Blutdruck: Der Druck muss stimmen

Kennen Sie Ihre Blutdruckwerte? Der Blutdruck gibt aufschlussreiche Auskünfte über Ihre Vitalität, Ihren Lebensstil und über Ihren Gesundheitszustand.

Blutdruckmessgerät Braun ExactFit 5 in Anwendung

Freund oder Feind in Ihrem Körper

Als der italienische Arzt Scipione Riva-Rocci im Jahre 1896 auf dem Kongress für Innere Medizin den Vorläufer unserer heutigen modernen Blutdruckmessgräte vorstellte, konnte er nicht ahnen, wie wichtig seine Erfindung für die Gesundheit der Menschen werden würde. Ihm gelang es damals, zum ersten Mal den Blutdruck einfach und vor allem unblutig zu messen. Heute sind regelmäßige Blutdruckmessungen wichtige prophylaktische Gesundheitsmaßnahmen, weil der Hochdruck in Europa zur Volkskrankheit Nummer Eins zählt und eine der Geißeln der modernen Zivilisation darstellt.
 

Wie sich der Blutdruck auf die Gesundheit auswirkt

Alle Organe des menschlichen Körpers, selbst die kleinsten Kapillargefäße, werden vom Blut versorgt. Damit das Blut überall hingelangen kann, muss es mit einem Druck aus dem Herzen gepumpt werden. Der höchste Druck ist vorhanden, wenn sich das Herz zusammenzieht, wir sprechen vom systolischen Wert. Nach dem Zusammenziehen erschlafft das Herz wieder und es wird kein Blut mehr in die Arterien gepumpt, der diastolische Wert wird gemessen.
Der optimale Blutdruckwert liegt bei 120/80 mm Hg. Von einem Bluthochdruck wird bei Blutdruckwerten ab 140/90 mm Hg, Maßeinheit Millimeter Quecksilbersäule, gesprochen. Wobei Sie jedoch berücksichtigen müssen, dass der Blutdruck schwankt. Der Blutdruck steigt morgens und abends, bei körperlichen Aktivitäten oder bei Stress stärker an und fällt in Ruhe oder während des Schlafens wieder ab. Um die Diagnose Bluthochdruck abzusichern, müssen Sie deshalb den Wert an verschiedenen Tagen und zu unterschiedlichen Tageszeiten messen. Eine Beratung zur Auswahl des richtigen Messgerätes sowie zur Messung selbst erhalten Sie zum Beispiel in Sanitätshäusern oder Apotheken. Auch Versandapotheken bieten eine entsprechende ausführliche und kostenfreie Beratung z. B. via Telefon an. Nutzen Sie diese Angebote, um eine genaue Messung zu gewährleisten.
 

Die stille Gefahr

Obwohl der Bluthochdruck, Hypertonie, gut erforscht und die Risikofaktoren ausführlich dokumentiert sind, sind Kardiologen auch weiterhin bemüht, neue Erkenntnisse über den Hochdruck zu erlangen und innovative Methoden zu finden, um Menschen mehr über diese Krankheit zu sensibilisieren. Das Heimtückische am Bluthochdruck ist nämlich, dass er relativ spät entdeckt wird. Ist Ihr Blutdruck erhöht, spüren Sie es meistens nicht. Viele Menschen wissen gar nicht, dass der Druck in den Adern zu hoch ist, weil es leider keine typischen Symptome gibt. Aber gerade dieses stille Wirken des Bluthochdrucks ist fatal: Wird der Hochdruck nicht behandelt, schädigt er kleine und große Gefäße im Körper. Das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt, Netzhautschäden oder Nierenversagen steigt durch den Hochdruck drastisch. Experten schätzen, dass mehr als die Hälfte aller Schlaganfälle und jeder zweite Herzinfarkt direkte Folgen von Bluthochdruck sind.
 

Der Blutdruck ist zu niedrig

Zu niedriger Blutdruck, Hypotonie, ist meist die Folge einer Unterfunktion der Hypophyse oder Nebennieren und führt zu allgemeinem Leistungsabfall, rascher Ermüdung und gelegentlichen Schwindel- und Ohnmachtsanfällen. Auch während der Schwangerschaft und bei Flüssigkeitsmangel kann der Blutdruck sinken. Ärzte sprechen von einem zu niedrigen Blutdruck, wenn der Wert unter 105/65 mm Hg liegt. Häufiger Aufenthalt in frischer Luft, regelmäßige sportliche Betätigung und Kneippbäder sind gute Mittel zur Kreislaufanregung. Im Unterschied zum hohen Blutdruck ist die Hypotonie jedoch nicht lebensbedrohend.
 

Forschung und Aufklärung rund um das Thema Blutdruck

Ärzten und Präsidenten der Hypertensiologie sind verstärkte Aufklärung und Prävention ein besonderes Anliegen. In der Medizin wird rund um das Thema Blutdruck mit großen Erfolg geforscht. Neueste Erkenntnisse zeigen deutlich, dass die Blutdruckwerte vom persönlichen Lebensstil sowie von der Ernährung wesentlich beeinflusst werden. Sie können viel für Ihren Blutdruck tun. Veränderungen Ihrer Essgewohnheiten und Ihres Lebensstils können den Blutdruck merklich senken und sind deshalb als sinnvoll zu erachten. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass das Herzinfarktrisiko minimiert werden kann, wenn Sie täglich dreißig Minuten Sport betreiben. Dabei ist es egal, was Sie bevorzugen. Ob Fitnessstudio, Laufen, Schwimmen oder Radfahren, Bewegung hilft Ihnen, Stress abzubauen und den Blutdruck zu senken.Verabschieden Sie sich Ihrer Gesundheit zuliebe von Lebensgewohnheiten, die den Blutdruck besonders hoch steigen lassen: Stress, Alkohol, Nikotin und Bewegungsmangel wirken sich negativ aus. Viel Gemüse, Ballaststoffe, wenig Zucker und Salz sowie wenig rotes Fleisch helfen, den Blutdruck zu senken. Unter Medizinern verpönt sind Energy Drinks. Vor allem dann, wenn Sie diese koffeinhaltigen Getränke in größeren Mengen konsumieren.
 

Hoher Blutdruck ist nie harmlos

Früher hieß es, je älter der Mensch wird, desto höher dürfen die Blutdruckwerte sein. Heute wissen wir, dass diese Aussage nicht stimmt. Der Wert sollte auch mit zunehmenden Alter unter 140 zu 90 mm HG liegen. Erst ab den 80. Lebensjahr tolerieren Ärzte als obere Grenze einen Wert von 150 mm Hg. Vorbeugen ist besser als heilen, das gilt besonders für den Blutdruck. Seit wir wissen, dass die Ernährung und unser Lebensstil sich stark auf den Blutdruck auswirken, ist es sinnvoll, sich schon in jungen Jahren bewusst gesund zu ernähren und regelmäßig Sport zu betreiben. Zwei nicht zu unterschätzende Maßnahmen, damit Sie im Alter vital und gesund sind.