro Jahr weitergemacht werden.
Sollten die drei aufeinanderfolgenden Abstriche jeweils grenzwertige Veränderungen aufweisen, ist eine Scheidenspiegelung, eine sogenannte Kolposkopie, erforderlich. Dabei handelt es sich um eine optische Untersuchung von Scheide und Gebärmutterhals mittels eines speziellen Instruments, dem Kolposkop. Das Instrument, welches vor dem Scheideneingang positioniert wird, erlaubt eine 6- bis 40-fache Vergrößerung des Gebärmutterhalses und der Scheide unter spezieller Beleuchtung. Mittels einer speziellen Diagnoselösung erkennt der Arzt kleinste Blutungen, Gewebedefekte und Geschwulste. Bei auffälligen Befunden wird anschließend eine Gewebeentnahme, die sogenannte Biopsie, durchgeführt. Hierbei wird Gewebe mittels einer kleinen Zange entnommen und im Labor weiter untersucht.

Und was, wenn alle weiteren Tests Zellveränderungen aufzeigen?

Ein mögliches Ergebnis der Folgeuntersuchungen nach dem PAP-Test sind charakteristische Veränderungen der Zellen des Gebärmutterhalses, sogenannte zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN). Dabei handelt es sich um ein Krebsvorstufe, die wiederum in drei verschiede Schweregrade unterteilt ist.
Der wichtigste Verursacher eine CIN ist die chronische Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Knapp 80 Prozent aller Menschen waren wenigstens einmal im Leben mit den HP-Viren infiziert. Die Viren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Die Gefahr einer Infektion steigt mit der Anzahl der verschiedenen Sexualpartner. Mittlerweile können Mädchen, die noch keinen Geschlechtsverkehr gehabt hatten, eine HPV-Impfung vornehmen lassen. Einige gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Impfung, eine direkte Nachfrage wird euch verraten, ob das auch bei eurer Krankenkasse der Fall ist oder nicht.  
Zur näheren Diagnostik der CIN und ggf. auch zur Behandlung wird nun eine sogenannte Konisation vorgenommen. Dabei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff unter Kurznarkose oder örtlicher Betäubung. Dabei wird der betreffende Teil des Gebärmutterhalses entfernt und im Labor untersucht. In vielen Fällen kann dabei das gesamte betroffene Gewebe entnommen werden. Das erkennt man daran, dass an den Rändern des entfernten Gewebes nur noch gesunde Zellen zu erkennen sind. 

Eine Früherkennung von mutierten Zellen, der sogenannten Dysplasie, ist immer sinnvoll für eure Gesundheit, deswegen solltet ihr auch immer nach einem PAP-Test bei eurem Frauenarzt fragen.