Notfall Katzenbiss – wie gefährlich ist das?

Während ein Kratzer oft noch harmlos ist, kann der Biss einer Katze gefährlich werden. Wir erklären, wie Sie bei einem Biss handeln und warum immer ein Arztbesuch angeraten ist.

Katze_beißt_in_Hand

Schnell ist es passiert: Der doch so süße Stubentiger beißt beim Spielen und Toben, oft auch ohne böse Absicht, zu. Die spitzen Fangzähne stecken in der Haut und es fängt an zu bluten. Viele Katzenbesitzer tun dies als normale Verletzung ab – ähnlich wie Kratzspuren. Ein Katzenbiss sollte jedoch immer nochmal von einem Arzt untersucht werden. Unbehandelt kann ein Biss so zu einem Notfall werden. 

Was macht einen Katzenbiss so gefährlich?

Katzen haben in ihrem Speichel verschiedene Keime und Bakterien. Durch einen Biss gelangen diese in die Wunde bzw. den Blutkreislauf, sodass sie eine Entzündung verursachen können. Vor allem in tiefen Wunden befindet sich oftmals nur wenig Sauerstoff, sodass Bakterien, die nicht auf Sauerstoff angewiesen sind, leichtes Spiel haben. Die sogenannten Anaerobier können zu einer Schwellung der Lymphknoten und -bahnen sowie einer Blutvergiftung führen, bei der die Keime eine Hirnhautentzündung oder Knochenentzündung auslösen. Auch können Krankheitserreger übertragen werden, die Wundstarrkrampf (Tetanus) oder Tollwut auslösen. Schauen Sie in Ihrem Impfpass, wann die letzten Impfungen waren und frischen Sie diese vorsorglich auf!

Katzenbiss: Entzündungsanzeichen erkennen

  • lokale Überwärmung
  • Rötung
  • Schmerz
  • Schwellung
  • eingeschränkte Funktion
  • Austritt von blutigem Sekret oder Eiter

Katze hat zugebissen: Was tun?

Manchmal kommt es vor, dass Katzenbesitzer, aber auch Fremde, die Warnsignale der Katze nicht richtig kennen oder gar übersehen. So kann es schnell passieren, dass das Tier zubeißt. Das geschieht vor allem beim Spielen, Toben oder wenn das Tier geärgert bzw. verärgert wird. Da sich laut Statistik jeder zweite Katzenbiss entzündet, sollten Sie in jedem Fall zum Arzt gehen. Um das Risiko zu verringern, leisten Sie unbedingt Erste Hilfe!

  1. Die Wunde reinigen
    Blutet die Wunde nur schwach, säubern Sie diese vorsichtig mit Leitungswasser und ggf. etwas pH-hautneutraler Seife. Sollte die Wunde stark bluten, legen Sie einen Druckverband mit mehreren sterilen Kompressen an. Umwickeln Sie den Stapel mit einer Mullbinde und legen eine ungeöffnete Packung auf die Stelle. Wickeln Sie den Rest der Mullbinde straff um die Verpackung. Ist das Stoppen der Blutung nicht möglich, rufen Sie den Rettungsdienst.
     
  2. Desinfizieren
    Hautdesinfektionsmittel beseitigt Bakterien in der Wunde. Doch Vorsicht: Das Sterilium kann in der Wunde brennen.
     
  3. Wunde steril abdecken
    Um eine Entzündung durch Bakterien zu vermeiden, sollten Sie die Bisswunde keimfrei abdecken. Eine sterile Wundauflage und eine Mullbinde erfüllen ihren Zweck. Beides gibt es in der Apotheke.
     
  4. Die Verletzung ruhig stellen
    Vor allem bei tieferen Bissen können sich Bakterien vermehren, wenn Sie körperlich aktiv werden. Schonen Sie die verletzte Körperregion. Mithilfe eines Dreiecktuchs können Sie z. B. eine Armschlinge anlegen und so die Verletzung, wenn sie an Hand oder Arm ist, ruhigstellen.
     
  5. Schnellstmöglich zum Arzt
    Ein Katzenbiss birgt immer ein hohes Infektionsrisiko, weshalb Sie, auch wenn es nur eine kleine Verletzung ist, immer zum Arzt gehen sollten.

So können Sie einem Katzenbiss vorbeugen

Natürlich kann man einen Katzenbiss nicht immer vermeiden – es hilft aber ungemein, wenn man das Verhalten einer Katze richtig interpretieren und mögliche Warnsignale erkennen kann. Folgende Maßnahmen helfen ebenfalls, um einen Katzenbiss vorzubeugen:

  1. Katzen beißen gerne zu, wenn sie sich erschrecken. Verhalten Sie sich in der Gegenwart einer Katze immer ruhig und machen Sie sich bemerkbar, wenn Sie sich ihr nähern.
     
  2. Fremde Katzen sollten Sie nur dann anfassen, wenn Sie dem Tier vertrauen und es der Besitzer erlaubt. Lassen Sie dafür die Katze an Ihrer Hand schnuppern. Das nimmt das erste Misstrauen und zeigt der Katze, dass Sie ihr nichts Böses wollen.
     
  3. Haben Sie typische Warnsignale wie das Zucken von Hautmuskeln und Schwanz, Ohrenanlegen, Fellsträuben, und Fauchen stets im Blick.
     
  4. Besondere Vorsicht ist im Umgang mit einer Katze geboten, die gerade Junge bekommen hat. Ihr Schutzinstinkt ist dann besonders ausgeprägt.
Datum: 26.08.2020
Autorin: Christina Liersch