Virusinfektion FSME – so schützen Sie sich vor Zecken!

Mit steigenden Temperaturen breiten sich auch die Zecken wieder in Gräsern und Büschen aus. Einige übertragen Viren, die zur gefährlichen Frühsommer-Meningoenzephalitis führen können. Wir erklären, wie Sie sich schützen.

Zecken

Bei einem Biss können Zecken Viren in den menschlichen Körper übertragen, die eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen können. Andere Zecken wiederum können Bakterien übertragen, die Borreliose verursachen. Während Borreliose gut mit Antibiotika behandelt werden kann, gibt es gegen FSME bislang keine Medikamente – nur einen Impfstoff. Wir verraten Ihnen, wie Sie sich vor FSME schützen können!

Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis

Wer in den Gebieten Süddeutschlands, vor allem in Baden-Württemberg und Bayern, in hohen Gräsern oder im Unterholz unterwegs ist, sollte sich vor der Abreise über die mögliche FSME-Impfung informieren. Da das Virus eine Gehirn-, Gehirnhaut- oder Rückenmarksentzündung verursachen kann, die im schlimmsten Fall lebensgefährlich wird, ist ein ausreichender Schutz vor Zecken essenziell. 

Grundimmunisierung
Für die Grundimmunisierung sind drei Impfungen erforderlich. Nach der ersten Impfung folgt die zweite Dosis ca. ein bis drei Monate später. Die dritte Impfdosis nach weiter 5-12 oder 9-12 Monaten. Ein Schutz besteht schon nach 14 Tagen nach der zweiten Impfung. Für einen länger anhaltenden Schutz sollte die dritte Impfung durchgeführt werden. Um für die FSME-Saison geschützt zu sein, sollten Sie die Impfserie bereits im Winter beginnen. 

Auffrischungsimpfung
Bei fortbestehendem Ansteckungsrisiko wird eine erste Auffrischungsimpfung nach drei Jahren empfohlen. Weitere Auffrischungen werden alle fünf Jahre fällig. 

Schnellschema
Wird ein schneller Schutz benötigt, kann die Impfung nach dem Schnellschema durchgeführt werden. Das Impfschema hängt dabei von verwendeten Impfstoff ab. So kann z. B. ein Impfschutz, der für eineinhalb Jahre hält, schon drei bis fünf Wochen nach der ersten Impfung wieder verabreicht werden. Ideal, um z. B. bei kurzfristig geplanten Reisen in Risikogebiete geschützt zu sein.

Schutz vor Zecken

In Risikogebieten ist immer Vorsicht geboten. Mit diesen Tipps schützen Sie sich vor Zecken:

  1. Meiden Sie Aufenthalte in hohen Gräsern oder Unterholz. Dort lauern die meisten Zecken.
  2. Tragen Sie lange Hosen und Shirts mit langen Ärmeln. So gelangen die Zecken nicht so schnell auf die Haut.
  3. Tragen Sie bevorzugt helle Kleidung: Auf ihr sind Zecken besser zu erkennen.
  4. Stecken Sie Ihre Hosenbeine in die Socken, damit die Zecken nicht so leicht unter die Kleidung krabbeln können.
  5. Verwenden Sie ein insektenabweisendes Mittel. Nach ein bis drei Stunden muss der Schutz jedoch wieder erneuert werden.
  6. Suchen Sie nach jedem Aufenthalt in Zeckengebieten Ihren Körper ab. Besonders dünne und warme Hautstelle, wie Kniekehlen, Hals, Kopf, Arme, Intimbereich und Füße sind bei Zecken sehr beliebt.
  7. Auch nach einem Zeckenbiss kann eine FSME-Impfung helfen, nicht an dem Virus zu erkranken.

Datum: 19.05.2020

Autor: Christina Liersch

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